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Feuer und Flamme: 2020 Start in Hockenheim und Schweden

US-Car-Spezialist Thomas Ranft fährt diesen Dragster, einen 50 Jahre alten Plymouth (c) Heiko Schäfer

[Schotten] Kaum hat die Show begonnen, ist sie auch schon vorbei. Dragsterrennen sind eine Motorsportdisziplin, die in der Beliebtheitsskala beim Publikum nicht unbedingt an der Spitze liegt. Dabei sind die Beschleunigungsrennen über die Viertelmeile (402 Meter) durchaus spektakulär. Das findet jedenfalls Thomas Ranft aus Nidda, der in Schotten auf dem ehemaligen Areal von Rallyeass Reinhard Hainbach eine Firma für US-Fahrzeuge betreibt.

"Fasziniert hat mich das schon immer", wie der heute 36-Jährige mit Stolz beschreibt. „Der Großteil im Motorsport ist bei der Rallye und auf der Rundstrecke unterwegs und hat vielleicht mehr Fahrspaß. Im Dragster hingegen findet alles innerhalb weniger Sekunden statt. Dazu die faszinierenden Autos mit dem Klang ihrer V8-Motoren und die extreme Geschwindigkeit. Das alles gibt es nur beim Drag Racing.“

Thomas Ranfts Leidenschaft: Carstyling amerikanischer Autos - Handel, Reparatur und Wartung für Dodge und RAM (c) Heiko Schäfer
Thomas Ranfts Leidenschaft: Carstyling amerikanischer Autos - Handel, Reparatur und Wartung für Dodge und RAM (c) Heiko Schäfer

Ranft besitzt ein '69er Plymouth Baracuda Coupe mit einem 5,3 Liter V8 mit Twin-Turbo-Aufladung aus einem Chevrolet Truck und satten 1.200 PS. Von 0 auf 100 vergehen bei dem US-Car gerade einmal 1,2 Sekunden. Im Team hat das Auto wegen seines Chevy V8 in einer Mopar Karosse den Spitznamen LSCuda.

Die 18 Klassen der Dragster haben keineswegs Narrenfreiheit. Alle Veranstaltungen finden unter den wachsamen Augen der deutschen Motorsporthoheit DMSB statt. Doch die Anfänge im "Geburtsland" des Dragstersports waren alles andere als legal.

Nach dem zweiten Weltkrieg lieferten sich junge Leute in den Städten der USA illegale Autorennen, von Wohnblock zu Wohnblock und von Ampel zu Ampel bei einer Rennstrecke von 402 Metern. Mit den US-Soldaten kamen die Dragster auch nach Deutschland, zuerst nach Erlensee bei Hanau. Dort wurde der erste deutsche Dragster-Verein, die Hanau Auto Racing Association e. V. (HARA), gegründet.

Das alles blieb dem gebürtigen Rheinländer Ranft nicht verborgen, der sich auch beruflich mit amerikanischen Fahrzeugen beschäftigt. Im Jahr 2013 begann er seine Dragsterkarriere mit einem BMW, den er auf Turbo umbaute. Heute ist es ein 50 Jahre alter Playmouth, der von schier unvorstellbaren 1.200 PS angetrieben wird.

Gebremst wird mit einem im Heck verbauten Bremsfallschirm

Ranft hat einen Knopf am Lenkrad, den sogenannte Transbreak, mit dem er gleichzeitig Vorwärts- und Rückwärstgang einlegen und Leistung aufbauen kann. „Wird der Knopf losgelassen, geht ein Pin im Getriebe raus, gibt den Rückwärtsgang frei und der erste Gang ist eingelegt. Das Auto schießt nach vorne und nach gut einer Sekunde ist Tempo 100 erreicht“, beschreibt er die ungewöhnliche Startprozedur. "Das sind intensive Sekunden, in denen heftige Kräfte auf den Körper einwirken. Zudem muss das Auto bei extremer Beschleunigung auf Tempo und Kurs gehalten werden."

Der Richtwert für die Bestzeit in der Amateurklasse "Super Comb" sind 8,9 Sekunden nach dem stehendem Start auf der Viertelmeile. Ranft fuhr in Hockenheim 2018 mit 9,004 Sekunden bisher seine persönliche Bestzeit. In der letzten Saison kam er auf 44 Punkte als Sechster von neun Fahrern, während der Sieg an Gerd Habermann aus Erlensee ging mit 246 Punkten.

Dragsterrennen sind Teamsport

Unterstützt wird Ranft von seinen Teamkollegen Jens Schmidt, Christopher Schuster, Andreas Kreutzmann und Hans Pohl.

Für Einsteiger gibt es die Sportsman-Klasse, in der man u. U. mit einem Serienwagen reinschnuppern kann. Doch es geht auch heftiger. In der Königsklasse Top-Fueler sind spektakuläre Fahrzeuge mit rund 10.000 PS am Start, die unter vier Sekunden bleiben. Da sieht man dann Stichflammen aus dem Auspuff kommen und hört „Burnouts“, das Durchdrehen der Räder vor dem Start. Dabei sind Ohrenschützer für das Publikum unbedingt angeraten.

Wer Thomas Ranft und sein Team 2020 erleben will, hat Ende August bei den NitrolympX in Hockenheim dazu Gelegenheit. Zu Europas größter Dragster-Veranstaltung pilgern alljährlich rund 40.000 Zuschauer.

„Daneben sind vier Rennen auf einer neuen Strecke in Zerbst / Sachsen-Anhalt und Malmö /Schweden geplant“, meint der Niddaer, der sich trotz Aufwand wieder auf den besonderen Kick freut. "Sollten sich noch weitere Unterstützer finden und es das Budget zulässt, kann ich mir auch weitere Auslandsstarts vorstellen."

Quelle: Heiko Schäfer

 

Feuer und Flamme

Schottener US- Car Spezialist Thomas Ranft fährt Dragster, Erlensee als „ deutsche Wiege“ 2020 Start in Schweden

SCHOTTEN (sfä) Kaum hat die Show begonnen, ist sie auch schon vorbei. Dragsterrennen sind eine Motorsportdisziplin, die in der Beliebtheitsskala beim Publikum nicht unbedingt an der Spitze liegt. Dabei sind die Beschleunigungsrennen über die Viertelmeile (402, 34 Meter) durchaus spektakulär. Das findet jedenfalls Thomas Ranft aus Nidda, der in Schotten auf dem ehemaligen Areal von Rallyeass Reinhard Hainbach eine Firma für US- Fahrzeuge betreibt. Fasziniert hat mich das schon immer, wie der heute 36- Jährige mit Stolz beschreibt. „Der Großteil im Motorsport ist bei der Rallye und auf der Rundstrecke unterwegs und hat vielleicht mehr Fahrspaß. Im Dragster hingegen findet alles innerhalb weniger Sekunden statt und muss passen. Dazu noch die faszinierenden Autos mit dem Klang ihrer V 8- Motoren und die Geschwindigkeit. Das alles gibt es nur hier“, schwärmt Ranft, der Herr eines ´69er Plymouth Baracuda Coupe mit einem 5, 3 Liter V8 mit Twin Turbo Aufladung aus einem Chevrolet Truck und satten 1200 PS ist. Von 0 auf 100 vergehen bei dem US- Car gerade einmal 1, 2 Sekunden. Im Team hat das Auto wegen seines Chevy V8 in einer Mopar Karosse mit Spitzname LSCuda

 

Dabei haben die 18 Klassen der Dragster keineswegs Narrenfreiheit. Die Veranstaltungen finden unter den wachsamen Augen der deutschen Motorsporthoheit DMSB statt. Jedoch waren die Anfänge alles andere als legal. Nach dem zweiten Weltkrieg lieferten sich junge Leute in den Städten der USA illegale Autorennen, von Wohnblock zu Wohnblock und damit von Ampel zu Ampel. Mit einer Rennlänge von 402 Metern, der Viertelmeile. Die USA gelten somit als Geburtsland des Dragstersports. Mit den US- Soldaten kamen die Dragster auch nach Deutschland, mit der insgeheimen „Wiege“ in Erlensee bei Hanau. Dort wurde zudem der älteste deutsche Dragster- Verein, die Hanau Auto Racing Association e. V. (HARA) gegründet. Das alles blieb auch dem gebürtigen Rheinländer, Ranft stammt aus Frechen bei Köln, nicht verborgen. Auch beruflich beschäftigt sich der zweifache Familienvater mit seiner Firma US- Carstyling mit amerikanischen Fahrzeugen. Am Schottener Ortseingang von Nidda kommend wird in direkter Nachbarschaft zu einer Tankstelle damit nicht nur gehandelt, sondern auch repariert. Fans der US- Marken Dodge und RAM bekommen fachkundige Beratung und auch so manche Heckflosse ist hier zu sehen, die im Kundenauftrag gewartet wird. „In den USA sind die Autos insgesamt zwar etwas größer, doch auch der Umweltschutz spielt hier eine Rolle. So hat der US- Bundesstaat Florida die weltweit höchsten Abgasvorschriften“, gibt Ranft zu bedenken. Im Jahr 2013 begann seine Dragsterkarriere mit einem BMW, den er auf Turbo umbaute. Heute ist es ein 50 Jahre alter Playmouth der von schier unvorstellbaren 1 200 PS angeschoben wird. „Da wirken schon heftige Kräfte auf den Körper ein und das Auto muss bei der extremen Beschleunigung auch auf Tempo und Kurs gehalten werden. Die Sekunden sind so intensiv wie nirgends“. Der in Nidda lebende Ranft hat einen Knopf am Lenkrad, der sogenannte Transbreak, mit dem er gleichzeitig Vorwärts- und Rückwärstgang einlegen und Leistung aufbauen kann. „Wird der Knopf los gelassen, geht ein Pin praktisch im Getriebe raus, legt den Rückwärtsgang frei und der erste Gang ist eingelegt. Das Auto schießt nach vorne und nach gut einer Sekunde ist Tempo 100 erreicht“, beschreibt Ranft die für Außenstehende etwas ungewöhnliche Startprozedur. Der sogenannte Index, eine Art Richtwert als Bestzeit in der Amateurklasse Super Comb ist 8, 9 Sekunden nach stehendem Start auf der Viertelmeile. Mit dem neu aufgebauten Plymouth fuhr Ranft in Hockenheim 2018 mit 9, 004 Sec. seine persönliche Bestzeit. Nach dem Freitagstraining kommt Samstags die Qualifikation und Sonntags je nach Anzahl der Autos in den Klassen bis zu zehn Ausscheidungsrennen mit zwei Teilnehmern. Wer näher an der Indexzeit dran ist kommt weiter „Wir hatten vorher keine Ahnung wo wir stehen und da wollen wir so nah wie möglich dran“ meint der Niddaer. So wurde Ranft in der abgelaufenen Saison der Super Comb- Klasse mit 44 Punkten sechster von neun Fahrern. Der Sieg ging an Gerd Habermann aus Erlensee mit 246 Punkten. Unterstützt wird Ranft dabei von seinen Teamkollegen Jens Schmidt, Christopher Schuster, Andreas Kreutzmann und Hans Pohl. Dragstersport ist eben auch Teamsport. Betrieben wird der Bolide mit E 85 Rennbenzin, verstärkter Hinterachse mit 100 % Sperre. Ein Zweigang Powerglide Renngetriebe ist mitverantwortlich für ordentlichen Vortrieb. Gebremst wird mit einem im Heck verbauten Bremsfallschirm, der im Ziel für die nötige Stabilität sorgt. Für Einsteiger gibt es eine sogenannte Schnupperklasse, die Sportsman- Klasse, in der man praktisch mit einem Serienwagen reinschnuppern kann wie in anderen Serien auch, meint Ranft. Doch es geht auch heftiger. In der Königsklasse Topfueler sind spektakuläre Autos mit rund 10 000 PS am Start, bei Fahrzeiten unter vier Sekunden. Stichflammen aus dem Auspuff kommen dabei ebenso vor, wie die bekannten „Burnouts“, das Durchdrehen der Räder vor dem Start. Es dient dazu, die Räder auf Betriebstemperatur zu bringen und auch möglichst sauber zu halten. Wer Thomas Ranft und sein Team 2020 erleben will, hat bei den NitrolympX in Hockenheim nächstes Jahr dazu Gelegenheit. Zu Europa´s größter Dragster- Veranstaltung pilgern alljährlich rund 40 000 Zuschauer. „Daneben sind 4 Rennen auf einer neuen Strecke in Zerbst in Sachsen- Anhalt und Malmö in Schweden geplant. Davon haben wir schon viel Gutes gehört“, meint der Niddaer, der sich nächstes Jahr wieder auf den besonderen Kick freut, bei allem Aufwand. Sollten sich noch weitere Unterstützer finden und es das Budget zulässt, kann sich Ranft auch weitere Auslandsstarts vorstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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