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Offener Brief zu Frankfurts Wasserpolitik

Frankfurts Mainufer am Abend (c) HESSENMAGAZIN.de
Frankfurts Mainufer am Abend (c) HESSENMAGAZIN.de

Der Durst der Metropole bedroht den Naturraum mehr denn je

An den Magistrat der Stadt Frankfurt, liebe Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, die Sie demnächst wählen gehen,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann, sehr geehrte Damen und Herren des Magistrats der Stadt Frankfurt,

wir, die Schutzgemeinschaft Vogelsberg e.V. und die Aktionsgemeinschaft 'Rettet den Burgwald' e.V., stehen für den Schutz des Grundwassers und der Natur in Gebieten, aus denen Ihre Stadt enorme Mengen an Fernwasser bezieht. Wir haben uns jahrelang darum bemüht, mit Ihnen gemeinsam Lösungen für den Grundwasser-Nutzungskonflikt zu finden, der sich zwischen Ihrer Wasserversorgung und unserem Naturraum im Zuge des Klimawandels immer mehr verschärft. Dazu haben wir Ihnen zusammen mit hochqualifizierten Fachleuten, beispielsweise des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLUNG), eine ganze Reihe an effektiven Konzepten vorgeschlagen, damit Frankfurt künftig stärker als bisher seine eigenen Wasserressourcen nutzt. Ihre Stadt, die ein wesentlicher Konflikt-Verursacher ist, hält somit den Schlüssel zur Problemlösung in der Hand.

Doch diejenigen, die für die Frankfurter Wasserpolitik verantwortlich sind, verweigern sich den erforderlichen Maßnahmen. So erklärt sich die Umweltdezernentin in Bezug auf eine umweltschonende Bewässerung von Gebäudebegrünung für 'Nicht zuständig', obwohl Frankfurt eine stärkere Durchgrünung mit einem hohen, zusätzlichen Wasserverbrauch anstrebt. Das Planungsdezernat fertigt unsere Forderung, für solche Bewässerungen Nicht-Trinkwasser zu verwenden, mit der unsinnigen Bemerkung ab, diese funktionierten nur mit Trinkwasser. Ihr Wirtschaftsdezernent, zuständig für die Wasserversorgung, macht derweil profitable Geschäfte mit dem Grundwasser und antwortet nicht auf unsere Schreiben.

Und den Oberbürgermeister Frankfurts interessiert die Wasserfrage selbst dann nicht, wenn die hessischen Umweltverbände auf dem Römerberg demonstrativ verdurstete Bäume zur Schau stellen. Obwohl die Wälder des Umlandes für die Grundwasserneubildung, die regionale Klimaregulation und als Naherholungsgebiet Frankfurts unverzichtbar sind. Stattdessen aber fordert die Metropole noch mehr Wasser aus den Brunnen von Vogelsberg, Burgwald, Spessart und Ried.

Die Vorstellungen von Stadtentwicklung der Damen und Herren des Magistrats und des Oberbürgermeisters basieren offensichtlich auf einem grenzenlosen Wachstum – auch beim Wasserverbrauch. Sie sind stolz auf ihren Bauboom und auf ihre Investoren. Sie wollen hunderte von Millionen Euro in Theater, Sportstätten, Schwimmbäder u.ä. Projekte stecken, und wollen sogar komplett neue Stadtteile bauen. Und all diese Wasserfresser vollständig mit Trinkwasser versorgen, dessen Herkunft dem Magistrat schlicht gleichgültig ist. Gleiches gilt für seine Lesart der städtischen Klimaanpassung. Frankfurt fördert massiv das intensive Durchgrünen der Stadt zwecks Kühlung von 'Hot Spots' durch die Verdunstung von Wasser, ohne dass es dafür ein belastbares Bewässerungskonzept gibt. Das vor Jahren wiederholt gegebene Versprechen der Stadtpolitik, 'umgehend Betriebswassersysteme aufzubauen, um den Naturraum zu entlasten' wurde bis heute nicht einmal ansatzweise eingelöst. Frankfurts Credo scheint nach wie vor zu sein: Die Metropole wächst, und das Umland hat unter allen Umständen das Wasser dafür zu liefern. Am besten so günstig, dass die Stadt weiter wie bisher Millionen am Wasserhandel verdienen kann.

Seit 150 Jahren erklärt sich Frankfurt, am Main und an der Nidda gelegen, und vielerorts mit hohen Grundwasserständen gesegnet, zum Wassermangelgebiet. In der Folge lässt sich die Stadt zu zwei Drittel vom Umland mit Grundwasser versorgen. Dass dieser überproportionale Fernwasserbezug spätestens seit dem Jahr 2002 gesetzeswidrig ist, haben wir der Frankfurter Politik und auch den Aufsichtsbehörden schon mehrfach erklärt. Denn nach § 50 Wasserhaushaltsgesetz ist eine Fernwasserversorgung nur dann und zeitlich begrenzt zulässig, wenn die ortsnahen Wasservorkommen für die öffentliche Wasserversorgung nicht ausreichen. Was auf Frankfurt angesichts seines Wasserreichtums nicht zutrifft. Dass die Stadt, die sich gerne als 'Green City' vermarktet, neuerdings Fernwasser sogar aus dem über 100 km entfernten Burgwaldgebiet importiert, ist in diesem Kontext geradezu skandalös.

Liebe Frankfurterinnen und Frankfurter, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren des Magistrats, es ist allerhöchste Zeit, dass die Frankfurter Politik schnellstens effektive Maßnahmen zum Schutz des Naturraums der Fernwasser-Liefergebiete ergreift. Dies sollte sie gerade auch im Interesse künftiger Frankfurter Generationen tun. Schützen Sie auch das Frankfurter Wasser vor Überbauung oder Verschmutzung, indem Sie es umweltverträglich nutzen. Bedenken Sie zudem, dass Nicht-Trinkwasser preisgünstiger als das Trinkwasser sein kann und damit die Nebenkosten für die gesamte Nutzungsdauer eines Gebäudes senken kann.

Vor diesem Hintergrund fordern wir von der Frankfurter Politik nunmehr eine Verpflichtungserklärung ein, die folgende umgehend zu realisierende Punkte beinhaltet:

  • Verbot des Aufgebens von städtischen Wasserwerken und ihrer Schutzgebiete

  • Reaktivieren der vollen Kapazitäten aller Frankfurter Wasserwerke, die noch Wasserschutzzonen besitzen für die ortsnahe Trinkwasserversorgung.

  • Reaktivieren aller anderen Wasserwerke und Brunnen für die öffentliche Versorgung mit Nicht-Trinkwasser für geeignete Zwecke. Herstellen von sog. Betriebswasserinseln, auch für die direkte Nutzung von Niederschlagswasser vor Ort.

  • Installieren einer umfassenden Mainwassernutzung für die Nicht-Trinkwasserversorgung.

  • Baugenehmigungen für Neubauten und Umbauten sowie für Freiflächen nur dann, wenn dort ein Leitungssystem für die Nutzung von Nicht-Trinkwasser zumindest für die WC-Spülung und für Bewässerungszwecke installiert wird.

  • Verbot der Bewässerung von städtischem Grün, Sportanlagen u.ä. sowie von Begrünungen, die mit städtischen Mitteln gefördert werden, mit Trinkwasser.

  • Verpflichten aller Glieder der Frankfurter Wasserlieferkette auf das lückenlose Umsetzen der 'Umweltschonenden Grundwassergewinnung'.

Wir appellieren dringlichst an Sie, mit den entsprechenden Maßnahmen sofort zu beginnen. Investieren Sie umgehend in die ortsnahe Absicherung Ihrer Wasserversorgung. Ein Tankwagen zur Bewässerung von Grünanlagen, der mehr als Feigenblatt dient, reicht bei weitem nicht aus. Sie können das ohne Weiteres, da Frankfurt in den 90ern des letzten Jahrhunderts bereits entsprechende Planungen ausgearbeitet und genügend Projekte erfolgreich realisiert hat. Wir sind auch gerne dazu bereit, der Stadt im Bedarfsfall dabei fachliche Hilfestellung zu leisten. Weitere Verzögerungen aber sind angesichts des Klimawandels nicht länger hinnehmbar. Wir werden es nicht länger akzeptieren, dass die Frankfurter Politik mit ihrer Untätigkeit die Daseinsvorsorge ihrer eigenen Fernwassergewinnungsgebiete unterläuft.

In der Hoffnung, dass in Frankfurt endlich gehandelt wird

mit freundlichen Grüßen

Cécile Hahn, Vorsitzende SGV und Dr. Anne Archinal, Vorsitzende AG Rettet den Burgwald

- Zur Kenntnis an die Fraktionen des Stadtparlamentes und das HMUKLV - Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Quelle: SGV Geschäftsstelle www.sgv-ev.de und AG Rettet den Burgwald e.V. www.ag-burgwald.de am 07.03.2021

 

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