[Frankfurt / Main] Der im Frühjahr des vergangenen Jahres entdeckte Einmannbunker in Niederrad wurde jetzt mit einer "Bauchbinde" versehen. Zum Schutz des seltenen Kleindenkmals hat das Denkmalamt der Stadt Frankfurt am Main zusammen mit der Metallmanufaktur Dirk Velte am 15. Januar 2026, eine schützende Banderole aus Metall angebracht mit dem Schriftzug „Nie wieder Krieg!“.
Der mannshohe grauer Betonzylinder mit zwei winzigen, rostigen Sehschlitzen und zwei kleinen Türen war im April 2025 auf dem Gelände des Sportplatzes in der Hahnstraße gefunden worden. Darin konnten z. B. Bahnarbeiter während des Zweiten Weltkrieges Schutz finden. Es waren robuste Splitterschutzzellen (SSZ), die Schutz boten vor Bombensplittern und leichtem Beschuss – nicht jedoch vor Gas oder Volltreffern, die für die Insassen oft tödlich endeten.
Die ersten Modelle bestanden aus Metall, wurden aber bald durch Beton ersetzt. Mittelständische Betonwerke – etwa DYWIDAG oder Leonhard Moll – produzierten zahlreiche Varianten nach Vorgaben der Luftwaffe.
Gemeinsam hatten Denkmalamt, Grünflächenamt und Sportamt das Objekt nach dem Fund geborgen und auf der Sportanlage in Niederrad für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine kleine Tafel vor Ort informiert darüber.
Doch bereits im Herbst wurde eine Beschädigung an dem Bodendenkmal gemeldet. Eine der beiden Türen war aufgebrochen worden, obwohl im Inneren des Bunkers nur Erde, Schlacke und Backsteine zu finden sind. Das Denkmalamt hofft nun, dass das Denkmal künftig vor erneuten Beschädigungen geschützt ist.
„Der Einmannbunker im öffentlichen Raum ist ein Mahnmal für den Frieden“, hebt Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, die Bedeutung des Kleindenkmals hervor. „Dank der neuen Metallbanderole ist der Bunker nun selbst geschützt, während er uns alle täglich daran erinnert, dass auch unsere Demokratie unseres Schutzes bedarf.“
Quelle: Stadt Frankfurt
Für Neugierige: Über dolch "Splitterschutzzellen" in Wikipedia nachlesen <-KLICK





















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