Dusch mich, aber mach mich nicht nass - politisch aufgewertet

Freitag, den 19. August 2016 um 00:00 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Heuernte im Vogelsberg (c) HESSENMAGAZIN.de
Heuernte im Vogelsberg (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hessen - Deutschland] Wir hätten gerne immer mal wieder ein Schnitzel oder auch Steaks und gute Rouladen auf dem Teller. Das Fleisch dazu liefern für uns Nutztiere, die für uns großgezogen und geschlachtet werden. Wie auch immer... Das Vieh braucht logischerweise zuvor Futter. Klar. Das ist (wenn die Viecher Glück haben) Heu. Und falls sie einem netten Bauern gehören, liegen sie sogar auf Stroh. Das aber wächst draußen auf den Wiesen und Feldern. Und da es bislang noch keine Fabrik in einem möglichst entfernt gelegenen Industriegebiet herstellen kann, muss es von dort geholt werden. Das nennt man dann Ernte, bei der es auch oft staubig werden kann. Vor allem, weil sie bei gutem Wetter eingefahren wird, wenn andere im Schwimmbad liegen oder gemütlich im Garten Steaks grillen möchten.


(Über Brot und Korn... Mehl und so... oder Rüben und Zucker, Kürbisse und ähnliches... reden wir ein anderes Mal.)

Wo sind wir bitteschön hingeraten, wenn sich seit Neustem jetzt Bauern für ihre Erntezeit entschuldigen müssen und Politiker sich öffentlichkeitswirksam einschalten, um bei uns um Verständnis zu werben?


Pressemeldung des Main-Kinzig-Kreises vom 16.08.2016

Die Erste Kreisbeigeordnete des Main-Kinzig-Kreises, Susanne Simmler, hatte kürzlich mit dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbands, Bruno Wörner, im Main-Kinzig-Forum über das Erntejahr 2016 gesprochen. Wörner berichtete dabei von vereinzelt geäußerter Kritik von Bürgerinnen und Bürgern an der Lautstärke und dem Schmutz durch die Landmaschinen. Dabei spreche man bloß über ein kleines Zeitfenster, gab Wörner zu bedenken.

Simmler appelliert deswegen in der laufenden Erntezeit an das Verständnis und die Geduld von Bürgerinnen und Bürgern. „Für unsere Bauern sind das die arbeitsreichsten Wochen im Jahr mit Erntetagen, die teils bis in die Nachtstunden dauern können. Das gute Wetter müssen die Landwirte derzeit ausnutzen, gerade angesichts der vielen und teils heftigen Regenperioden in diesem Jahr“, erklärt die Landwirtschaftsdezernentin.

Die Erste Kreisbeigeordnete wirbt daher mit Nachdruck um Verständnis.
„Auch wenn das im Moment die Tage sind, in denen man zu Hause das Fenster öfter und länger offenstehen hat oder sich im Freien aufhält, sollte man die Zeit der Ernte doch gut aushalten können. Immerhin profitieren ja wieder alle in der Gesellschaft von den geernteten Feldfrüchten. Mit etwas mehr Nachsicht wäre also allen geholfen“, sagte sie.

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