[Darmstadt] Mehr als 40 Künstlerinnen und Künstler aus 16 Ländern präsentieren ihre Arbeiten zum Thema „Demokratischer Wald / Democratic Forest” ab 22. August 2026 im Forst am Böllenfalltor in Darmstadt. Auf einem ca. zwei Kilometer langen Rundweg vom Waldparkplatz über den Goetheteich bis zur Ludwigshöhe sind Skulpturen, Installationen und Performances zu sehen als Beitrag zum Internationalen Aktionsjahr „WDC 2026”, das unter dem Motto „Design for Democracy” vielfältige Aktionen und Events in der Rhein-Main-Region bündelt.
Insgsamt finden in Darmstadt 54 Veranstaltungen statt, darunter Performances, Workshops, Konzerte und Lesungen sowie 15 öffentliche Führungen. Die Schirmherrschaft hat Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz übernommen. Waldkunst ist darüber hinaus am UNESCO Welterbe Grube Messel und im Internationalen Walkdunstzentrum (IWZ) in der Ludwigshöhstraße 137 zu erleben.
Unter den Künstlerinnen und Künstlern aus 16 Ländern und vier Kontinenten werden Waldkunstfreunde vertraute Namen entdecken:
- Fredie Beckmans (Niederlande), Emanuela Camacci und Stefano Devoti (Italien) sind wieder dabei, außerdem Rumen Dimitrov (Bulgarien), Regina Frank (Portugal), Helinä Hukkataival / Ida Sofia Fleming (Finnland), Makiko Nishikaze (Japan), Na Omi Shintani (USA) und Reka Szabo (Ungarn) sowie – mit kürzerer Anreise – Sehriban Köksal Kurt, Thomas May, Anke Mellin, Jens J. Meyer, Waltraud Munz-Heiliger, Dina Rautenberg, Roger Rigorth und Sebastian Weissgerber.
- Waldkunst-Premiere feiern dieses Jahr in Darmstadt Mark Cooley, Eric Leonardson und Barbara Mensch (USA), Ivukuvuku (Südafrika), Devora Neumark (Kanada), Trond Solberg (Norwegen), Varol Topac (Türkei), Yeji Oh (Südkorea) und Bidisha Das (Indien), die mit den deutschen Newcomern Ilse Dreher, Hannah Glaser, Rosel Grassmann und Uli Muders in einen künstlerischen Dialog treten.
- Mit dabei ist zudem die Künstlervereinigung Group V mit Gudrun Aßmann, Paul Hirsch, Volkmar Hoppe, Hans-Joachim Völker und Peter Zuppa. Literarisch nähert sich die Literaturgruppe Poseidon mit den Autoren Stefan Benz, Alex Dreppec, Marina D’Oro, Ulrike Maier, Gerty Mohr und Frank Schuster dem Leitthema, während die Gruppe jetztmusik! um Susanne Resch mit Waldkonzerten für musikalische Akzente sorgt. Zum zweiten Mal dabei ist die Theatergruppe Antagon.
Alle Künstlerinnen und Künstler hatten sich im vergangenen Jahr an einem „Call for Proposals” beteiligt. Diese und einige nicht realisierte Projektvorschläge wurden in einem „Democratic Forest Reader” dokumentiert, der gedruckt im IWZ und im Internet unter Democratic Forest Reader - Internationaler Waldkunstpfad 2026 zu bekommen ist: 2026.waldkunst.com
„Wir wollen dem Wald und der Natur eine Stimme geben”, formuliert Kuratorin Ute Ritschel das Ziel der diesjährigen Biennale und fügt hinzu: „Die Gestaltungsideen im Bereich sozialer, urbaner und kultureller Entwicklung loten die vielschichtigen Aspekte unserer Beziehung zum Wald, zur Natur und Landschaft und deren Rechte künstlerisch aus.”
Die Künstlerinnen und Künstler haben sich in ihren Kunstwerken mit vielen Themen aus Ökologie, Nachhaltigkeit, dem Überleben des Waldes und weiteren Aspekten beschäftigt. Die Frage danach, wie sich Ökosysteme und der Wald organisieren, wie sie sich kontrollieren, wie menschliche und natürliche Ordnungssysteme zusammenleben können, stellt z.B. „Echoes of Coexistence" von Reka Szabo: ein gehobelter Baumstamm, aus dem wieder Äste sprießen.
Einige denken über ein respektvolles Miteinander, den Zusammenhalt und Solidarität nach, wie beim „Tree of Life“ von Varol Topac, der aus vielen unterschiedlichen Baumscheiben als Zeichen der Vielzahl der Stimmen des Waldes zusammengesetzt wurde. Der ökologische Kreislauf des Werdens und Vergehens spielt eine Rolle, denn aus Altem entsteht Neues, z.B. „Wachsende Wurzeln, Welkende Wälder“ von Regina Frank. Das Holzkleid besteht aus sechs Holzarten, und jede erzählt ihre Geschichte.
Der Frage, wie demokratische Entscheidungsprozesse ablaufen, geht die Group V an zwei Tagen bei einer digitalen Performance im Waldkunstdorf nach, und ob die Natur überhaupt demokratisch ist und ein Parlament benötigt, zeigt Roger Rigorth mit seinem „Parlament der Bäume“.
Waldspaziergänger können den Gedanken der Künstlerinnen und Künstler folgen oder sich einfach an den Kunstwerken erfreuen
Vielfalt ist garantiert: Da wechseln Klanginstallationen ab mit Stickarbeiten, es gibt ein Demokratie-Portal und Waldkanzeln, man kann Waldbaum-Mikado spielen, sich an der „Antenne für Inspirationen” Gedanken zufliegen lassen, die „Kunst des Nein-Sagens” üben, Graswurzelforschung betreiben, mit Shakespeare durch Themenwälder streifen oder die Welt – gedanklich auf Bäumen sitzend – von oben betrachten. Immer bieten sich neue Perspektiven.
Eröffnet wird der 13. Internationale Waldkunstpfad am Samstag, 22. August 2026, um 15 Uhr am Infostand, der sich an der ersten Kreuzung nach dem Waldparkplatz (Klappacher Straße 145) befindet. An den folgenden sechs Wochenenden ist der Stand samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr besetzt. Neben dem Waldkunstleitfaden mit Beschreibung der Künstler*innen und Objekte sind dort auch Kaffee und Kuchen zu haben.
An den Wochenenden werden um 15 Uhr öffentliche Führungen angeboten (8 Euro pro Person). Kostenfrei ist die Teilnahme an den beliebten Familienworkshops sonntags von 14 bis 17 Uhr: Am Kinderbauwagen (zweite Kreuzung) leiten Waldkunstpädagoginnen und Ranger des UNESCO Global Geopark Bergstraße-Odenwald große und kleine Waldkunstbesucher*innen zur kreativen Gestaltung mit den Materialien des Waldes an.
Zusätzlich zum analogen Wald, der die Kunstwerke mit allen Sinnen erfassbar macht, lädt der „3. Digitale Wald” im IWZ mit fünf Filmen und ebenso vielen interaktiven Installationen zur virtuellen Erkundung ein. Eröffnet wird der Digitale Wald bereits am Donnerstag, 20. August, um 19 Uhr in der Galerie des IWZ; dort kann er zu den Öffnungszeiten (Montag bis Donnerstag 9-15, Freitag 9-14 Uhr) sowie zusätzlich samstags und sonntags von 14-17 Uhr besucht werden.
Zur wissenschaftlichen Begleitung der Biennale lädt die 11. Internationale Waldkunst-Konferenz ein: Freitag, 21. August, von 12-17 Uhr im Schader-Forum, Goethestraße 1. Mit drei Keynote-Vorträgen und vier Dialogen zwischen Künstler*innen und Expert*innen vertieft die Konferenz das Thema.
Am Standort Grube Messel, der bereits zum vierten Mal den Waldkunstpfad mit „Kunst Wald Fossil“ in die Umgebung hinein erweitert, sind drei neue Kunstwerke hinzugekommen: „Space Time Capsule – Messel” von Emanuela Camacci, von Waltraud Munz-Heiliger ein weiteres „Waldbaum-Mikado” und „Es flüstert Stille Ewigkeit“ von Regina Frank. Damit erhöht sich der Waldkunstbestand am Ausgrabungsort auf nunmehr 12 Objekte.
Der Internationale Waldkunstpfad verfügt über kein festes Budget. Der Verein ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. In diesem Jahr gab es erstmals ein Crowd-Funding mit der Volksbank Darmstadt Mainz, das am 20. Juli erfolgreich endete.
Der Verein für Internationale Waldkunst ist der Vielzahl an Kooperationspartnern dankbar, darunter HessenForst Darmstadt, der UNESCO Global Geopark Bergstraße-Odenwald, das UNESCO Welterbe Grube Messel und die Schader Stiftung. Finanziell unterstützt und gefördert wird die Biennale unter anderem von folgenden Organisationen: Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Wissenschaftsstadt Darmstadt, World Design Capital 2026, Entega Stiftung, Sparkasse Darmstadt und Dieburg, Jubiläumsstiftung der Sparkasse Darmstadt, HEAG Kulturfreunde, Soroptimist Club Darmstadt und Inner Wheel Darmstadt, Kultursommer Südhessen, Hele Avus Stiftung.
Hintergrund
Der Internationale Waldkunstpfad in Darmstadt wurde 2002 ins Leben gerufen. Bisher haben 221 Künstler*innen aus 45 Ländern 374 Kunstwerke für die 18 Waldkunstpfade in Darmstadt, in den USA, in China und Österreich geschaffen.
In der Vergangenheit zählte die weltweit beachtete Biennale ca. 30.000 Besucher*innen während der Laufzeit und 130.000 bis 150.000 Besucher*innen im ganzen Jahr. Annähernd 200 Führungen, Workshops, Veranstaltungen fanden statt, an denen sich mehr als 15.000 Besucher*innen auf dem Waldkunstpfad und im Waldkunstzentrum beteiligten.
Aus den vergangenen Jahren sind noch 42 Kunstwerke im Forstrevier Böllenfalltor erhalten.
Weitere Infos: www.waldkunst.com/internationaler-waldkunstpfad
Quelle: Verein für Internationale Waldkunst e. V.





















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