Strahlung und Klimawandel geht alle an, die es verstehen (sollen?)

Dienstag, den 17. Mai 2011 um 00:00 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Schauen ins Land (c) HESSENMAGAZIN.de[Hessen] Im März 2011 gab es einen internationalen Tag der Meteorologie (Wetterkunde). Das Thema war vor allem unser Klima und dessen Wandel zu den weltweit zehn wärmsten Jahren seit Aufzeichnungsbeginn im Zeitraum 1998 bis 2010. Es sollte nicht einfach so gesagt werden: "Bald wachsen in Mitteldeutschland Oliven und Zitronen." Das wäre nicht wissenschaftlich und würde doch nur Gegenfragen auslösen: "Oh, ab wann denn?"

Seither ist es möglich, in direkter Zusammenarbeit mit anderen Wetterdiensten Daten zusammenstellen - auch hinsichtlich der Ausbreitung von Radioaktivität aus den havarierten Kernkraftwerken in Japan. Jede einzelne Messung ist innerhalb einer Stunde weltweit verteilt und zum Abgleichen gespeichert.

Doch der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht keine Radioaktivitätsmesswerte, er lässt stattdessen verlautbaren, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiere über Radioaktivität.

"Der Deutsche Wetterdienst überwacht in Deutschland rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr die Radioaktivität in der Luft und im Niederschlag. Die Messdaten werden an das Bundesamt für Strahlenschutz weiter geleitet. Der DWD ist nur für das Messen und Berechnen möglicher Ausbreitungen zuständig.

Veröffentlicht werden alle Daten ausschließlich vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), da nur diese Behörde des Bundesumweltministeriums über die Experten verfügt, die solche Messergebnisse bewerten und einschätzen können. Alle Messungen sowie die entsprechenden Ausbreitungsrechnungen werden an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das BfS weitergeleitet. Das BfS veröffentlicht diese Messerergebnisse im Internet unter www.bfs.de/de/ion/imis/aktuell " <-KLICK.

Es gibt zu viele unnötige Informationen und fremde Worte / Abkürzungen wie z. B. ODL (Gamma-Ortsdosisleitung), mit denen wir nichts anfangen können!

IMIS ist ein System, das misst und informiert. Aber wie ehedem in der Schule kümmert sich niemand darum, ob die Informationen / Daten verständlich aufbereitet werden. Bei der Flut von Worten ist die Folge, dass man selbst bei intensivem Studium der BfS-Seiten nicht realistisch einschätzen kann, ob Gefahren für uns bestehen.

"Die Messstation des BfS auf dem Schauinsland bei Freiburg hat geringe Konzentrationen an Xenon-133 und Jod 131 im Mikro-Becquerel-Bereich in der Atmosphäre erfasst (Jod: 60 Mikro-Becquerel pro Kubikmeter Luft). Diese geringen Spuren können gemessen werden, weil das BfS auf dem Schauinsland bei Freiburg eine Messstation eines internationalen Netzwerkes von Einrichtungen zur Überwachung des Kernwaffenteststoppabkommens betreibt, die darauf spezialisiert sind, geringste Spuren an radioaktiven Stoffen zu messen."

Dazu wird man noch weiter verwiesen: "Auf http://odlinfo.bfs.de/ können außerdem die jeweils aktuellen Messwerte von etwa 1800 Sonden aufgerufen werden, mit denen das BfS die Radioaktivität in ganz Deutschland überwacht. Die jetzt auf dem Schauinsland gemessenen Spuren sind allerdings so gering, dass sie voraussichtlich nicht zu einer Erhöhung der Ortsdosisleistung führen werden, die innerhalb der ohnehin bestehenden Schwankungen erkennbar wäre. Daher ist nicht damit zu rechnen, dass die bundesweit verteilten ODL-Sonden nun erhöhte Messwerte anzeigen."

Noch mehr kann man sogar recherchieren bei der "Messstation für atmosphärische Radioaktivität Schauinsland - aktuelle Messwerte" <-KLICK.

Aber davon wird man auch nicht schlauer - nur verwirrter!

Quellen: Pressemitteilungen des DWD, Zitate: oben genannten Webseiten + Recherchen der Redaktion (bm)