Wo die Milch herkommt: Schulbauernhöfe in Oberhessen

Samstag, den 13. Juli 2013 um 06:00 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Grassilage: Andrea Rahn-Farr erklärt Schülerinnen und Schülern das Grundfuttermittel der wiederkäuenden Kühe (c) Wetteraukreis[Wetterau - Hessen] Auch in ländlichen Regionen weiß nicht jede Kind, wo unsere Nahrungsmittel herkommen oder wie sie weiterverarbeitet werden. Vor einigen Jahren haben sich deshalb einige landwirtschaftliche Betriebe zusammengeschlossen, die Schülerinnen und Schülern die praktische Landwirtschaft näher bringen wollen. Da gibt es viel zu erleben, zum Beispiel beim Milchviehbetrieb der Familie Rahn-Farr in Rinderbügen und bei Familie Schmück in Büdingen.

Auf dem Hof von Andrea und Karsten Rahn-Farr leben rund 400 Milchkühe samt ihren Kälbern. Viele Kinder staunen, wenn sie erfahren, dass eine Kuh rund 70 Liter Wasser täglich trinkt. Das sind sieben große Wassereimer, die sie benötigt, um aus dem Futter, der säuerlich riechenden Gras- und Maissilage, Milch herzustellen. Das Kraftfutter ist ganzen Winter über haltbar und durch die Milchsäurebakterien sehr gesund für die Kühe.

Bei Besuchen von Schulklassen führen Andrea Rahn-Farr, ihr Mann Karsten und Sohn Leon die Schülerinnen und Schüler durch die Stallanlagen. Der letzte große Boxenlaufstall ist neu und sehr luftig gebaut, er hat Windschutznetze an zwei Seiten. „Kühe brauchen keine Wärme, sie fühlen sich bei kühlen Temperaturen am wohlsten“, erklärt Andrea Rahn-Farr. Bald nach der Geburt eines Kalbes werden die Tiere schon wieder gemolken. Bis sechs Wochen vor der nächsten Kalbung. Dann wird sie „trocken gestellt“, das heißt, nicht mehr gemolken, denn „sie braucht jetzt Kraft für das Kalb und die soll sie auch bekommen, damit während der letzten Wochen und bei der Geburt dem Kälbchens nichts passiert“, sagt die Landwirtin.

Anfassen erwünscht bei Familie Schmück in Büdingen

In unmittelbarer Nähe zum Schulzentrum Büdingen liegt der Milchviehbetrieb der Familie Schmück. Auf dem Betrieb von Jungbauer und Landwirtschaftsmeister Peter Schmück und seinen Eltern Gustav und Caroline Schmück leben rund 200 Rinder, Milchkühe mit eigener Nachzucht. Die weiblichen Jungtiere bleiben für die eigene Nachzucht auf dem Hof, die Bullenkälber werden verkauft.

Bei Schmücks geht es bei den Führungen um Themen wie Tierhaltung und -ernährung. Caroline Schmück führt sowohl Kindergartengruppen und Grundschulklassen, sowie Schüler der benachbarten Schulen über den Hof. Wo kommt die Milch her? Woraus besteht sie und warum ist sie gesund? Dies und noch viel mehr wird insbesondere jüngeren Kindern anschaulich erklärt. Hier ist Anfassen erlaubt und erwünscht.

Die Kinder dürfen beim Füttern der Kälbchen helfen und die Bäuerin zu Bulle, Ochse und Färse befragen. Färse nennt man eine Kuh, die noch nicht gekalbt hat. Auch eine kleine Hofrallye mit Fragen rund um den Hof, sowie das Striegeln der Kühe sind willkommene Programmpunkte. Der Betrieb eignet sich für alle Jahrgangsstufen, insbesondere aber auch für das Heranführen von Kindern im Vorschul- und Grundschulalter an die Themen Landwirtschaft und Ernährung.

Netzwerk nicht nur für Schulen

Die Milchviehbetriebe der Familien Rahn-Farr und Schmück gehören zum Schulbauernhof-Netzwerk Oberhessen des Wetteraukreises. Er ist einer von mittlerweile acht Höfen und einem Kloster, die sich zu diesem Projekt zusammen geschlossen haben, um Schülern die real existierende Landwirtschaft zu zeigen. Dies in aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit und es soll zeigen, wie Landwirtsfamilien heute ihr Auskommen erwirtschaften.

Wenn gleich der Name Netzwerk Schulbauernhof sich eingebürgert hat, heißt es nicht, dass die landwirtschaftlichen Betriebe nur für Schulen ihre Tore und Ställe öffnen. Auch Kindertagesstätten oder Kinder- und Jugendgruppen können sich bei den beteiligten Betrieben. Und auch wer sich zum Natur- und Kulturführer ausbilden lässt, ist willkommen.

Mehr Information unter www.schulbauernhoefe-wetteraukreis.de. Weitere Informationen auch beim Fachdienst Landwirtschaft, Dörte Striebl, Telefon: 06031/83-4216, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Quelle: Wetteraukreis

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