Richtig Pflanzen: Noch kein Frühling in Sicht...

Sonntag, den 29. März 2026 um 05:38 Uhr Gut zu wissen - Gartenlust & Flügeltiere
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Auf den Höhen: Schnee im März (c) HESSENMAGAZIN.de[Oben im Vogelsberg] Es hat tatsächlich geschneit – genau wie angekündigt. Erst fielen ein paar harmlose Flocken, dann wurden es immer mehr, bis man plötzlich vor der Entscheidung stand: zuerst mit dem Hund rausgehen oder doch lieber schnell die frisch gekauften Pflanzen abdecken. Gartenvlies soll ja angeblich vor Frost bewahren und mit einer leichten Schneeschicht sogar besonders gut isolieren – vorausgesetzt, man passt auf, dass nichts abknickt oder festfriert.

Als überzeugter Pflanzenwächter wird einem in solchen Momenten garantiert nicht langweilig. Denn bei Plusgraden sollte die Umhüllung bitteschön wieder entfernt werden. Und während man überlegt, wo man die abgenommenen nassen Lappen verstaut, fragt man sich, warum man das Zeug überhaupt so früh eingekauft hat. Antwort: Zurzeit ist in Supermärkten und Gartenmärkten das Angebot groß.

Trotzdem die Eisheiligen noch Wochen entfernt sind, stehen die Regale dort voller preiswerter Frühjahrsblüher, Stauden und Obstgehölze, die kurze Zeit später eventuell nur noch teurer in kleinen Gärtnereien, bei Hofverkauf‑Betrieben oder Floristen aufzustöbern sind. (Das das gleiche Spiel wie bei den Weihnachtskeksen ab September - pure Verkaufsstrategie :-)

Früh gekaufte Pflanzen mit Vlies im Hochbeet und Topf (c) HESSENMAGAZIN.deIm Hinblick auf unser Gartenprojekt wird es dann besonders schwierig, die "richtigen" Gewächse zu bekommen. Schon bei den Basispflanzen fällt die beliebte Forsythie aus dem Rahmen als Zierstrauch mit enttäuschendem Ökowert. Als sogenannter Neophyt mit "sterilen" Blüten bietet sie  Bienen & Co. keinen Nektar und kaum Pollen.

Drei heimische Alternativen wären die Kornelkirsche, die Sal-Weide und die Rote Heckenkirsche. Doch jene serviert uns kein Allerweltshandel auf dem Silbertablett. Außerdem fallen sie nicht sooo strahlend gelb im Garten auf :-)

Diese heimischen Wildgehölze bestellt man in der Regel online oder kauft sie in einer Baumschule

Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist ein ungiftiger robuster und genügsamer Frühblüher, der bereits im Spätwinter mit seinen Blüten an den noch kahlen Zweigen wertvolle Nahrung für Bienen liefert und sich durch extreme Frosthärte auszeichnet. Als langsam wachsender kleiner Baum oder Strauch ist sie von großer Widerstandskraft gegenüber Hitze und Stadtklima sowie einer markanten Langlebigkeit. Besonders hervorzuheben ist ihr außergewöhnlich hartes Holz, das sogar im Wasser sinkt, sowie die essbaren säuerlich-aromatischen Früchte, die im Spätsommer reich an Vitamin C sind.

Im August/September oder bis Anfang Oktober reifen bei ihr knallrote, längliche Früchte, die süß-aromatisch werden, wenn sie fast schwarz vom Strauch fallen und sich gut eignen für Marmelade, Likör oder Saft. Insgesamt ist die Kornelkirsche ein unkomplizierter, ökologisch wertvoller Gartenbegleiter, der nach vielen Jahrzehnten seine knorrige Pracht entfaltet, weiß die KI - Gemini.

Weidenkätzchen aus dem Garten (c) HESSENMAGAZIN.deDie Sal-Weide (Salix caprea) ist eine ungiftige Pionierpflanze, die auf Brachflächen mit viel Licht gut zurechtkommt und schnell wächst. Sie ist erkennbar an ihren silbrig-flauschigen Weidenkätzchen, die im März und April an den nackten Ästen erscheinen. Der Baum bzw. Strauch gilt als die wichtigste erste Bienenweide des Jahres. Für Menschen bietet das Gehölz kulinarisch nichts. Wild wachsende Sal-Weiden stehen unter Naturschutz. Es ist verboten, im Frühjahr große Mengen an Weidenkätzchen-Zweigen für die Vase abzuschneiden, um die Nahrungsquelle der Bienen nicht zu zerstören.

Etwas Besonderes an Weiden ist die Möglichkeit, sie über Stecklinge ganz einfach zu vermehren und sie u. a. als Flachwurzler zum Befestigen von Böschungen und Hängen zu verwenden.

Die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) ist ein ca. zwei Meter hoher heimischer Schattenstrauch, dessen hellgelbe Blüten von Mai bis Juni erscheinen. Daraus entwickeln sich rote Beeren, die für Menschen und Haustiere ungenießbar und giftig sind, von Vögeln aber gern gefressen werden. Aufgrund ihrer toxischen Eigenschaft werden wir die Heckenkirsche nicht in unseren Garten aufnehmen.

Michel Hund darf keine Stöcke mehr kauen (c) HESSENMAGAZIN.de

PS: Eine schwach giftige Forsythie ist bei uns bereits vorhanden, ebenso wie ein eingewachsener großer, teilweise giftiger Holunderstrauch. Sie dürfen bleiben, da man probieren kann, von ihnen Stecklingen zu ziehen :-)

Gut zu wissen

Wikipedias Liste giftiger Pflanzen enthält Pflanzen, die für den Menschen (und oft wahrscheinlich auch Haustiere) ganz oder in Bestandteilen schon in kleinen Mengen giftig sind. Also im Zweifel besser weglassen.

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Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de