Projektvorstellung von Blühflächenpatenschaften

Donnerstag, den 06. Juni 2019 um 13:31 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Am Acker: Landwirt Steffen Bernhard (links) und NABU-Vorstand Harald Bernd vor der aufgehenden Saat (c) Privat[Wetterau] Im Rahmen der „Aktionswochen gegen das Insektensterben“ besuchten am Samstagnachmittag, den 01.06.2019, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Paten der Blühflächen und Mitglieder der NABU Gruppe Friedberg die zukünftige Bienenweide des Landwirtschaftlichen Betriebs Bernhard in Dorheim. 70 Friedberger Bürger, Vereine und Unternehmen hatten sich dort mit je 50 Euro pro 100 qm als Unterstützer der Acker-Blühfläche auf dem Roten Berg am Radweg zwischen Bauernheim und Dorheim/Beienheim beteiligt.

Auf etwas über 7000 Quadratmetern brachte Familie Bernhard eine mehrjährige Saatgutmischung für mehr als 20 Pflanzenarten aus, die Insekten und Wildtieren einen sicheren Lebensraum zwischen den anderen Feldern bieten soll.

Der Acker wurde von seinen Besitzern und Initiatoren der Aktion am 20.04.2019 eingesät und gewalzt (c) Familie Bernhard
Der Acker wurde von seinen Besitzern und Initiatoren der Aktion am 20.04.2019 eingesät und gewalzt (c) Familie Bernhard

Nektar- und Futterpflanzen für Insekten

Kooperation mit dem Imkerkreisverein Wetterau und dem Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt

Harald Bernd vom NABU erklärte, man wolle über die Veranstaltung mit Landwirten, die sich gegen das Insektensterben einsetzen, ins Gespräch kommen. „Wir können die Natur nicht gegen die Landwirtschaft, sondern nur mit der Landwirtschaft schützen.“ Landwirt Steffen Bernhard begrüßte dies. „Gerade die Landwirtschaft ist an einer gesunden Flora und Fauna interessiert. Nur so können wir gesunde Nahrungsmittel produzieren.“

Im Anschluss an die Besichtigung des Ackers diskutierten rund 20 Teilnehmer angeregt über die Ursachen und eine sinnvolle Bekämpfung des Insektensterbens. Immer wieder wurde der Anteil der Landwirtschaft angesprochen. Bernhard wehrte sich gegen eine einseitige Schuldzuweisung: „Selbstverständlich greift die Landwirtschaft in die Natur ein. Das kann aber nicht die Hauptursache für das Insektensterben sein, das wir momentan erleben.“ Er glaube an eine flächendeckende Ursache, da auch nichtlandwirtschaftlich genutzte Flächen betroffen seien. Einig war man sich jedoch, dass die Kommunen und Städte wesentlich mehr in die Verantwortung zu nehmen seien, ebenso müssten die Bürger ihren Anteil leisten.

Quelle: Familie Bernhard und Harald Bernd