Internet III: Robin Hood lebt in Anonymous weiter

Freitag, den 20. Januar 2012 um 06:34 Uhr Gut zu wissen - Recht, Unrecht & Internet, Computer
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Rache für die Schließung des Filehosters Megaupload und die Festnahme ihrer "Drahtzieher"?

ANONYMOUS Demo in Hamburg: Protest gegen Scientology (c) Mbdortmund / WikimediaCommons
ANONYMOUS Demo in Hamburg: Protest gegen Scientology (c) Mbdortmund / WikimediaCommons

[Hessen - Internetwelt] Wer kennt ihn nicht, den Held des späten Mittelalters: Robin Hood. Er startete als einfacher Wegelagerer, der hauptsächlich Habgierige und Reiche beraubte und dann in den Balladen des 19. Jahrhundert und in Filmen des 20. Jahrhunderts sich zum Retter der Benachteiligten wandelte. Seine Nachfolge treten heuer im 21. Jahrhundert Netzaktivisten an, die sich als ANONYMOUS zu erkennen geben. Als kürzlich die USA die Datentauschplattform Megaupload schlossen und am 19.01.2012 vier ihrer Betreiber wegen Internetkriminalität, sprich: massiver Urheberrechtsverletzungen, in Neuseeland festgenommen wurden, legte die Gruppe daraufhin anscheinend (who knows...) die Internetseiten des FBI und des US-Justizministeriums eine Zeit lang lahm.

Listenreichtum, Verstecke und Verkleidung plus gekonnter Umgang mit "Waffen"

Bei öffentlichen Auftritten gegen Vergeltung mit Masken geschützt, führen die Mitglieder von Anonymous einen unblutigen Krieg. Sie greifen im Web mit DoS (Denial of Service = absichtlich herbei geführten Serverüberlastungen) ein, um Dienste / Internetseiten und Rechnernetze zu blockieren oder bei Sicherheitslücken gekonnt zu hacken.

Kampf gegen "Obrigkeit", Zensoren und Diktatoren - Attacken gegen Internetseiten

In der Geschichte des Internets machte sich "anonymus" schon früher als Benutzer einen (anonymen) Namen. Auf manchen öffentlichen Servern kann man sich bis heute noch traditionell auf diese Weise anmelden. Daraus abgeleitet entstand das Kollektiv der Namenlosen "Anonymous". Unter diesem Decknamen protestieren und agieren Einzelne sowie manche als Gruppe u. a. für die Unabhängigkeit des Internets. Das beinhaltet auch Aktionen gegen staatliche Institutionen, internationale Konzerne und Organisationen wie Scientology - vornehmlich mit Hackerangriffen. Die Liste der Operationen ist lang, man macht auch vor Drogenkartellen und Geldinstituten nicht halt.

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia beschränkte sich dagegen beim Protest gegen mögliche Zensuren durch Gesetze auf die Abschaltung der eigenen Seite - wenigestens einen Tag lang :-)

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