Morsetelegrafie als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet

Mittwoch, den 18. März 2015 um 13:49 Uhr Gut zu wissen - Notiert !
| Drucken |

Gemorster Galgenhumor: SNAFU (c) HESSENMAGAZIN.de
Gemorster Galgenhumor: SNAFU (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hessen - Welt] Auch schon vor der Erfindung des Computers mit Chat und Twitter bzw.  Handys mit SMS gab es bereits Sprachkürzel, die Eingeweihte zu verstehen wussten. Beim Morsen z. B. werden Buchstaben, Zahlen und bestimmte Codes mittels dreier Signale (Kurz / Lang / Pause) übermittelt - als Ton, per Lampe oder über Funk. Das bekannteste darunter ist seit dem Untergang der Titanik: SOS - drei kurz, drei lang, drei kurz . . . - - - . . . (gesprochen: dididit dahdahdah dididit). Es wurde von 1905 bis 1999 von der internationalen Seefahrt verwendet. SNAFU (... -. .- ..-. ..-) dagegen möchte mit trocken-schwarzen Humor sagen, dass die "Lage hoffnungslos, aber nicht ernst" oder "die Operation gelungen, der Patient tot" ist.

Tradition und Wissen sollen im immateriellen Kulturerbe fortbestehen

In Deutschland wurden im März 2015 die Träger der ersten 27 Traditionen und Wissensformen im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes ausgezeichnet, darunter die Morsetelegrafie, der Rheinische Karneval und die Orgelbautradition. Eine entsprechende Urkunde erhielten die Vertreter der Initiativen und Vereine von der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters. "Das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes sorgt für Wertschätzung, indem es uns bewusst macht, dass unser Reichtum nicht allein in unserem Wohlstand begründet liegt, sondern auch in der Vielfalt unserer Kultur", sagte Grütters in der Landesvertretung Schleswig-Holstein in Berlin.

Seit 2003 entwickelt sich das UNESCO-Übereinkommen zu einer Plattform für den Erhalt von gelebten Traditionen und Wissensformen. Das bundesweite Verzeichnis soll die Vielfalt an kulturellen Ausdrucksformen abbilden – von Festen über Künste bis zu Naturwissen und Organisationsformen in und aus Deutschland.

"Die ersten Einträge zeigen eindrucksvoll, was für Schätze unsere Alltagskultur zu bieten hat", sagte Brunhild Kurth, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Kultusministerin. "Die jetzt ausgezeichneten Traditionen stehen für die Kreativität der Menschen in den Regionen und sind Ausdruck ihres sozialen Zusammenhalts."

Ende März reicht Deutschland erstmals auch einen Vorschlag für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit bei der UNESCO ein. Die Vertreter der "Genossenschaftsidee" übergaben ihr Nominierungsdossier im Rahmen der Veranstaltung an Andreas Meitzner, stellvertretender Leiter der Abteilung für Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amts.

"Mit der Nominierung der Genossenschaften wollen wir einen neuen Akzent für die Vielfalt auf der UNESCO-Liste setzen", sagte Meitzner. "Diese in Deutschland weit verbreitete Organisationsform findet als Idee der Selbsthilfe heute weltweit Resonanz. Die ethischen Prinzipien der Genossenschaften wie Fairness und Solidarität haben Einfluss auf Denken und Handeln in unserer Gesellschaft."

Unter dem Motto "Wissen. Können. Weitergeben." trafen sich im Anschluss an die Auszeichnung Vertreter der Initiativen und Vereine mit Experten zu einer Fachtagung, die die Deutsche UNESCO-Kommission in Partnerschaft mit dem Deutschen Kulturrat und dem Deutschen Städtetag veranstaltete. Professor Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission: "Viele Menschen verbinden mit dem Begriff Kultur etwas Elitäres, das nur bestimmten Gruppen der Bevölkerung vorbehalten ist. Wir wünschen uns jedoch eine breite Debatte darüber, was lebendige Kultur in und aus Deutschland ausmacht. Was ist uns heute wichtig und was kann uns morgen wichtig sein?"

Interessierte Initiativen und Vereine können sich wieder für einen Eintrag in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes bewerben

Die Bundesländer und die Deutsche UNESCO-Kommission starteten eine neue Bewerbungsrunde. Bis zum 30. Oktober 2015 können Gruppen und Gemeinschaften ihre Vorschläge im jeweiligen Bundesland einreichen. Damit eine Ausdrucksform in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wird, sind klare Kriterien zu erfüllen: Die Tradition muss Identität stiften und Zugehörigkeit vermitteln. Das Wissen und Können muss weitergegeben werden und sich weiterentwickeln können. Zudem muss jede und jeder Interessierte an der Tradition teilnehmen können.

Kurzbeschreibung der 27 Einträge in das bundesweite Verzeichnis: HIER <-KLICK

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission e.V.


Gut zu wissen: Wikipedia -> Morsen

Die Morsezeichen, manchmal auch Morsealphabet oder Morsecode genannt, sind ein Verfahren zur Übermittlung von Buchstaben, Zahlen und übrigen Zeichen. Dabei wird ein konstantes Signal ein- und ausgeschaltet. Es besteht aus drei Symbolen: kurzes Signal, langes Signal und Pause.

Der Code kann als Tonsignal, als Funksignal, als elektrischer Puls mit einer Morsetaste über eine Telefonleitung, mechanisch oder optisch (etwa mit blinkendem Licht) übertragen werden – oder auch mit jedem sonstigen Medium, mit dem zwei verschiedene Zustände (wie etwa Ton oder kein Ton) eindeutig und in der zeitlichen Länge variierbar dargestellt werden können. Man spricht auch von Morsetelegrafie.

Das manchmal bei Notfällen beschriebene Morsen durch Klopfen an metallischen Verbindungen erfüllt diese Forderung daher nur bedingt, ist aber mit einiger Übung aufgrund des charakteristischen Rhythmus von Morsezeichen verständlich. Diese Hörtechnik ist abgeleitet von den „Klopfern“ aus der Anfangszeit der Telegrafentechnik, bestehend aus einem kräftigen Relais in einem akustischen Hohlspiegel, der den Klang der Morsezeichen schon vor der Erfindung des Lautsprechers selbst in größeren Betriebsräumen hörbar machte.

Quelle und mehr dazu <-KLICK

33