Wie wurde Hanau plötzlich kaninchenfrei?

Samstag, den 08. Oktober 2016 um 10:13 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Zwergkaninchen warten im Laden auf einen neuen Besitzer (c) HESSENMAGAZIN.de[Hanau und die Hessen-Welt im Oktober 2016] Die kleinen hoppelnden Nager teilen die zivilisierte Welt in drei Lager. Die einen wollen die zarten Wesen gerne liebhaben, streicheln, kaufen Heu und bauen ihnen Minihäuschen. Andere wissen, wie gut Kaninchen gebraten schmecken. Und die dritten verfluchen die Wildform, weil sie mit ihren Kolonien unkontrolliert Gärten und Uferböschungen unterminieren.

Im Herbst 2016 gab es plötzlich eine Meldung, eine neuartige "Chinaseuche" grassiere bei uns. Von Frankreich her käme sie und raffe deutsche Hasen und Kaninchen nur so dahin. Es wäre der "Rabbit Haemorrhagic Disease Virus" in der Variante 2 (RHDV-2), der einen meist tödlichen Krankheitsverlauf verursache.

Die Jäger hatten zwar noch nicht wirklich etwas bemerkt, aber beim Landesverband der Kaninchenzüchter vermutete man eine hohe Dunkelziffer, da ja keine Meldepflicht existiert.

Schutz bieten Impfungen - vorher natürlich. Auch gegen den zweiten, den Myxomatose Pocken-Virus, durch den fast alle kranken Tiere sterben. In der Wetterau einigte man sich zur gleichen Zeit auf die so genannte "Hämorrhagische Krankheit", die schuld an der gefährlichen Seuche wäre.

Wie dem auch sei, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) - Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit - brachte mit einer Meldung vom Juni und einer Karte zur Ausbruchsdiagnostik vom August 2016 Licht ins Dunkel: "Seit 2015 ist eine Ausbreitung der Hämorrhagischen Kaninchenkrankheit, vor allem ausgelöst durch das Rabbit Haemorrhagic Disease Virus 2 (RHDV-2), auf das gesamte Bundesgebiet abzusehen." (Zitat und mehr dazu: HIER <-KLICK)

Ob das nun der Grund dafür war, dass es seither keine wild lebenden Kaninchen in Hanau mehr gibt?

Bislang tummelten sie sich in überreicher Anzahl in Hanaus Stadtviertel Lamboy westlich der Martin-Luther-King-Straße hinter der Kreishandwerkerschaft, im Grüngelande des Diebacher Weges, zwischen den Häusern im Alten Rückinger Weg, an der Kinzig und entlang des Fallbachs sowie rund um die August-Schärttner-Halle. Hinfinden: HIER <-KLICK.

Nirgends hörte man in der Gegend den Aufschrei: "Igitt, da liegt ein totes Kaninchen!" und auch die Kaninchenzüchter (Hanau = Hessen-Nassau :-) veranstalten munter weiter ihre Schauen <-KLICK. Gelassen werden in ihren Kreisen die Krankheiten lediglich als "Kaninchen-Feind" bezeichnet, den man in den Griff bekommen kann. Nachlesen <-KLICK.

Nur eine Anwohnerin vom Alten Rückinger Weg wusste etwas Genaueres. Sie erzählte, dass sie beobachtet hatte, wie man Gas in die Kaninchenbauten auf den Rasenflächen zwischen den Hochhäusern eingeleitet hatte. Wegen der Seuche...

Was ist dran an der Geschichte?