Touristen im Land der strohgelben Wiesen

Samstag, den 15. August 2026 um 06:24 Uhr News Ticker - Aktuelles
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Blick über den Vogelsberg in Richtung Westen (c) HESSENMAGAZIN.de - 3000 px, 150 dpi
Blick über den Vogelsberg in Richtung Westen (c) HESSENMAGAZIN.de - 3000 px, 150 dpi

[Vogelsberg] Es geht die Mär, der Vogelsberg hätte einen Fuß :-) Doch die hügelige Hochebene - seit Ewigkeiten abgetragen durch Wind und Wetter - verläuft sanft in alle Richtungen. Das Mittelgebirge Vogelsberg ist kein Kegel, kein Massiv mit Steilhängen, kein Solitärberg. Auf kleinen Karten wirkt es wie ein kompakter Block. Und in der Realität ist es ein ausgedehntes Plateau mit wenigen tiefen Einschnitten, wodurch der Abwärtsblick in die Ferne die Ausnahme ist.

Von diesem Parkplatz HIER <-KLICK aus könnten Sie bei klarem Wetter trotzdem aus der Höhe von rund 600 Metern hinab bis nach Gießen schauen. Die Stadt bietet jedoch keine markante Skyline wie Frankfurt und hebt sich deswegen kaum von der Umgebung ab. Einzig erkennbar wäre möglicherweise der Schiffenberg mit 281 Höhenmetern. Die Silhouette ist aus größerer Entfernung allerdings nur eingeschränkt wahrnehmbar, da sein Höhenrücken breit ausläuft und ebenfalls keine steilen Flanken aufweist. Sichtbar wird er höchstens durch das Kloster Schiffenberg, das dort auf dem Plateau liegt und als kulturhistorischer Orientierungspunkt dient, doch sich nicht deutlich vom Hintergrund absetzt.

Was Sie auf dem Handyfoto trotzdem erkennen können: Zwischen Vogelsberg und Gießen liegen mehrere flach abfallende Geländerücken, Waldzonen und Reliefwellen bis hinunter auf rund 200 Höhenmeter. Hinter Gießen öffnet sich in dieser Sichtachse keine auffällige Silhouette, sondern eine weite Ebene, die topografisch kaum Signale setzt. Dahinter ist ein hügeliger Horizontstreifen auszumachen: der Taunus, dessen Höhenzüge aus dieser Distanz von rund 50 km jedoch nicht als Einzelberge zu erkennen sind.

Der Dunst über der Gegend markiert die untere Warmzone. Während es in Gießen in der Regel deutlich wärmer bleibt, kühlt es auf den über 600 Meter hohen Vogelsberger Höhen spürbar ab. Die Temperatur sinkt mit der Höhe typischerweise um mehrere Grad – ein Effekt, der sich an klaren Tagen besonders bemerkbar macht - zusätzlich durch nächtliche Auskühlung verstärkt.

Am Wochenende zieht es deswegen erfahrungsgemäß zahlreiche Ausflügler in den Vogelsberg. Viele Besucher kommen aus dem Gießener Raum, der Wetterau oder aus dem Rhein‑Main‑Gebiet, um die Höhenlagen zu nutzen – sei es zum Wandern, für Radtouren oder einfach wegen der spürbar kühleren Temperaturen... und das oft schon am Freitag ab mittags.

So what.

Damit Sie selbst mal über das Land sehen können, haben wir heute ausnahmsweise unser Artikelbild zum Anzeigen nur temporär auf die üblichen 600 Pixel geschrumpft. (Original ist es noch 3000 Pixel breit und macht die Seite etwas lahm :-)

Laden Sie also die Fotodatei am Laptop in ein neues Browserfenster oder kopieren Sie sie in ein Grafikprogramm zum Anschauen. Auf dem Smartphone öffnen Sie das Bild in einem neuen Tab oder halten Sie den Finger kurz darauf und wählen „Bild anzeigen“. Danach können Sie es heranzoomen, bis die volle Breite sichtbar ist.

Sie sehen nun (leicht pixelig) ein paar Häuser, viele Windräder, die strohgelben Wiesen sowie im Vordergrund verdorrte Bäume ...

Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum von allen Seiten vor der "Waldbrandgefahr" gewarnt wird: Die aktuelle Situation verlangt besondere Aufmerksamkeit. Doch Brandschutz beginnt nicht erst im Wald, sondern überall dort, wo trockene Vegetation und mögliche Zündquellen zusammentreffen - auch im eigenen Garten und vor der Haustür ... und auf strohtrockenen Wiesen!


In Hessen gilt derzeit die Alarmstufe A wegen anhaltend hoher Waldbrandgefahr. Der Waldbrandgefahrenindex und der Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes erreichen in Teilen der Region Stufe 4 von 5. Damit besteht eine hohe Gefahr für Wald- und Vegetationsbrände.

Offenes Feuer ist im Wald grundsätzlich immer verboten. Grillen ist nur an ausdrücklich ausgewiesenen und aktuell freigegebenen Grillstellen zulässig. Aufgrund der gegenwärtigen Gefahrenlage können Grillplätze und Feuerstellen durch die zuständigen Städte, Gemeinden und Forstbehörden gesperrt werden. Solche Sperrungen sind unbedingt zu beachten.

Warum ein kleiner Funke ausreichen kann

Besonders leicht entzündlich sind trockenes Gras, dürres Laub, Nadeln und kleine Zweige. Eine glimmende Zigarette, heiße Grillkohle, Funkenflug oder ein heißes Fahrzeugteil kann das Material entzünden. Wind versorgt das Feuer mit zusätzlichem Sauerstoff, treibt es durch die trockene Vegetation und kann Glutteilchen weitertragen. Ein zunächst kleiner Brand kann dadurch innerhalb kurzer Zeit auf Hecken, Gehölze oder Waldflächen übergreifen.

Besonders schnell können sich Brände in trockenem Gras ausbreiten. Es entzündet sich leichter als stärkere Äste oder Stämme und bildet häufig eine zusammenhängende Brennstoffschicht. So kann ein Feuer vom Wegrand, einer Böschung oder einer trockenen Wiese auf Gebüsche und Waldränder übergreifen.

Wichtig zu wissen

Die besondere Aufmerksamkeit sollte nicht am Waldrand enden: Auch zu Hause unnötige Zündquellen vermeiden!

Trockene Vegetation existiert jetzt auch in Gärten, auf Grundstücken, neben Terrassen und vor der eigenen Haustür. Auch dort finden sich vertrockenetes Gras, dürre Stauden, Laub, Hecken oder andere leicht entzündliche Materialien.

Deswegen sollten Kerzen, Feuerschalen, Gartenfeuer und ähnliche offene Flammen derzeit nicht entzündet werden. Zigaretten dürfen weder vom Balkon noch im Garten oder am Straßenrand weggeworfen werden. Grillkohle und Asche müssen vollständig abgelöscht sein und dürfen erst nach vollständiger Abkühlung in einem nicht brennbaren Behälter entsorgt werden.

Und bei Wind, großer Trockenheit oder unklaren Sicherheitsbedingungen sollte besser auf das Grillen verzichtet werden!

Waldbesuche umsichtig planen

Wo keine behördliche Sperrung besteht, kann der Wald an heißen Tagen Erholung und eine gewisse thermische Entlastung bieten. Dennoch sollte man Wegelänge und Tageszeit an die Witterung anpassen und auf Sonnenschutz achten. Wer anderen Menschen begegnet, die erschöpft, desorientiert oder gesundheitlich beeinträchtigt wirken, sollte Hilfe anbieten oder bei Bedarf den Rettungsdienst verständigen.

Die Trockenheit kann außerdem die Gefahr erhöhen: Abgestorbene Äste und geschädigte Baumteile können unvermittelt herabfallen. Bei auffrischendem Wind oder Gewitter sollte der Wald also nicht betreten beziehungsweise möglichst zügig verlassen werden. Absperrungen sind unbedingt zu beachten.

Quelle Text: Naturpark RheinTaunus


PS: Verwenden dürfen Sie unser Foto übrigens aufgrund von Urheberrechten natürlich nicht. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung sogar strafbar. Die Inhalte unseres Onlinemagazins dienen nur der persönlichen Information, Weitergabe und Nutzung sind nicht gestattet!

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de