Umdenken: Der Boden unserer Erde ist kein Dreck

Montag, den 16. Juni 2014 um 08:51 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Kornfeld: Beleg für gesunde Landwirtschaft? (c) HESSENMAGAZIN.de[Hessen - Deutschland im Juni 2014] Korn wächst heran, auf einem Feld - so weit das Auge recht. In unseren Köpfen ist das immer noch ein Beleg für gesunde Landwirtschaft. Doch wer genau hinschaut, sieht, dass der Boden vertrocknet, ausgelaugt und vergiftet ist. Eine "gute" Ernte wird per Dünger und Pestizid erzwungen. Damit ruinieren "konventionell" arbeitende Landwirte die fruchtbare Humusschicht. Eine Spirale, die sich zuzieht, bis die Felder "übernutzt" sind und die Qualität des Bodens fatale Ausmaße annimmt.

Das organische Ökosystem der Erde wird bei der Nutzung als Ackerland mit dem Einsatz von schweren landwirtschaftlichen Maschinen (Bodenverdichtung), Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmitteln (Gifte) zerstört. Was als "Krume" noch übrig ist, wird durch Wind weg geweht und durch Regen fort gewaschen. Erosion nennt man das, wenn ungeschützter Boden abgetragen wird.

Da reißt die Erde: Erosion unter dem Kornfeld (c) HESSENMAGAZIN.de
Da reißt die Erde: Erosion unter dem Kornfeld (c) HESSENMAGAZIN.de

Schlagworte wie Umweltpolitik, Energie-Ethik, Klimaschutzprojekte und das Wort "Nachhaltigkeit" fallen uns ein. Dann, ein Hoffnungsstreifen am Horizont: 2012 fand die erste "Global Soil Week" in Berlin statt.

2013 die zweite - Zitat: "Um das Augenmerk auf die endliche und vergessene Ressource Böden zu lenken und Wege für ein nachhaltiges Management zu eröffnen, treffen sich auf der Global Soil Week Akteure aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus aller Welt. Unter dem diesjährigen Motto ‚Bodenlose Zukunft?‘ wird diskutiert, welche Veränderungen angestoßen werden müssen, um verantwortungsvolles politisches Handeln im Landbereich sicherzustellen. Dabei werden die Teilnehmer einen gemeinsamen Aktionsplan erarbeiten." (Quelle: http://www.umweltbundesamt.de/themen/global-soil-week-2013)

Links Gras, das zu Heu verarbeitet wird, rechts das gedüngte Kornfeld (c) HESSENMAGAZIN.de
Links Gras, das zu Heu verarbeitet wird, rechts das gedüngte Kornfeld (c) HESSENMAGAZIN.de

Themen der ersten Global Soil Week waren der massive Verlust von fruchtbaren Böden weltweit durch Bodenerosion, veränderte Flächennutzungen (Verstädterung), Flächenversiegelung, Versteppung, Wüstenbildung usw. Es kamen etwa 400 Teilnehmer aus der ganzen Welt. (Quelle: Wikipedia)

Jedoch: Bisher hat sich noch nicht viel geändert

Bis der Landwirt aus unserer Region von den dringend notwendigen Änderungen hört, lassen Sie besser beim Spazieren gehen an solchen Stellen Ihren Hund nicht aus Pfützen am Feldrand trinken und kein Gras fressen. Was gegen Käfer und Larven wirkt, tut keinem Lebewesen gut. Wir als Menschen, die am Ende der jeder Nahrungskette stehen, wundern uns möglicherweise irgendwann über plötzlich auftretende Unverträglichkeiten. Hatte die Kuh, deren Schnitzel, Milch oder Käse wir aßen, vielleicht zu viel Gras vom Feldrand gefressen?

Sich selbst noch weiter schlau machen: HIER <-KLICK