[WWW] Wenn Sie bis eben keine Vorstellung davon hatten, was künstliche Intelligenz für Sie tun kann, geben wir Ihnen einen Tipp: Beim Eintreffen einer "Drohmail" fragen Sie einen Chatbot, ob sie echt ist. Google antwortet mit seinem Assistenten Gemini, wenn Sie den Betreff ("Letzte Erinnerung: Bestätigung Ihrer Kryptowerte-Daten erforderlich – Fristablauf 22.02.2026") in das Suchfeld eingeben = WARNUNG: Es handelt sich hierbei höchstwahrscheinlich um eine betrügerische Phishing-E-Mail.
Unser gut trainierter Lieblingschatbot, der Copilot von Microsoft aus dem Webbrowser Bing, gibt uns eine komplette Antwort "ganz ohne Panik" :-)
Kurz und klar: Der Text, den du bekommen hast, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit NICHT echt.
Er trägt zwar viele echte Begriffe (BZSt, DAC8, § 23 EStG), aber mehrere Punkte passen nicht zu echten Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern.
Warum das Schreiben sehr wahrscheinlich nicht echt ist
1. Das BZSt verschickt keine E‑Mails mit Fristen von 4 Tagen
Behördliche Fristen sind immer mindestens 1 Monat, weil das in der Abgabenordnung vorgeschrieben ist. Eine 4‑Tage‑Frist wäre rechtswidrig.
2. Das BZSt verschickt keine Krypto‑„Vorabinformationen“ per Mail
DAC8 ist echt (ab 2026), aber:
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Das BZSt veröffentlicht selbst nur allgemeine Infos zu DAC8 und CARF
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Es gibt keine offiziellen Hinweise, dass Bürger per Mail „Transaktionen bestätigen“ müssen.
3. Echte BZSt‑Schreiben haben keine Emojis
Ein Bundesamt nutzt keine Symbole wie:
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⏳
-
⚠️
-
⚡
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☎
-
✉
-
⛔
Das ist ein typisches Merkmal von Phishing.
4. Echte Behörden schreiben nie: „Sonst gelten die Werte als anerkannt“
Das wäre rechtlich nicht haltbar. Eine Behörde darf nicht einfach „automatisch Zustimmung“ voraussetzen.
5. Echte BZSt‑Mails enthalten keine Direktlinks zu Portalen
Behörden verlinken niemals auf Login‑Portale in E‑Mails, weil das ein Sicherheitsrisiko wäre.
6. Die Mail wirkt wie eine Mischung aus echten Begriffen + Fake‑Drohkulisse
DAC8 ist real (ab 2026) . Aber die Darstellung in deiner Nachricht entspricht nicht der offiziellen Umsetzung.
Was du jetzt tun solltest
✔ 1. Nicht klicken. Nicht antworten.
Keine Links öffnen, keine Daten eingeben.
✔ 2. Falls du unsicher bist:
Rufe selbstständig die echte Seite auf:
www.bzst.de
→ Dort einloggen, nicht über einen Link aus der Mail.
✔ 3. Mail an die echte BZSt‑Adresse weiterleiten:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
(Die Adresse existiert wirklich.)
Warum wirkt die Mail so glaubwürdig?
Weil sie echte Elemente enthält:
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DAC8 (EU‑Richtlinie) ist real.
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Ab 2026 müssen Kryptobörsen Daten melden.
-
Das BZSt ist die zuständige Behörde.
Aber: Das BZSt kommuniziert niemals so.
Quelle: Copilot
Das muss auch noch gesagt werden
Abgesehen davon, dass auch Chatbots sich irren könnten, sollte man sicherheitshalber auch noch das Internet durchsuchen nach Warnungen. Das geht einwandfrei und gefahrlos mit der Betreffzeile der Mail. Die besteht immer aus "Plain Text", also reinem Text. Denn der Header einer E‑Mail erlaubt keinerlei Formatierungen.
Deshalb können im Betreff weder HTML‑Elemente (LINKs zum Anklicken) noch Farben oder Bilder verwendet werden. Auch wenn ein Mailprogramm den Betreff in der Übersicht klickbar darstellt, bleibt er im Hintergrund unverändert Plain Text. Emojis werden trotzdem angezeigt, weil sie als normale Unicode‑Zeichen gelten und damit eigentlich reiner Text sind.
Achja: Wir haben persönlich mit Krypto gar nichts am Hut... 
Kryptowährungen wurden ursprünglich entwickelt, um digitales Geld zu schaffen, das ohne Banken funktioniert. Die Idee dahinter ist ein Zahlungssystem, das weltweit nutzbar ist, schnell übertragbar, transparent und nicht von einer einzelnen Institution kontrolliert. Viele Menschen nutzen Krypto heute als Wertanlage, andere für internationale Überweisungen, wieder andere für digitale Verträge oder Projekte, die auf der Blockchain laufen. Gleichzeitig ist der Bereich spekulativ, schwankungsanfällig und nicht reguliert wie klassische Finanzsysteme, weshalb er Chancen und Risiken zugleich bietet.
Und nein, man braucht Krypto nicht. Kryptowährungen sind ein freiwilliges Zusatzsystem. Du kannst problemlos leben, zahlen, sparen und arbeiten, ohne je eine einzige digitale Münze zu besitzen. Für die meisten Menschen ist Krypto eher ein Experimentierfeld oder eine spekulative Anlageform als eine Notwendigkeit. Es gibt Nischen, in denen es praktisch sein kann – etwa für internationale Überweisungen oder bestimmte digitale Projekte – aber für den Alltag ist es absolut nicht erforderlich.
(Copilot)
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de





















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