Feldwege sind Lebensräume zum Erhalt der biologischen Vielfalt

Donnerstag, den 02. August 2018 um 04:49 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Blühstreifen mit Sonnenblumen neben einem Maisfeld (c) HESSENMAGAZIN.de[Hessen] „Wenn wir Insekten, Vögel und Kleintiere in Hessen schützen wollen, dann müssen wir ihnen Lebensräume geben. Intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen bieten diesen Tieren meist nicht genug Rückzugsräume. Doch Landwirtinnen und Landwirte können Flächen neben und zwischen ihren Feldern der Tierwelt überlassen und damit zum Artenschutz beitragen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz am 1. August 2018 im Landkreis Gießen, als sie im Rahmen ihrer Sommertour die Stadt Lich besuchte.

Dort weist ein Bündnis von Landwirten, Jägern und Umweltschützern gemeinsam mit dem Umweltministerium auf die große Bedeutung dieser Wegraine als Lebensräume hin. Man hat praktische Tipps erarbeitet, wie man diese wichtigen Biotope erhalten, aufwerten und weiterentwickeln kann.

Leider noch Standard: Maisfelder ohne blühende Wegraine (c) HESSENMAGAZIN.de
Leider noch Standard: Maisfelder ohne blühende Wegraine (c) HESSENMAGAZIN.de

Wegen des wirtschaftlichen Drucks auf die einzelnen Betriebe vergrößerten Landwirtinnen und Landwirte in den zurückliegenden 50 Jahren ihre Ackerfläche immer weiter. Wo früher noch Feldwege sowie nicht bewirtschaftete Streifen am Wegesrand waren, wird heute jeder Zentimeter für den Anbau von Ackerkulturen genutzt. Das geht zu Lasten der biologischen Vielfalt, denn blühende Wegränder und Graswege sind wichtige naturnahe Strukturen in der freien Landschaft: Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere sowie für Feldhasen und Vögel.

Ministerin Hinz erklärte: „Innerhalb unserer Naturschutzkampagne haben wir das Sonderprogramm 'Förderung der Leitarten* der Feldflur' aufgelegt. Das Programm soll dem gravierenden Rückgang von Arten wie Feldhamster, Rebhuhn und der Lerche im Offenland entgegenwirken.“

Der Landkreis Gießen ist der erste hessische Landkreis, der im Rahmen der Biodiversitätsstrategie bereits ein weitergehendes Konzept von Feldwegen und Wegrainen für den Artenschutz entwickelt und in die praktische Umsetzung gebracht hat. Priska Hinz konnte sich zusammen mit der Umweltdezernentin des Landkreises Gießen, Dr. Christiane Schmahl, davon überzeugen, wie sich eine ökologische Infrastruktur im Einklang mit der modernen landwirtschaftlichen Nutzung erhalten und verbessern lässt. Das Beispiel könnte auch in anderen Landkreisen Schule machen.

„Seit Beginn meiner Amtszeit haben wir für den Naturschutz viel erreicht. Wir haben die Mittel in dieser Legislaturperiode gegenüber der letzten von 43 auf 68 Millionen Euro erhöht und zahlreiche Programme und Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehört auch die Naturschutzkampagne Hessen – Für Natur. Für Vielfalt. Für uns – mit der wir Bürgerinnen und Bürger motivieren wollen, sich für den Naturschutz zu engagieren“, ergänzte die Ministerin abschließend.

PS: Dem o. g. Bündnis gehören der Hessische Bauernverband, die Vereinigung ökologischer Landbau in Hessen, der Landesjagdverband, der Ökologische Jagdverein Hessen, die hessischen Naturschutzverbände NABU, BUND und HGON, die Hessische Landgesellschaft und das Umweltministerium an.

Quelle Text: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Gut zu wissen

* Leitarten sind Tier- oder Pflanzen-Arten, die besonders charakteristisch für einen bestimmten Biotoptyp oder eine Lebensgemeinschaft sind. Sie reagieren durch ihre spezielle Ansprüche besonders empfindlich auf Landschaftsveränderungen und sind an bestimmte Lebensraumeigenschaften gebunden. (Quelle: Wikipedia)

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