Neophytenart: Gefährliche Herkulesstaude

Montag, den 20. Juni 2011 um 09:04 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
| Drucken |

Die Ausbreitung der Herkulesstauden stellt für die heimische Natur sowie die Menschen eine Gefährdung dar

Blühende Herkulesstaude (c) HESSENMAGAZIN.de[Hessen] Der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt, ist eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Pflanze ist in Europa und Nordamerika ein Neophyt*. Die hier eingebrachte Pflanzenart – ist derart reproduktionsfähig, dass sie mittlerweile weite Uferbereiche der hessischen Flüsse und Auen besiedelt. Leider hat die Pflanze keine natürlichen "Feinde" und kann so in der Sommerzeit für den Menschen problematisch werden. Berührt man die Pflanze, so kann es zu Verätzungen oder Verbrennungen kommen.

Schwierige Bekämpfung

Die bis zu mehr als drei Meter hoch wachsende Herkulesstaude wurde 2008 zur Giftpflanze des Jahres gewählt <-KLICK. Nach dem Hessischen Naturschutzgesetz ist die Obere Naturschutzbehörde, das Regierungspräsidium Kassel, für die Bekämpfung der robusten Neophyten zuständig. In Zusammenarbeit mit den heimischen Forstämtern zieht man gegen die Herkulesstaude zu Felde.

Einerseits müssen dabei die Arbeiter besondere Schutzmaßnahmen treffen, andererseits ist nur ein gezieltes Abstechen der Wurzel erfolgreich. Weiterhin sollte die Maßnahme vor der Blühphase der Staude vorgenommen werden, damit die Staude liegen gelassen werden werden kann. Die Sonneneinstrahlung bringt die Pflanze zum Welken. Führt man die Bekämpfungsaktion später durch, so kann die Staude auch bei Abschlagen des Stängels wieder im Boden austreiben oder ggf. der Samen ins Erdreich gelangen.

Keine Selbstmaßnahmen: Standorte bitte melden

Aus Schutz vor den Beeinträchtigungen sollte man es unterlassen, die Pflanzen selbst zu vernichten. Nur die richtige Art und der richtige Umgang mit dem ausgestochenen Staudenmaterial bringt den gewünschten Erfolg. Zur Mithilfe bei der Eindämmung melden Sie Standorte der Pflanzen bei der Gemeinde, Ihrem Grünflächenamt, der Naturschutzbehörde oder dem Forstamt.

Quelle Text: Fulda / Wikipedia, Foto: (bm) HESSENMAGAZIN.de


* Neophyten (eingedeutscht - griechisch: neos = neu; phyton = Pflanze) sind Pflanzen, die in ein Gebiet gelangt sind, in dem sie natürlicherweise nicht vorkommen.

7170