[Vogelsberg] Ein Pflegeeinsatz am Hoherodskopf soll seltene Arten schützen: Unterhalb des Hoherodskopfs beginnen jetzt im Oktober umfangreiche Gehölzarbeiten. Auf rund drei Hektar Fläche werden Sträucher und aufkommende Gehölze zurückgeschnitten oder entfernt. Mit dieser gemeinsamen Maßnahme des Naturschutzgroßprojekts Vogelsberg und des Forstamts Schotten sollen wertvolle Offenlandflächen im FFH-Gebiet „Hoher Vogelsberg“ sowie im Naturschutzgebiet „Oberweide bei Breungeshain“ langfristig erhalten werden.
Es ght um zwei besonders schützenswerte Lebensräume des Vogelsbergs: die artenreichen Berg-Mähwiesen und die seltenen Borstgrasrasen. Beide Biotoptypen sind auf eine extensive Bewirtschaftung angewiesen. Bleiben solche Wiesen und Weiden ungenutzt, breiten sich Sträucher und junge Bäume aus und verdrängen die typische Pflanzenwelt.
Durch die Entbuschung erhalten seltene Arten wieder mehr Licht und Raum zum Wachsen. Zu den charakteristischen Pflanzen zählen unter anderem Arnika, Kreuzblume, Blutwurz sowie die Schwarze Teufelskralle. Auch zahlreiche Tierarten profitieren von den offenen Landschaften, darunter der Wiesenpieper und spezialisierte Heuschreckenarten wie der Warzenbeißer.
Die Arbeiten finden bewusst nach der Brut- und Setzzeit statt und berücksichtigen damit den Schutz der heimischen Tierwelt. Nach Angaben von HessenForst leisten die Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der artenreichen Kulturlandschaft am Hoherodskopf.
Quelle Text: Forstamt Schotten
Das Borstgras (Nardus stricta) ist eine charakteristische, horstbildende Grasart. Es bildet dichte, starre und graugrüne bis 30 cm hohe Rasenpolster, die wegen ihrer Struktur umgangssprachlich oft als „Punkerschopf“ bezeichnet werden. (Wikipedia)