Der Vogelsberg und seine Orchideen

Donnerstag, den 12. April 2018 um 00:00 Uhr Vogelsberger Natur - Vogelsbergarten Ulrichstein
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Interview des Hessischen Rundfunks mit Richard Golle im Vogelsberggarten (c) Rolf Frischmuth[Ulrichstein / Vogelsberg] Jochen Schmidt, ein "alle wetter!“-Reporter des Hessenfernsehens, machte sich Anfang April 2018 auf in den Vogelsberg, um für eine Sendung im Fernsehen von einem geplanten Orchideenbeet auf dem Ulrichsteiner Schlossberg zu berichten. Da naturgemäß auf den Mittelbebirgshöhen von rund 700+ Metern noch wenig grünte und blühte, interviewte er den Geschäftsführer des dortigen Vogelsberggartens Richard Golle. Dieser skizzierte für ihn ein geplantes Hochbeet von 5 mal 2 Metern, das demnächst die Nachzucht seltener heimischer Orchideen in Ulrichstein beherbergen soll - vorausgesetzt, man bekommt das entsprechende Geld dafür zusammen, zum Beispiel durch die hessische Umweltlotterie GENAU.

Mehr als 10 Pojekte im Vogelsberg hoffen auf einen Gewinn

Wer sich als Mitspieler bei LOTTO Hessen registrieren lässt und online oder per Kundenkarte am Kiosk bei GENAU mitspielt, kann anhand seiner Postleitzahl bei einem Gewinn der Klasse 1 bis 3 mitbestimmen, welche Umwelt- oder Naturschutzprojekte in seiner Region realisiert werden. Diese wurden zuvor eingereicht, um eine Chance auf den wöchentlichen Zusatzgewinn von 5.000 € wahrzunehmen - siehe www.genau-lotto.de/projekte/vogelsbergkreis.

Mit bis zu 5 Euro (plus Gebühr) sind Erwachsene aus Hessen nach ihrer Anmeldung einmal pro Woche bis zur Ziehung am Freitag online mit dabei - ebenso anonym und mit Barzahlung im Lottokiosk. Für das Spiel selbst sind nur Los-Id und die Postleitzahl des Wohnortes auf dem Tipp-Schein wichtig. Wer als Gewinner in der Klasse 1 aus einem der 26 hessischen Landkreise bzw. kreisfreien Städte gezogen wird, bekommt 40 % des Jackpots - mindestens jedoch 10.000 Euro.

Seltenes Bild: Kohlweißling auf der heimischen Orchidee 'Knabenkraut ' (c) Brigitta Möllermann
Seltenes Bild: Kohlweißling auf der heimischen Orchidee 'Knabenkraut ' (c) Brigitta Möllermann

Echte Orchideen sind geschützt und teilweise schon vom Aussterben bedroht

Der Grund für den geringen Bestand von Orchideen ist, dass sie sind sehr empfindlich sind und artspezifische Standorte benötigen, um dort Symbiosen mit Mykorhiza-Pilzen einzugehen. Außerdem können sie nur von ganz speziellen Insekten bestäubt werden, wenn sie blühen. Das sind ungewöhnlich komplizierte Erfordernisse, die beim Nichtvorhandensein einen Orchideenbestand zum Erlöschen bringen können.

Knabenkraut Orchideen gibt es in mehreren Unterarten, die bei uns in Mitteleuropa wachsen. Sie sind sehr selten und stehen unter Naturschutz.


Unter der Devise "Die biologische Vielfalt lebt vom Mitmachen" hatte die Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises im Jahr 2016 gegengesteuert und eine erste Biodiversitätskonferenz abgehalten. Seither konnten einige Projekte zum Erhalt, zur Wiederherstellung und zur Verbesserung der Biodiversität durchgeführt werden. Die Maßnahmen wurden in Kooperation mit Bürgern, Städten und Gemeinden, Behörden und insbesondere auch mit den Forstämtern und Naturschutzgruppen entwickelt und realisiert. Aus einem Förderprogramm des Landes Hessen wird u. a. auch der Vogelsberggarten in Ulrichstein mit unterstützt.

Bei der nächsten Biodiversitätskonferenz in Ulrichstein soll auch der Vogelsberggarten mit seiner überaus bemerkenswerten Biodiversität besichtigt werden. Die Untere Naturschutzbehörde möchte viele Menschen aus der Region überzeugen und zum Mitmachen animieren, die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume für nachfolgende Generationen zu erhalten und erlebbar zu machen.

Quelle: Brigitta Möllermann