Wann haben Sie das letzte Mal einen langweiligen, verregneten Samstagmorgen vor dem Fernseher verbracht und eine Reise um die Welt gemacht, um u. a. mit einer fremdländischen Märchenprinzessin mitzuträumen? Leider wurde die wunderschöne Yongtai im Alter von 17 Jahren von ihrer Großmutter Wu Zhao (bzw. Wu Zetian) ermordet, der einzigen Kaiserin des chinesischen Reiches im 7. Jahrhundert. Der Grund war das "Gemecker" über die beiden Liebhaber der Oma, die Brüder Zhang.
Die Geschichte wird sehr unterhaltsam und spannend erzählt in einem Film von Edward Cotterill (ZDFinfo 2022) über "Chinas goldenes Zeitalter, Die Tang-Dynastie": HIER <-KLICK. Das Bild hat übrigens unser KI-Assistent "Copilot" hinzu erfunden :-)
Fast genauso fremd kommen teilweise die älteren Märchenfilme daher, die der Sender rbb an seinem "Märchensamstag" präsentiert, liebevoll gemacht und mit putzigen analogen Tricks gestaltet.
Die klassischen Verfilmungen aus Deutschland und der DDR waren diesmal:
- Dornröschen, DEFA‑Märchenfilm DDR 1970
- Der Froschkönig, Märchenfilm Deutschland 2008
- Die wahnsinnig traurige Prinzessin, Märchenfilm CSSR 1967
- Das tapfere Schneiderlein, DEFA‑Märchenfilm DDR 1956
- Die Gänsehirtin am Brunnen, Märchenfilm DDR 1979
- Prinzessin Maleen, Märchenfilm Deutschland 2015
- Wie man Prinzessinnen weckt, Märchenfilm CSFR 1977
- Tischlein deck dich, Märchenfilm Deutschland 2008
Doch das ist noch nicht alles, was der Tag bietet
Nach dem Umschalten zu arte.tv sieht man junge bolivianische Frauen mit weiten, bunten Röcken (die Polleras) auf Skateboards ein Straße entlang fahren: Die knapp einstündige Reportage über "Cholitas, die fliegenden Frauen Boliviens" ist wahrlich fesselnd und auf jeden Fall eine virtuelle Reise wert.
Ganz nebenbei erfährt man, dass die indigen geprägte Bevölkerung vor allem im Hochland noch alte Bräuche pflegt, oft ihre farbenfrohen Trachten trägt und ihr Leben immer noch von traditionellen Festen geprägt ist. Wobei sich der katholische Glaube auf faszinierende Weise zum Teil mit alten Naturreligionen und der Verehrung von Mutter Erde (Pachamama) vermischt: HIER <-KLICK.
Ein nächster Film aus der Reihe "Stadt Land Kunst" zeigt Guatemala und erzählt unter anderem, wie der britische Schriftsteller und Philosoph Huxley letztendlich Gefallen daran fand. Am Lago de Atitlán suchte er 1933 Zuflucht vor politischen Spannungen in Europa; seine Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung prägten seine spirituelle Sicht und flossen in seine Reiseberichte ein, die seinen typischen Zynismus tragen.
Weiterhin geht es um den Mais, der als heilige Pflanze verehrt wird und für die Nachfahren der Maya die Verbindung zwischen Leben, Himmel und Erde symbolisiert. Die überlieferte Tradition des Anbaus prägt Landschaft und Kultur bis heute. Schließlich führt die Reise nach Quiriguá, einer bedeutenden Maya‑Stätte mit monumentalen Stelen und präzise gearbeiteten Kalenderdarstellungen, die nicht nur Archäologen fasziniert; ein US‑Forscher jedoch sucht dort mehr als nur steinerne Zeugnisse und verleiht dem Ort eine zusätzliche geheimnisvolle Dimension: HIER <-KLICK.
Bei einem Abstecher nach Antigua wird "Piloyada Antigüeña" auf bodenständige Weise vor der Kamera zubereitet: ein eiweißreicher Salat aus roten Bohnen, Tomaten, Zwiebeln, Gewürzen sowie Schweinefleisch, Hähnchen und Wurst. Demnächst findet man ihn wahrscheinlich in der umfangreichen arte Rezepte-Sammlung "Ran an die Töpfe" <-KLICK.
Fazit: Es tut gut, zwischendurch den Blick abzuwenden vom Alltäglichen, das uns ständig umgibt und etwas vom Zauber anderer Welten zu erfahren. Einfach, um zu spüren, dass es mehr gibt als das, was man ständig sehen kann: Zum Beispiel ein Gefühl von Verbundenheit mit besonderen Menschen, anderen Ideen und der Natur.
Und die Ahnung, dass hinter allem vielleicht noch eine tiefere Wirklichkeit steht...
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de





















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