Für die Natur aufs richtige Pferd gesetzt

Donnerstag, den 28. Februar 2013 um 00:00 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Wieder aktuell: Holzrücken mit dem Pferd (c) HESSENMAGAZIN.de
Wieder aktuell: Holzrücken mit dem Pferd (c) HESSENMAGAZIN.de

[Bad-Nauheim / Florstadt] Dass moderne Forstwirtschaft und Arbeitspferde keinen Widerspruch bilden, demonstrierte Ralf Zauner aus Florstadt am Samstag, den 23. Februar 2013, im Wald bei Bad Nauheim. Er belegte, dass es Vorteile bringt, mit Rückepferd und Maschine im Wald zu arbeiten. Forst, Menschen und Tiere profitieren gleichermaßen davon.

Eine echte Attraktion im kalten Winterwald

Zuschauer: Viele wollten zur Forstwirtschaft Genaueres wissen (c) HESSENMAGAZIN.de
Zuschauer: Viele wollten zu dieser Art Forstwirtschaft Genaueres wissen (c) HESSENMAGAZIN.de

Bislang überwiegt in der Forstwirtschaft noch der Einsatz technischen Geräts, obwohl die Arbeit mit Pferden eine sehr gute ökologische Bilanz aufweist. Wo keine großen Maschinen hinkommen, ohne im Wald Schaden anzurichten, sind Pferde zum Holzrücken wieder gefragt. Die Veranstaltung der NABU Umweltwerkstatt Wetterau besuchten nicht nur Pferdefreunde, sondern viele, die an nachhaltiger Forstwirtschaft interessiert sind.

Auch Kinder hörten dem Vortrag gespannt zu (c) HESSENMAGAZIN.de
Auch Kinder hörten Ralf Zauners Vortrag gespannt zu (c) HESSENMAGAZIN.de

Besonders gut funktioniert die Arbeit in Kombination mit einer Maschine auf gefrorenem Boden. Gefällte Buchenstämme bis 500 Kilo ziehen die Tiere aus dem Unterholz zur nächsten Rückegasse. Dort werden sie dann vom "Forwarder" oder "Tragschlepper", einer Forstmaschine mit Greifarm, aufgeladen und abtransportiert. Maschinen müssen oft witterungsbedingt ihre Arbeit einstellen, um zum Beispiel den Boden zu schonen. Mit Pferden kann das ganze Jahr über gearbeitet werden.

Maschine: Transportiert anschließend die Stämme (c) HESSENMAGAZIN.de
Forstmaschine: Transportiert die Stämme an den Waldweg(c) HESSENMAGAZIN.de

Seit einigen Jahren bevorzugt man im Naturschutz und zur Landschaftspflege wieder den Einsatz von Arbeitspferden. Er wird bewusst gefördert. Zugpferde hören auf Kommandos und werden ohne Druck und Peitsche gelenkt. Eine gute Ausbildung bei einem erfahrenen Pferdetrainer für Nutztiere ist die Grundlage dazu.

Buchenstämme am Waldweg: Fertig zum Abtransport (c) HESSENMAGAZIN.de
Buchenstämme am Waldweg: Fertig zum Abtransport (c) HESSENMAGAZIN.de

Die vermehrte Nutzung von traditionellen landwirtschaftlichen Nutztierrassen trägt zudem zur Erhaltung der betreffenden Pferderassen bei. Ganz besonders waren die schweren Kaltblutpferde vom Aussterben bedroht. Doch es wurde erkannt, dass die Verwendungsmöglichkeiten von Arbeitspferden doch sehr umfangreich sind. In naturnahen Landschaftsräumen und zur Pflege von Kulturlandschaften mit hoher Biodiversität ziehen sie jetzt schon wieder Pflüge, pflegen Grünland, transportieren die Ernte und rücken im Wald Holz.


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