[Deutschland] Die Petition von Digitalcourage fordert, das Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang ausdrücklich im Grundgesetz zu verankern. Hintergrund ist, dass immer mehr alltägliche Angebote – von Fahrkarten über Arzttermine bis zu Behördendiensten – ausschließlich digital funktionieren. Wer kein Smartphone besitzt, keine Apps installieren möchte oder aus Alters‑, Gesundheits‑ oder sozialen Gründen keinen Internetzugang hat, wird zunehmend ausgeschlossen.
Laut Statistischem Bundesamt haben allein unter den 16‑ bis 74‑Jährigen rund 2,1 Millionen Menschen in Deutschland das Internet noch nie genutzt.
Digitalcourage kritisiert, dass „Digital Only“-Strategien der Politik diese Gruppen benachteiligen und fordert daher eine Ergänzung von Artikel 3 GG, wonach niemand wegen der Nichtnutzung digitaler Zugangswege diskriminiert werden darf.
Die Petition, die inzwischen über 65.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner hat, wurde fraktionsübergreifend im Bundestag entgegengenommen; anschließend führt Digitalcourage Gespräche im Bundesministerium für Digitales.
Digitalisierung soll den Menschen dienen, nicht zur Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe werden.
Quelle: digitalcourage.de