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Forschungspreis des BUND zur Nachhaltigkeit

Symbolbild: Elektroschrott richtig und kostenlos entsorgen / Plakat: e-schrott-entsorgen.org / Foto (c) HESSENMAGAZIN.de
Beispielhaft: Elektroschrott richtig und kostenlos (!) entsorgen / Plakat: e-schrott-entsorgen.org / Foto (c) HESSENMAGAZIN.de

[Deutschland] Die Dringlichkeit von Klimaschutz, Umweltschäden durch Mikroplastik, Wirksamkeit von Emissionshandel und Umweltgerechtigkeit – hochaktuelle wissenschaftliche Arbeiten zeichnet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in diesem Jahr mit seinem Forschungspreis aus. Bereits zum fünften Mal ehrt der BUND junge Nachwuchswissenschaftler*innen im Bereich nachhaltige Entwicklung. Die Jury unter Federführung der BUND-Kommission Wissenschaftspolitik unter den Co-Vorsitzenden Katharina Ebinger, Prof. Rudi Kurz und Prof. Benjamin Nölting prämierte zwei Masterarbeiten und eine Bachelorarbeit und vergab eine Sonderauszeichnung.

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Mit unserem Forschungspreis möchten wir wissenschaftliches Engagement für nachhaltige und zukunftsfähige Strategien fördern. Forschungserkenntnisse und der Einsatz junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind für die Arbeit des BUND unverzichtbar. Ich freue mich, dass wir zum fünften Mal in Folge engagierte junge Menschen auszeichnen können, die einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeitsforschung leisten. Nur mit Hilfe der Wissenschaft lässt sich ein sozial-ökologischer Umbau unseres Landes erreichen, den wir im Wahljahr mit unserer Zukunftsagenda politisch durchsetzen wollen. Die 50 eingereichten Bewerbungen sind ein Beleg dafür, dass an Universitäten, Hochschulen und bei vielen jungen Forscherinnen und Forschern der sozialen Ökologie zunehmend eine wichtige Rolle zukommt.“

Dr. Joachim Spangenberg, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des BUND: „Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Klimapolitik ist es offensichtlicher denn je, dass die Bundesregierungen der letzten zwanzig Jahre darin versagt haben, dieses Land zukunftsfähig zu gestalten. Jetzt muss die dringend notwendige Transformation schneller und damit radikaler vor sich gehen, weil die Zeit durch Verzögerungen und Zaghaftigkeit knapp geworden ist. Diese Transformation braucht dringend eine wissenschaftliche Unterfütterung – daran fehlt es in der Forschungsförderung. Der BUND-Forschungspreis zeigt alljährlich, dass das Interesse und das kreative Potenzial da sind – aber wir brauchen nicht Einzelfälle, sondern eine Forschungswende.“

Der Nachhaltigkeitspreis für Masterarbeiten ist mit 1.000 Euro dotiert, der für Bachelorarbeiten mit 500 Euro. Zusätzlich wurde eine Sonderauszeichnung für eine Masterarbeit vergeben, die sich durch besondere Praxisrelevanz ausgezeichnet hat.

Die Preisträger*innen 2021:

Masterarbeit: Ausgezeichnet wird die Arbeit von Elena Maria Weinert: „Non-Economic Loss and Damage in Germany in the areas of agriculture, forestry and fishery“, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Geographie, Betreuer*innen: Prof. Dr. Dagmar Haase, Dr. Carl-Friedrich Schleussner.

Die Arbeit beschreibt in überzeugender Weise nicht leicht zu ermessene Folgen des Klimawandels. Dabei wird die eigene, nichtökonomische Betroffenheit durch Interviews herausgearbeitet. Die Arbeit bietet so die Möglichkeit, das Bewusstsein für mehr Klimaschutz zu schärfen und der Öffentlichkeit die Dringlichkeit noch besser zu vermitteln.


Masterarbeit: Ausgezeichnet wird die Arbeit von Mariia Bilogub: „Effects of Microplastics on Different Root Traits of Dry Grassland Species“, Universität Potsdam, Institut für Biochemie und Biologie, Betreuer*innen: Dr. Lina Weiß, PD Dr. Thilo Heinken, Dr. Kolja Bergholz

Die Arbeit untersucht das Problem „Auswirkungen von Mikroplastik“ auf verschiedene Pflanzenarten. Sie gibt Hinweise auf mögliche Probleme von Pflanzen mit Trockenheit unter Mikroplastikeinfluss und untermauert damit die negativen Auswirkungen von Mikroplastik auf das Pflanzenwachstum im ländlichen Raum. Da Mikroplastik in der Öffentlichkeit oft vor allem als Problem der Meeresverschmutzung wahrgenommen wird, bietet die Arbeit eine wichtige Ergänzung und trägt zu einer realistischen Einschätzung der Probleme bei.


Bachelorarbeit: Ausgezeichnet wird die Arbeit von Janina Senner: „Gründe für den geringen Erfolg des Europäischen Emissionshandelssystem“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Internationale Politik/Politikwissenschaft. Betreuer*innen: Dr. Angela Geck

Die Arbeit vergleicht die Wirksamkeit des Emissionshandels nach den Kriterien der neoklassischen und der ökologischen Ökonomik. Sie zeigt, dass der geringe Erfolg des Emissionshandels neben grundlegenden fehlerhaften Bedingungen (kostenlose Zertifikate, Schlupflöcher usw.) vor allem an der mangelnden Berücksichtigung der sozialen Gerechtigkeit national wie auch global liegt. Das Ergebnis ist nicht nur für die Bewertung des Emissionshandels wichtig, weil sie die Grenzen seiner Wirkungen aufzeigt und die Zusatzbedingungen für eine verbesserte Wirksamkeit benennt. Sie zeigt zudem, dass es für eine vollständige Bewertung unverzichtbar ist, die Ergebnisse unterschiedlicher Denkschulen zu berücksichtigen, was in der Praxis zu oft vernachlässigt wird.


Sonderauszeichnung: Eine besondere Würdigung wurde der Masterarbeit von Tilia Lessel: „Umweltgerechtigkeit: Der Berliner Bericht und die Sicht der Stadtraumnutzenden“ zuteil, Technische Universität Berlin, Institut für Stadt- und Regionalplanung, Betreuer*innen: Prof. Elke Pahl-Weber und Dipl.-Biol. Herbert Lohner.

Die Arbeit nimmt sich eines Themas und seiner konkreten Umsetzung an, das im umweltfachlichen und raumplanerischen Diskurs als eine neue, innovative Annäherungsweise an gute Stadtplanung gilt. Insbesondere hat sie die von offizieller Seite veröffentlichten objektiven Messergebnisse mit der subjektiven Empfindung der Betroffenen verglichen und dabei sowohl festgestellt, welche der objektiven Risiken unterschätzt, als auch welche Belastung durch diese nicht erfasst werden. Zu wissen, wo sich gemessene Ungerechtigkeiten von tatsächlich gefühlten Benachteiligungen in der Bevölkerung unterscheiden, ist Voraussetzung für eine zukunftsfähige Stadtplanung.


Quelle Text: BUND

 

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