[Hessen und Drumherum] Wussten Sie schon, dass manchmal Kühe vom Blitz erschlagen werden? Doch davon erfahren wir Normalbürger im Normalfall nichts. Nun hat der Deutsche Tierschutzbund bei der Obrigkeit nachgefragt. Auf seine Kleine Anfrage teilte die Regierung mit, dass – abgesehen von jährlich rund 500.000 verendeten Rindern – keine Daten zu Schweinen, Hühnern und anderen Nutztieren vorliegen. Der Verband sieht darin ein gravierendes Transparenzproblem und verweist auf Hinweise erheblichen Leidens vieler Tiere vor ihrem Tod. Er fordert eine bundesweite verpflichtende Datenbank, in der alle Falltiere und ihre Todesursachen erfasst werden.
Der Deutsche Tierschutzbund wirft der Bundesregierung vor, keinen Überblick über die Zahl der in der Landwirtschaft verendeten „Falltiere“ zu haben.
So fehlt ein Überblick darüber, wie viele Tiere, die für die Lebensmittelproduktion gehalten werden, die Schlachtung gar nicht erst erreichen, sondern verenden oder notgetötet werden müssen.
„Die Bundesregierung hat offensichtlich kein Interesse daran zu wissen, wie viele Tiere in Deutschland 'für die Tonne' gezüchtet werden“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Trotz bestehender Strukturen zur Entsorgung der Tiere werden diese Daten nicht systematisch gesammelt oder ausgewertet. Dadurch bleibt unsichtbar, wie groß das tatsächliche Ausmaß von Tierverlusten in der Landwirtschaft ist und wo die größten tierschutzrelevanten Probleme liegen.“
Jedes Jahr sterben Millionen sogenannter Falltiere frühzeitig in landwirtschaftlichen Betrieben
Zu den Todesursachen gehören Krankheiten und Verletzungen – unter anderem aufgrund ungeeigneter Haltungsbedingungen oder leistungsbedingter Überlastung, aber auch Stallbrände oder die Bekämpfung von Tierseuchen.
Studien aus Tierkörperbeseitigungsanlagen geben Hinweise darauf, dass viele der „Falltiere“ nicht rechtzeitig, nicht ausreichend oder gar nicht behandelt werden und vor ihrem Tod erheblich leiden. Nottötungen werden zum Teil zu spät oder nicht sachgemäß durchgeführt.
Sollte man wissen
Die Bundesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, „eine praxistaugliche Rechtsgrundlage für Kontrolle und Kennzeichnung von toten Tieren in Verarbeitungsbetrieben tierischer Nebenprodukte zu schaffen“. Bisher sind aber diesbezüglich noch keine Schritte erfolgt.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert neben der Umsetzung dieses Versprechens aus dem Koalitionsvertrag auch eine verpflichtende bundesweite Erfassung aller „Falltiere“ und ihrer Todesursachen in einer Datenbank. Nur so könne sichtbar werden, wie viele Tiere aus welchen Gründen tatsächlich zu Tode kommen – und wo gegengesteuert werden muss.
Antworten der Regierung auf die Anfrage lesen: https://dserver.bundestag.de/btd/21/040/2104071.pdf
Rinderhaltung - Zahlen des Statistischen Bundesamtes - Destatis: HIER <-KLICK
Das auch noch: Tiere in der Landwirtschaft <-KLICK
Quelle Text: Deutscher Tierschutzbund, www.tierschutzbund.de