Detektionssystem: Der Spion für die Mülltonne

Donnerstag, den 23. März 2023 um 06:57 Uhr News Ticker - Aktuelles
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Biotonne - Symbolbild (c) HESSENMAGAZIN.de[Landkreis Fulda] Um die Qualität des Bio-Mülls weiter zu verbessern, setzt die Abfallwirtschaft des Landkreises Fulda auf ein Detektionssystem. Nach der jetzt abgeschlossenen Testphase wird das Detektionssystem ab 27. März 2023 alle Bio-Tonnen im Landkreis Fulda auf Fremdstoffe überprüfen. Damit startet auch eine sechswöchige Informationsphase: Wenn andere Abfälle als Bioabfälle in der Tonne erkannt werden, kennzeichnen die Müllwerker die falsch befüllten Bio-Tonnen mit der „Gelben Karte“.

Bioabfall ist ein sehr hochwertiger Rohstoff. Voraussetzung ist, dass er ohne Fremdstoffe gesammelt und in den Verwertungsprozess gegeben wird. So entsteht wertvoller Kompost, der wieder dem Naturkreislauf zur Verfügung gestellt wird oder auch Bio-Erdgas für die Energieversorgung.

Die Karte weist darauf hin, dass die Tonne künftig nicht mehr geleert wird, wenn sie weiterhin falsch befüllt ist (c) Lisa Laibach
Die Karte weist darauf hin, dass die Tonne künftig nicht mehr geleert wird, wenn sie weiterhin falsch befüllt ist (c) Lisa Laibach

Durch die Vermischung mit anderen Abfällen wird der Bioabfall jedoch unbrauchbar. Leider finden sich in vielen Bio-Tonnen immer noch andere Abfälle wie Plastiktüten, Kunststoffabfälle, Gläser, Dosen, Windeln, Elektrogeräte und sogar Hausmüll. So ist eine hochwertige Verwertung von Bioabfällen unmöglich.

Deshalb werden ab 27. März 2023 alle Bio-Tonnen im Landkreis Fulda bei jeder Leerung mit einem automatischen Erkennungssystem auf Fremdstoffe überprüft, um die notwendige Qualität der Bioabfälle und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen zu können.

„Wenn Sie eine gelbe Karte an Ihrer Tonne hängen haben, achten Sie in diesem Fall bitte ganz besonders darauf, künftig ausschließlich Bioabfälle in die Bio-Tonne zu geben“, erklärt der Zweckverband Abfallsammlung für den Landkreis Fulda. Die "Gelbe Karte" weist darauf hin, dass die Tonne künftig nicht mehr geleert wird, wenn sie weiterhin falsch befüllt ist. Die betroffenen Haushalte haben dadurch die Möglichkeit, gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Bioabfallsammlung umzusetzen, sodass die Bio-Tonne auch weiterhin geleert werden kann.

Ab 8. Mai 2023 werden falsch befüllte Bio-Tonnen, in denen das Detektionssystem Fremdstoffe festgestellt hat, mit der "Roten Karte" gekennzeichnet und nicht mehr geleert. Es besteht dann die Möglichkeit, die Fremdstoffe zu entnehmen und die richtig befüllte Bio-Tonne bei der nächsten regulären Bioabfallsammlung wieder bereitzustellen.

Alternativ ist es auch möglich, die falsch befüllte Bio-Tonne im Rahmen der Restmüllabfuhr leeren zu lassen. Hierfür muss eine spezielle gebührenpflichtige Banderole bei der örtlich zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung erworben werden. Die Banderole ist an der Griffleiste der Bio-Tonne anzubringen. Die Tonne darf dann bei der nächsten Restmüllabfuhr bereitgestellt werden und wird als Restabfall geleert. Die Gebühr für die Banderolen beträgt für eine 120 Liter Bio-Tonne 20 Euro und für eine 240 Liter Bio-Tonne 25 Euro.

Das gehört in die Bio-Tonne

Küchenabfälle
Kaffee-/ Teesatz, Filtertüten, Teebeutel, Speise-/ Lebensmittelreste, Brot, Gebäck, Obst-/ Gemüse-/ Salatreste, Kartoffel-/ Eier-/ Nussschalen

Gartenabfälle

Rasen-/ Baum-/ Strauchschnitt, Laub, Fallobst, Moos, Blumen und Pflanzen (ohne Erde)

Sonstige organische Abfälle

Schnitt-/ Topfblumen (ohne Topf / Erde), Zeitungspapier zum Einwickeln von Essensresten, benutztes Küchenpapier, Papiertücher

Das gehört nicht in die Bio-Tonne

Verpackungen aus Kunststoff, Metall oder Glas, Straßenkehricht, Sand, Steine, Erde, Katzenstreu, Staubsaugerbeutel, Bauschutt, Asche, Zigarettenkippen, Windeln, Tampons, Binden, behandelte Hölzer (lasiert, lackiert, imprägniert u.ä.)

Quelle Text: Landkreis Fulda