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Home News Ticker Aktuelles Wissenschaftsjahr: City der Zukunft - nachhaltig & smart

Wissenschaftsjahr: City der Zukunft - nachhaltig & smart

[Europa] Heute am 19.02.2015 startete das Wissenschaftsjahr »Zukunftsstadt«. Fraunhofer legt bereits seit Jahren wichtige Grundlagen für ein nachhaltiges Leben in Metropolen. Ein aktuelles Beispiel ist das EU-Projekt »Triangulum«. Darin entwickeln Forscherinnen und Forscher Lösungen, um Großstädte smart und lebenswert zu machen. Wie die Stadt der Zukunft aussehen kann, wollen die Wissenschaftler dabei nicht nur theoretisch erarbeiten. Ihre Ideen für intelligente Stadtquartiere werden in den kommenden Jahren in Manchester, Eindhoven und Stavanger verwirklicht.

»Unser Ziel ist es, praktikable Lösungen zu finden, um Städte smart und auch in Zukunft lebenswert zu machen. Dazu setzen wir wegweisende Konzepte für nachhaltige Energieversorgung, Mobilität und Informationstechnologie zunächst in diesen drei ausgewählten Städten um«, erläutert Alanus von Radecki vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, der das Projekt koordiniert.

Später sollen die Lösungen dann auch auf Leipzig, Prag und Sabadell (Spanien) übertragen werden. Das Vorhaben ist aus der Morgenstadt-Initiative der Fraunhofer-Gesellschaft entstanden und wird vom Steinbeis-Europa-Zentrum unterstützt. Die Europäische Kommission kürte es zum Leitprojekt ihrer Initiative »Smart Cities and Communities«. 23 Partner aus Kommunen, Wissenschaft und Industrie arbeiten in dem Projekt mit.

Vorhandene Kommunikationsnetze vereinen

»Das Herzstück bildet eine Informations- und Kommunikationstechnik-Architektur. Sie ist die Grundlage dafür, dass die einzelnen Technologien in der Stadt miteinander vernetzt und aufeinander abgestimmt werden«, erklärt von Radecki. Die Projektpartner setzen dabei auf eine vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS entwickelte einheitliche Architektur für Informations- und Kommunikationstechnologie. Wichtig ist dabei, vorhandene voneinander getrennte Kommunikations-infrastrukturen zu vereinen, seien es Sensor-, Informations- oder Mobilfunknetze.

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen die Planungen für die niederländische Stadt Eindhoven. Die Kommune setzt auf Elektromobilität. Die Idee der Projektpartner: Über eine IKT-Lösung können die Einwohner auf verschiedene Bereiche der Infrastruktur zugreifen, um etwa elektrische Carsharing-Fahrzeuge zu buchen oder intelligente Parkraumkonzepte zu nutzen. Sensoren, die zum Beispiel in Laternen installiert sind, werden unter anderem Bewegungsdaten erfassen, so dass die Straßenbeleuchtung, der öffentliche Nahverkehr oder Carsharing-Angebote bedarfsgerecht gesteuert werden können.

Schon heute verfügt die norwegische Stadt Stavanger europaweit über die höchste Dichte an Elektrofahrzeugen. »Dies und die bestehenden Highspeed-IKT-Infrastrukturen bilden die Basis, um Energie- und Mobilitätslösungen besser zu vernetzen«, erläutert von Radecki. Zudem sollen Unternehmen, Einwohner, Forschungseinrichtungen und Ärzte konsequent über IT-Netze verknüpft werden, um besser planen, effizienter Energie nutzen und sogar medizinische Ferndiagnosen stellen zu können.

Elektromobilität hat Vorrang

Ehrgeizige Pläne haben die Projektpartner auch für Manchester. Hier soll das studentische Viertel »Manchester Corridor«, in dem rund 72 000 Studierende leben, in ein Smart-City-Quartier verwandelt werden. »Es ist geplant, ein autarkes Energienetz aufzubauen, welches das gesamte Stadtquartier mit Wärme und Strom versorgt«, berichtet von Radecki. Das Netz liefert nicht nur Erd- und Fernwärme, sondern umfasst auch zwei separat operierende Stromnetze und eine Brennstoffzelle, die überschüssige Energie speichern kann. Darüber lassen sich auch E-Autos, E-Lastenfahrräder sowie die E-Tram »Metrolink« mit Strom versorgen – Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor werden komplett aus dem Viertel verbannt.

Die ambitionierten Pläne wollen die Projektpartner in kommenden drei Jahren umsetzen. Danach werden die Konzepte auf weitere Städte übertragen.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft

 

NewsFlash - Kurz & Knapp

Mehr Dunkelheit wagen und Lichtverschmutzung reduzieren

[Hessen und Drumherum] Wenn es Nacht wird, gehen die Lichter aus? Im Gegenteil. In Industrieländern wird der Himmel nachts an vielen Orten nicht mehr richtig dunkel. Diese Lichtimmissionen, die als Lichtverschmutzung bezeichnet werden, haben dramatische Folgen für die Tierwelt: Künstliche Lichtquellen greifen in den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus der Natur ein. Alle Tierarten – ob tag- oder nachtaktiv – sind von Lichtverschmutzung betroffen. Insbesondere dämmerungs- und nachtaktive Fluginsekten werden von künstlichen Lichtquellen angelockt und flattern orientierungslos bis zur Erschöpfung um sie herum. Entweder sterben Insekten direkt unter den Lampen oder sie verlieren wertvolle Energie und Zeit für Nahrungssuche, Partnersuche und Fortpflanzung. Fressfeinde wie Fledermäuse haben dadurch ein leichtes Spiel, werden jedoch selbst von dem Kunstlicht irritiert. Auch Vögel ändern ihr Brutverhalten und sogar die Pflanzenwelt reagiert auf die Dauerbelichtung: Laubbäume können ihre Blätter später verlieren, wenn sie ständiger Beleuchtung ausgesetzt sind.

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