Mit Blühwiesen gegen den Klimawandel

Donnerstag, den 15. Januar 2026 um 05:26 Uhr Thema - B R I S A N T
| Drucken |

Symbolbild KI-genriert (c) Microsoft Copilot [Europa] Während das Difu (Deutsches Institut für Urbanistik) bei einer kürzlichen Umfrage festgestellt hat, dass mehr als die Hälte der Kommunen inzwischen mehr in Biodiversität investieren als noch vor fünf Jahren, zeigt der Klima-Jahresbericht des Erdbeobachtungssystems "Copernicus" (KLICK zur Übersetzung) längst eine alarmierende Erderwärmung. Und zwar u. a. für Europa als dem sich am schnellsten erwärmenden Kontinent mit Rekordtemperaturen auch in Deutschland.

Dürren und Starkregen haben in letzter Zeit zugenommen, wir erleben seit einigen Jahren Hitzewellen und Überschwemmungen. Und nun planen 18 Prozent der deutschen Kommunen inzwischen laut Difu schon eine "Biodiversitätsstrategie". Weitere 15 Prozent sehen eine "naturnahe Infrastruktur" mit Grünflächen und Blühwiesen schon nicht mehr als Luxus, sondern als Investition in Klimarsilienz und Gesundheit ihrer Bewohner - sozusagen als ein Schutzschild gegen Extremwetter.

Man glaubt, viele kleine Maßnahmen, wie Baumpflanzung im Straßenraum, Blühpflanzen anstatt Rasen, schonendes Mähen und Verzicht auf Herbizide, reichen aus. Dazu werden teilweise Gewässer renaturiert und Sickerflächen in bebauten Gebieten angelegt.

„Angesichts der vielerorts klammen Haushaltslage ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe: In der Befragung nannten 86 Prozent der Kommunen 'unzureichende Haushaltsmittel' als große Herausforderung bei der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen“, weiß Studien-Autor Dr. Christian Raffer.

Für die Befragung wurden im September und Oktober 2025 mehr als 1.000 Kommunen mit mehr als 2.000 Einwohner:innen befragt, wovon sich 289 Städte, Gemeinden und Kreise beteiligt haben. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, vermitteln jedoch einen guten Eindruck der Situation vor Ort.

Die biologische Vielfalt stark rückläufig - auch weltweit

Drei Viertel der Landökosysteme und zwei Drittel der Meeresökosysteme wurden bereits stark beeinträchtigt oder zerstört. Von etwa neun Millionen Arten auf der Erde sind eine Million vom Aussterben bedroht. Der größte Treiber des Biodiversitätsverlusts ist die Zerstörung natürlicher Ökosysteme insbesondere durch die Landwirtschaft. Weitere Treiber sind die Übernutzung zum Beispiel durch Fischfang und Jagd sowie der Klimawandel, die Umweltverschmutzung und die Ausbreitung invasiver Arten.

Das auch nochTreibhausgasemissionen, also Gase wie Kohlendioxid, Methan oder Lachgas, die in die Atmosphäre gelangen und die Erderwärmung verstärken, entstehen unter anderem im Verkehr, in der Landwirtschaft oder beim Verbrennen fossiler Energien (Holz / Kohle). Kommunen brauchen deshalb ein Klimaschutzkonzept, das die wichtigsten Quellen aufzeigt, Ziele festlegt und Maßnahmen bündelt, um klimafreundlich(er) zu werden.

Gut zu wissen

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Das 1973 gegründete unabhängige Berliner Institut – mit einem weiteren Standort in Köln – bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene praxisnah mit allen Aufgaben, die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. ist alleiniger Gesellschafter des in der Form einer gemeinnützigen GmbH geführten Forschungsinstituts.

Quelle und mehr: www.difu.de/1939

Quelle Ergänzungen: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de