[Hessen und Drumherum] Angesichts der kürzer werdenden Tage und der bevorstehenden Zeitumstellung Ende Oktober ruft der BUND Hessen Autofahrerinnen und Autofahrer zu besonderer Vorsicht im Straßenverkehr auf. Im Herbst beginnt für viele Wildtiere eine besonders aktive Phase, in der sie Nahrungsvorräte anlegen, neue Reviere suchen oder Winterquartiere aufsuchen. Weil sich nun die Verkehrszeiten der Menschen immer mehr in die Dunkelheit verschieben, während die Tiere ihren natürlichen Rhythmus beibehalten, fällt deren Aktivphase vermehrt mit dem morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr zusammen.
Der Straßenverkehr stellt für viele Wildtiere die Todesursache Nummer eins dar. Davon betroffen sind nicht nur seltene Arten wie die Wildkatze oder der Luchs, sondern auch Rehe, Füchse und Wildschweine. Besonders in Waldgebieten, zwischen Feldern, an Ortsrändern sowie in der Nähe von Gärten sollten Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit anpassen verringern und die Straßenränder im Auge behalten (aufmerksam beobachten / nicht hinstarren).
Bemerkt man ein Tier am Straßenrand, sollte man sofort das Fernlicht ausschalten und Hupen, während man kontrolliert abbremst.
deutlich abbremsen und nach Möglichkeit anhalten. Unkontrollierte Ausweich- oder Bremsmanöver müssen jedoch vermieden werden, da die eigene Sicherheit und die anderer Menschen stets Vorrang haben
Sollte es dennoch zu einem Wildunfall kommen, anhalten und die Unfallstelle sichern (Warnblinker an, Warnweste anziehen, Unfallstelle mit Warndreieck aufstellen) und zwingend die Polizei (Tel: 110) verständigen.
Bei Unfällen mit Eichhörnchen, Vögeln und Igeln ist eine Benachrichtigung der Polizei nicht erforderlich. Der BUND Hessen bittet jedoch darum, verletzte Tiere zum Tierarzt zu bringen.
Doch: Ein unbeleuchtetes Anhalten auf der Landstraße, das Aussteigen im Dunkeln und das Suchen im Straßengraben setzen Autofahrer enormer Lebensgefahr aus!
Außerdem sind nachts und in den frühen Morgenstunden Tierarztpraxen geschlossen. Eine Notfallklinik ist oft weit entfernt, und ungeschulte Personen haben weder Transportboxen noch Schutzhandschuhe dabei. Dadurch gibt es ein Verletzungs- und Infektionsrisiko: Panische, verletzte Wildtiere beißen und kratzen. Zudem können sie Parasiten oder Krankheitserreger übertragen.
Wer helfen möchte, kann Fundorte im Nachgang online beim Portal des HLNUG melden: www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden
Das HLNUG nimmt über spezielle Meldeportale Sichtungen sowie Totfunde bestimmter geschützter oder seltener Arten ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke entgegen, nicht jedoch zur Beseitigung von Tierkadavern. Dabei geht es um Feuersalamander, Braunbrustigel und gelistete Wildtiere wie z. B. die Wildkatze, den Fischotter oder den Luchs.
Quelle Text: BUND Hessen, für die Praxis ergänzt: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de


















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