Mittelgebirge in Hessen: Was zählt sind Lebensqualität und Erholungswert

Samstag, den 22. Oktober 2011 um 00:00 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Bergeswelt: Immer wieder vermessen, und doch bleibt sie rätselhaft

Mittelgebirge in Hessen (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hessen] Auch ohne Lexikon weiß der deutsche Durchschnittsbürger in der Regel, was als Mittelgebirge bezeichnet wird: Es ist nicht so hoch wie die Alpen, aber auch nicht so flach, dass man überhaupt keinen Abhang zum Schlitten fahren im Winter findet. Idealerweise kann man über die Berge eines "mittleren" Gebirges prima wandern und gut dort mountainbiken - bergauf und bergab Rad fahren.

Mittelgebirge in Hessen (c) HESSENMAGAZIN.de

Bei der allgemeinen Definition für Mittelgebirge hat man sich trotzdem auf eine Höhe von ca. 300 Metern bis zu einer Obergrenze von 1.500 oder auch 1.800 Metern Höhe geeinigt. Meistens sind die Hügel jedoch nicht viel mehr als 1.000 Meter hoch.

Mittelgebirge in Hessen (c) HESSENMAGAZIN.de

Wikipedia drückt sich neben der Aussage "Alle Gebirge in Deutschland mit Ausnahme der Alpen und Voralpen sind Mittelgebirge" recht umständlich aus.

"Ein Mittelgebirge ist ein Gebirge, das im Gegensatz zum Hochgebirge eine bestimmte Höhe nicht überschreitet, jedoch, in Abgrenzung zum Hügelland, auch eine gewisse Reliefenergie (Höhendifferenz zwischen höchster Erhebung und Gebirgsfuß) haben muss, um sich vom Umland abzuheben. Diese Höhen sind nicht genau festgelegt und schwanken insbesondere je nach Region. So fordern manche Quellen nur 200 Meter Reliefenergie, andere bis zu 500 Meter... Anders als ein Hochgebirge übersteigt ein Mittelgebirge in der Regel nicht die Baumgrenze und ist in höheren Lagen in historischen Zeiten auch nicht vergletschert gewesen. In Mitteleuropa liegt die Grenze zum Hochgebirge bei etwa 1.500 bis 1.800 m." (Zitate)

Mittelgebirge in Hessen (c) HESSENMAGAZIN.de

Für das Bundesland Hessen listet das Online-Nachschlagewerk 22 und mehr Höhenzüge auf - ab 73 m bis knapp 3.000 Meter über N.N.: HIER <-KLICK. (Diese Deutschland-Liste kann sortiert werden.)

Mittelgebirge in Hessen (c) HESSENMAGAZIN.de

Zum Genannten zählen damit auch viele "Hausberge" der Bevölkerung vor Ort und oft nur regional bekannte Hügel, wie zum Beispiel die Rabenkuppe im Schlierbachswald mit 515 m und "Toter Mann" im Seulingswald mit 480 m.

Namhaft - uns geläufig werden in Hessen hauptsächlich diese 13 Mittelgebirge nach Größe sortiert:

Rhön (Wasserkuppe 950,2 m), Hessen, Bayern, Thüringen 0.000 qkm gesamt
Taunus (Großer Feldberg 881,5 m), ca. 2.700 qkm 
Rothaargebirge (Langenberg 843,2 m), ca. 0.000 qkm 
Vogelsberg (Taufstein 773 m), ca. 3.600 qkm
Hohe Meißner (Kasseler Kuppe 753,6 m), ca. 0.000 qkm
Kellerwald (Wüstegarten 675,3 m), ca. 0.000 qkm
Westerwald (Höllberg / Höllkopf 642,8 m), Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz ca. 3.700 qkm gesamt
Knüll (Eisenberg 635,5 m), ca. 0.000 qkm
Habichtswald, (Hohes Gras 614,7 m), ca. 0.000 qkm
Gladenbacher Bergland (Angelburg 609,4 m), ca. 0.000 qkm
Odenwald (Neunkircher Höhe 605 m), Hessen, Bayern, Baden-Würtemberg 0.000 qkm gesamt
Spessart (Hermannskoppe 567,1 m), Hessen, Bayern ca. 2.440 qkm gesamt
Reinhardswald (Staufenberg 472,2 m) ca. 0.000 qkm

(In Klammern stehen die jeweils höchsten Erhebungen des Hessenlandes, die Ausdehnung wird - soweit gefunden - insgesamt angegeben, auch über Hessens Grenzen hinaus ;-)

Mittelgebirge in Hessen (c) HESSENMAGAZIN.de

Wie wir aber eigentlich alle wissen müssten, sagt eine Maßangabe allein nichts über die Güte eines Objektes aus. Um etwas zu mögen, es interessant zu finden und Lust zu bekommen, es zu entdecken, braucht es wesentlich mehr als einen höchsten Berg oder die meisten Bäume bzw. die größte Ausdehnung. Und es kommt auf den Blickwinkel an!

Raten Sie mal, welche hessischen Berge auf den Fotos zu sehen sind ;-)

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