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Hybrid-Landwirtschaft: Das Modell für die Zukunft

Konventionelle Landwirtschaft wird ökologischer, Ökolandbau wird produktiver

Kuh auf der Weide: Artgerecht gehalten (c) HESSENMAGAZIN.de[Deutschland] In Nürnberg eröffnete die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, die 31. Weltleitmesse für Biolebensmittel, die Biofach. Rund 3.800 Aussteller aus 110 Ländern präsentieren sich dort vom 17. bis 20. Februar 2020. Gleichzeitig stellte die Ministerin das diesjährige "Ökobarometer" zum Konsum von Biolebensmitteln in Deutschland vor. Seine zentrale Ergebnisse belegen:  Jeder zweite der Befragten gibt an, regelmäßig Bioprodukte zu kaufen – 2018 waren es nur 28 Prozent. Mehr als 90 Prozent geben an, zukünftig zumindest gelegentlich zur Biovariante greifen zu wollen.

Neben der fairen Produktion der Lebensmittel (88 Prozent), sind vor allem die Regionalität (86 Prozent) und der Bioaspekt (79 Prozent) den Befragten am wichtigsten, wenn es um den wöchentlichen Einkauf geht. Nach Expertenschätzungen ist die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln weiter steigend. Der Umsatz liegt bei fast zwölf Milliarden Euro: Ein Plus von 9,7 Prozent.

Julia Klöckner: „Bioprodukte erlangen zunehmend eine starke Marktposition. Den Ökolandbau fördert unser Ministerium auf vielfältige Weise – mit Erfolg! Deutschland hat innerhalb der EU den größten Biomarkt. Die Nachfrage ist ungebrochen, eine wachsende Zahl von Betrieben zeigt sich offen für eine Umstellung.“

Das Bundeslandwirtschafsministerium unterstützt den ökologischen Landbau über spezielle Förderprogramme. Landwirte, die auf ökologischen Landbau umstellen, erhalten etwa eine Umstellungs- sowie Beibehaltungsprämie, zudem gibt es Prämien aus der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik. Mit der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau wurden darüber hinaus gemeinsam mit der ökologischen Lebensmittelbranche maßgebliche Voraussetzungen für die Unterstützung des Wachstums der Branche geschaffen.

Klar sei aber auch, dass es ein gutes Miteinander und eine Annäherung der Produktionsweisen wichtig sei, um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, so die Ministerin weiter: „Wir brauchen eine Art „Hybrid-Landwirtschaft“: Der Ökolandbau muss weiter produktiver und die konventionelle Anbauweise ressourcenschonender und tierwohlgerechter werden – und dabei ertragreich bleiben. Als Politik schaffen wir die Rahmenbedingungen für eine flächendeckend zukunftsorientierte Anbauweise – ob ökologisch oder konventionell. Zum Beispiel mit unserer Ackerbaustrategie, die wir Ende des vergangenen Jahres vorgelegt haben.

Weitere Ergebnisse des Ökobarometers

Regionalität steht hoch im Kurs bei konventionell und bio

Dass die Potentiale vor allem in der Kombination von Regionalität und Bio liegen, zeigt das aktuelle Schwerpunktthema „Regionale Lebensmittel“ des Ökobarometers. So gaben fast 80 Prozent der Befragten an, dass es ihnen bei Biolebensmitteln besonders wichtig ist, dass diese aus der Region stammen. Gleichzeitig ist die Zufriedenheit mit der Qualität und Verfügbarkeit groß. Vier von fünf Befragten gaben an, das Angebot an regionalen Lebensmitteln in der erreichbaren Umgebung sei durchaus ausreichend. Die Ansprüche im Hinblick auf Qualität, Aussehen oder Geschmack entsprechen denen der meisten Befragten.

Der Supermarkt bleibt wichtigste Bezugsquelle

Für den Kauf von ökologisch produzierten Lebensmitteln sind auch weiterhin die konventionellen Einkaufsstätten entscheidend: Wie bereits im Vorjahr nutzen neun von zehn Befragten am liebsten den Supermarkt, um Bioprodukte zu erwerben, gefolgt vom Discounter (72 Prozent). Der Absatz im Internet ist immer noch gering (sechs Prozent), steigt aber seit einigen Jahren kontinuierlich.

Die steigende Akzeptanz von Bioprodukten in der breiten Bevölkerung zeigt sich auch in der Entwicklung der Angaben zu den unterschiedlichen Lebensmittelgruppen: Während Bioeier (66 Prozent) und Bioobst und -gemüse (66 Prozent) weiterhin am häufigsten genannt werden, verzeichnet das diesjährige Ökobarometer die größten Veränderungen beim Erwerb von Biobrotwaren und Biokartoffeln. Hier steigt der Anteil der Befragten, die diese Produkte nach eigenen Angaben regelmäßig kaufen, um 13 bzw. zehn Prozentpunkte.

Hintergrund zur Studie

Das Ökobarometer wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft seit 2002 regelmäßig in Auftrag gegeben und ist fester Bestandteil des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft. Es ist eine repräsentative telefonische Umfrage zum Konsum von Biolebensmitteln. Die aktuelle Studie wurde von infas von Ende Juli bis Ende August 2019 durchgeführt. Für die Ergebnisse wurden insgesamt 1.005 Interviews ausgewertet.

Quelle Text: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

 

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