Glauberg: Wo die Kelten siedelten

Montag, den 14. März 2011 um 06:46 Uhr Freizeit & Tipps - Zeitgeschichte
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Rekonstruierter Grabhügel an der Keltenwelt (c) HESSENMAGAZIN.de
Rekonstruierter Grabhügel an der Keltenwelt (c) HESSENMAGAZIN.de

[Glauburg / Wetteraukreis] Vor einigen Jahren war es eine Sensation, als die lebensgroße Statue eines Keltenfürsten bei archäologischen Grabungen am Glauberg gefunden wurde. Der Steinfigur fehlen die Füße, und sie trägt eine auffällige haubenartige Kopfbedeckung. Das Material der Figur soll aus einem Sandsteinbruch bei Büdingen stammen, der Grabhügel liegt nur in sieben Kilometern Luftlinie entfernt. Gleichzeitig kam auch künstlerisch gearbeiteter Grabschmuck zum Vorschein. Die Fundstücke aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. deuteten auf eine frühkeltische heilige Stätte in der heutigen Wetterau hin.

Keltenwelt Museum am Glauberg (c) HESSENMAGAZIN.de
Neubau: Keltenwelt Museum am Glauberg (c) HESSENMAGAZIN.de

Auf dem Glauberg, nah des Dorfes Glauburg, entstand die "Keltenwelt", ein Landesmuseum mit Ausstellung, archäologischem Park und Forschungszentrum, wo jetzt Leben und Kultur der Kelten in den Mittelpunkt gerückt sind. Besuchern werden Informationen darüber im Museumskubus multimedial und ganz modern auf sehr anschauliche Weise vermittelt. Dazu sind zahlreiche Relikte des keltischen Lebens, wie Keramiken und Waffen, plus fast alle der Originalfunde zu sehen. Die wichtigsten sind außer der Figur des Keltenfürsten, ein goldener Halsreif sowie eine Schnabelkanne.

Verkehrsinsel - Hinweis auf die Keltenwelt (c) HESSENMAGAZIN.de
Verkehrsinsel - Hinweis an der Abzweigung zur Keltenwelt (c) HESSENMAGAZIN.de

Schon die Ausgrabungen in den 1990er Jahren förderten reich ausgestattete Fürstengräber zutage. Von der späten Eisenzeit (ab 450 v. Chr.) weiß man durch Funde und Aufzeichnungen Julius Cäsars einiges über die Kelten. Obwohl sie rund 1000 Jahre lang Spuren auf der Erde hinterließen, waren sie kein einheitliches Volk. Sie einte nur ihre Kultur, der religiöse Glauben, die gemeinsame Sprache und das geheime Wissen über Götter und Geister, das nur mündlich weiter gegeben werden durfte. Ihre Druiden waren Heilkundige, Zauberer und weise Ratgeber. Genauso wichtig waren ihre Barden, die Wichtiges und Geschichten überlieferten, wenn sie von Heldentaten und Göttern sangen.

Briefmarke mit dem Keltenfuerst vom Glauberg (c) Deutsche Post / Wikimedia Commons

Das Keltenwelt-Museum ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro für Erwachsene (ermäßigt 3,50 Euro), Kinder zwischen 6 und 18 Jahren zahlen 3 Euro.

Hinfinden: KLICK

Bild links: Die Deutsche Post gab im Januar 2005 eine Sonderbriefmarke in der Serie Archäologie zum “Keltenfürst vom Glauberg” heraus. Sie hatte einen Nennwert von 144 Cent.

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