Gartenprojekt: Erde für fehlendes Wasser

Sonntag, den 09. August 2026 um 09:31 Uhr Gut zu wissen - Gartenlust & Flügeltiere
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Vogelsberger Land: Blickrichtung Abendsonne (c) HESSENMAGAZIN.de
Vogelsberger Land: Blickrichtung untergehende Abendsonne (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hoher Vogelsberg] Das Bundesamt für Naturschutz bescheinigt offiziell unserem hessischen "Basaltmittelgebirge eine große floristische und faunistische Artendiversität, insbesondere naturnahe Sumpf- u. Quellwälder, Waldmeister-Buchenwald, blockreiche Laubmischwälder, kleine Hoch- u. Übergangsmoore sowie großflächig artenreiches Extensivgrünland." Wohlgemerkt dem Hohen Vogelsberg, genauer gesagt: dem 3861.36 ha großen FFH-Gebiet mit der Nummer 5421-302.

Selbst nachlesen: www.bfn.de/natura-2000-gebiet/hoher-vogelsberg <-KLICK

Wo das Mosaik schutzwürdiger Biotope liegt, können Sie über den Natura 2000 Viewer herausfinden: HIER <-KLICK.
(Nach der Anzeige des kompletten Vogelschutzgebietes Vogelsberg -> eingeben: Hoher Vogelsberg - DE5421302)

Der Natura‑2000‑Viewer ist eine offizielle Internetseite mit Karte, auf der man Schutzgebiete der EU sieht: Man gibt oben den Namen oder Code ein, das Gebiet erscheint auf der Karte, und seitlich stehen die wichtigsten Infos zu Arten, Lebensräumen und Größe. Gepflegt werden diese Angaben einmal pro Jahr von der Europäischen Umweltagentur (EEA) im Auftrag der Europäischen Kommission mit Daten, die von den Mitgliedstaaten gemeldet werden.

Doch ab diesem Jahr könnte einiges anders werden

Aufgrund fehlenden Regens und übermäßiger Hitze verdorrt das Land und Gewässer fallen trocken. Brände - nicht nur im Wald, sondern inzwischen auch im Offenland - tun ein Übriges dazu, die Natur zu zerstören. Viele Leute nehmen die Lage aber nicht wahr, weil der Vorgang schleichend verläuft und das Ausmaß noch nicht überall sichtbar ist.

Die ökologische Schädigung ist jedoch längst im Gang, auch wenn große Teile der Bevölkerung sie noch nicht erkennen: So wird noch immer übereifrig Rasen gemäht, die Hecke gestutzt und der Garten mit Trinkwasser gegossen. Und das, trotzdem alles knistert und raschelt, was aus dem betonharten Boden herausschaut.

Wir haben vorausschauend ein angepasstes Gartenprojekt begonnen

Aller Anfang ist schwer: Start unseres Gartenprojektes (c) HESSENMAGAZIN.de
Aller Anfang ist schwer: Start unseres Gartenprojektes (c) HESSENMAGAZIN.de

Als die Boden noch brachlag im März 2026 <-KLICKmal haben wir erste Informationen gesammelt über klimaresistente heimische Pflanzen und sie für unseren Standort auf rund 600 Höhenmetern auch teilweise schon gekauft.

Gleichzeitig trudelten von allen möglichen Organisationen Hinweise und Ratschläge zum Thema ein, die wir unter "Gartenlust & Flügeltiere" schon die ganze Zeit sammeln: www.hessenmagazin.de/2024-03-02-13-08-09.html <-KLICK.

Nach dem letzten Schnee und einer längeren Regenzeit, die unsere Wassercontainer <-KLICKmal bis zum Überlaufen füllte, erwachte zu unserem großen Erstaunen der Gartenboden auf einmal zu neuem Leben.

Fasziniert beobachten wir die ersten "Flattertiere", die sich in immer größerer werdender Anzahl nach und nach bei uns einfanden: Edler Besuch in der Gartenwildnis <KLICK.

Gekaufte Pflanzen auf dem "Wartebänkchen" (c) HESSENMAGAZIN.de
Gekaufte Pflanzen vor dem Haus auf dem "Wartebänkchen" (c) HESSENMAGAZIN.de

Um diese Vielfalt zu fördern, hieß es für uns erstmal "Füße und Hände stillhalten", und bis September unsere schon vorhandenen Pflanzen irgendwie mithilfe von Sonnenschirm und Regenwasser über die vielen Hitzetage dieses Sommers zu kriegen. Wir entschlossen uns, alle bis dahin erstmal in größere Töpfe mit guter passender Erde zu setzen.

Das allerdings bedeutet, einen gärtnerischen Lehrgang per Google-Studium zu machen, um zu verstehen, wie "Substrate" für so eine Art Kultur gemischt werden, welche Art Dainage sein muss und wie bzw. wann gedüngt wird - und zwar für jede einzelne Pflanze: Eine zeitraubene Angelegenheit, da die KI-Unterstützung teilweise echt Kurioses lieferte.

Im Gartenmarkt bestellt und abgeholt: Erden etc. (c) HESSENMAGAZIN.de
Im Gartenmarkt bestellt und abgeholt: Erden etc. (c) HESSENMAGAZIN.de

Im Gartenmarkt bestellten wir schließlich die benötigten Erden und Materialien und holten sie ab. Der Ehrgeiz packte uns endgültig, als wir einen der letzten Obstbäume zu einem günstigen Preis „retten“ konnten. Die ersten Himbeeren hatten wir bereits geerntet, und die Heidelbeersträucher lieferten ebenfalls Essbares – ein kleiner, aber motivierender Erfolg.

Neues in Blühlaune: Hibiscus & Co. (c) HESSENMAGAZIN.de
Neues in Blühlaune: Hibiscus & Co. (c) HESSENMAGAZIN.de

Die zuerst gekauften Pflanzen haben durch das längere Herumstehen teilweise gelitten; einige sind geschwächt, andere zeigen bereits Blattschäden. Zu unserer eigenen Freude haben wir uns deshalb in paar neue Blühpflanzen besorgt, die sofort Farbe und Leben in den Garten bringen. Sie "gedulden" sich nun in großen Mörtelkübeln, die wir preiswert im Baumarkt besorgt haben. Trotz der anhaltenden Trockenheit – in der selbst Ameisen und Schnecken kaum zu sehen sind – stehen sie dort stabil, bekommen Schatten und täglich Gießwasser aus den Regenwasser-Containern.

To be continued ... Küssend

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de