Sonntägliches Parkplatz-Gedränge auf dem Hoherodskopf (c) HESSENMAGAZIN.de
[Vogelsberg] Schönes Wetter und noch keine Ferienzeit, das bringt immens viele Tagsausflügler in unser kleines, langsam grün werdendes Mittelgebirge. Sie suchen automatisch - ähnlich einem Fliegenschwarm - das Gedränge auf dem Hoherodskopf auf sowie den letzten freien Stuhl in der kleinen Pop-Up-Eisdiele am Straßenrand oder lassen kaum einen Spazierweg mit ihrem Hund aus. Und am Nieder-Mooser-See ist im Campingladen der Kuchen fast ausverkauft. Nur einer der weit-und-breit-(fast-)einzige Döner-Imbisse ist gähnend leer.
Doch man ahnt, er ist geöffnet, da eine kleine Gruppe Leute vor der Tür sitzt. Beim Näherkommen wird man angesprochen, versteht jedoch nichts. Wir bestellen 2 kleine Döner zum Mitnehmen und erhalten in gebrochenem Deutsch eine werbend Einführung in den neuen Laden - Umbau, Terrasse hinten... etc.
Wir fragen nach, ob man seinen Hund mit hineinnehmen kann und erhalten einen Vortrag darüber, dass das in Deutschland gar nicht erlaubt ist. Wir versuchen, diese offensichtliche Falschansicht richtigzustellen. Dringen jedoch erst nach einer Weile zum Verständnis unseres Gegenüber vor, als wir preisgeben, das wir selbst einst Besitzer einer Gaststätte waren.
Sein Frau lacht etwas verlegen unter ihrem Kopftuch und fängst bereits an, die Alufolie zum Einwickeln vorzubereiten. Wir fragen vermittelnd, ob sie Türken wären, die nichts für Hunde übrig haben... "Naain, Syrer."
Wir: "Naja, dann müssen Sie sich noch etwas an Deutschland anpassen..?!!" Nee, man hätte ja schon sechs Jahre kennengelernt und wäre Deutscher!
... Break. Wir bitten jetzt vorsorglich darum, uns für die Döner alles separat einzupacken, damit auf unserer Heimfahrt nichts matschig wird.
Ab jetzt tut sich eine Kluft auf!
Der Imbissbesitzer textet uns unvermittelt aus dem Stand zu - erklärt uns in schwer verständlichem Deutsch, was wir bestellt haben, will scheinbar ohne Mehrkosten keinen Salat rausrücken.
Hey, wir sind doch nicht abgeneigt, das zu bezahlen, lassen wir ihn - nun langsam verärgert - wissen.
Er trumpft jedoch jetzt auf mit: "Hören Sie, junge Frau..."
Tja, das ist unser Exit-Signal!!!
Wir drehen uns ohne ein weiteres Wort auf dem Absatz um und verlassen die ungastliche Stätte... genauso wie bereits vor einigen Jahren bei dem Vorbesitzer:
Aus dem Archiv: Besonders krass reagierte der zugewanderte Chef eines kleinen Imbisslokals im Vogelsberg. Dank seiner Monopolstellung (nahezu der einzige im Umkreis von xx Kilometern) ist er sehr "selbstbewusst". So kam er gleich bei dem Betreten von Redaktionshund Leo plus seiner Chefin aus seiner Brutzelecke rausgeschossen und tönte laut mit einem heftigen Fingerzeig auf den Vierbeiner: "Is verbotten!!!!"
Naja, dann muss er seine Fertigschnitzel halt in Zukunft ohne uns essen, waren sich die Abgewiesenen einig und drehten auf dem Absatz wieder um, um die ungastliche Stätte zu verlassen :-)
Fazit der KI: Schon wieder das Problem "systematisches Serviceversagen" mit milieubedingter Fehlkalibrierung und wahrscheinlich bald erneut "sozialerm Selbstmord" im Gastgewerbe.
So what 
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de



















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