Justiz oder Corona beim Nichteinhalten des Mindestabstandes

Mittwoch, den 15. April 2020 um 12:36 Uhr News Ticker - CORONA Infos
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This Town Ain't Big Enough for Us

Abstand gewahrt beim Schwätzen - nur nicht für Vorbeikommende (c) HESSENMAGAZIN.de
Abstand gewahrt beim Schwätzen - ABER nicht für Vorbeikommende (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hanau in Hessen] Die Stadt Hanau kann man nicht wirklich als klein bezeichnen. Hier leben fast 100.000 Einwohner auf xn qkm. Und doch scheint sie so eng zu sein, dass man sich nicht überall aus dem Weg gehen kann. So müssen in Corona-Zeiten Fußgänger zwischen uneinsichtigen Leuten durchlaufen, anstatt außen herum gehen zu können.

In Ich-passe-doch-auf-Manier wird herumgestanden, ohne zu realisieren: Es muss sichgerstellt sein, dass ein Abstand von 1,5 Metern zwischen Personen eingehalten wird. Die Nichteinhaltung kann sogar als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden. Aber schuld sind diese beiden auf dem oben gezeigten Foto ja nicht. Immerhin könnten andere Passanten ja woanders entlang gehen (oder per Stabhochsprung drüberspringen?).

Achtung, ich will vorbei! - Und: Es ist doch nur ein Kind...

Eine zuviel und zudem eine echte Bürgersteig-Blockade (c) HESSENMAGAZIN.de
Das kann kosten: Eine zuviel und zudem eine echte Bürgersteig-Blockade (c) HESSENMAGAZIN.de

Beklagt wird die hier fehlende Rücksichtnahme. Wie kommt man / frau denn an solchen Gruppen ohne Probleme vorbei? Vielleicht hat man Glück, und es wird ein Schritt zurück gegangen. Doch einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern gibt die Passage an solchen Engstellen garantiert nicht her. Komisch wird es, wenn man beim Einkaufen zwischen Regalen im Laden 1 x 2 Leute mit Einkaufswagen eben genau darauf hinweist, und die antworten: "Aber wir gehören doch zusammen."

Ein etwas verlumpter Einzelgänger auf dem Weg zu den Straßenengeln (c) HESSENMAGAZIN.de
Ein etwas verlumpter Einzelgänger auf dem Weg zu den StrassenEngeln, Hilfe für Obdachlose und Bedüftige am Nordbahnhof (c) HESSENMAGAZIN.de

Den Vogel schoss dieser alte fast zahnlose Mann ab, als er mit bascher Stimme von hinten plötzlich "ACHTUNG!" ankündigte. Dabei war er schon auf Armeslänge an die Leute, die auf dem Gehweg (Bürgersteig) in derselben Richtung vorangingen, herangekommen. Ein lautes "Abstand halten!" scholl ihm entgegen, worauf er aggressiv geiferte, er wolle gefälligst hier vorbei!!! Gottseidank trat er dabei wenigstens einen Schritt zurück. Aber an Einsicht ließ er es bei der nachfolgenden Pöbelei definitiv vermissen.

Eine weitere in den Statistiken sicher nicht erfasste Belästigung sind Kinder, die uns zu nahe kommen und dabei von den Aufsichtspersonen nicht zurückgehalten werden. Auch sie können Überträger sein, selbst wenn sie nicht krank erscheinen. Eine entsprechende Zurechtweisung wurde in einem speziellen Fall ignorant quittiert mit den Worten: "Es ist doch nur ein Kind!"

Hat was von "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen bzw. doofen Nachbarn nicht gefällt."

Nicht wahr?