Biber on Tour: Welcome to MKK

Donnerstag, den 12. Mai 2011 um 10:33 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Freundlicher Biber (c) TalkingAnimals / Hardcopy YouTube

[Main-Kinzig-Kreis] Die Anwohner der Hainbornstraße in Niederrodenbach staunten Ostern, als ein leibhaftiger Biber die Straße passierte und anschließend in einen Garten eindrang. Schnell kamen interessierte Nachbarn herbei und Ordnungsamt, Jagdpächter, sowie der Biberbetreuer und das Forstamt wurden informiert. Der technische Leiter des Wildparks Alte Fasanerie in Hanau/Klein-Auheim, Günter Hunold vom Forstamt Hanau-Wolfgang, traf mit einer Hundetransportkiste und Arbeitshandschuhen ein. Inzwischen hatte sich das Tier unter einem Maschendrahtzaun auf das Nachbargrundstück durchgearbeitet und dort - zielstrebig und schnell dem Geruchs- und Gehörsinn folgend - einen Gartenteich erobert.

Wie fängt man das größten der heimischen Nagetiere ein?

Forstmann Hunold, dem die Wehrhaftigkeit eines Bibers in Bedrängnis klar war, griff beherzt ins Wasser, packte den Biber mit beiden Händen an der Schwanzwurzel und steckte das sich heftig wehrende Pelztier unter Mithilfe der Anwohner in die Hundetransportkiste. Anschließend wurde der Biber in das Naturschutzgebiet Bulau an der Kinzig bei Hanau gebracht und dort in die Freiheit entlassen.

Biberfamilien leben mit den Würfen aus zwei Jahren zusammen

Wie die für Rodenbach zuständigen Biberbetreuer Marianne Demuth und Jürgen Harms feststellten, handelt es sich bei dem Biber vermutlich um ein zweijähriges Jungtier, das jetzt in den Frühjahrsmonaten den elterlichen Bau verlassen hat, um ein eigenes Revier zu gründen. Vor der Geburt der nächsten Jungen im Mai, müssen die Zweijährigen die Burg verlassen. Dabei orientieren sie sich am Gewässerverläufen. Auch Wanderungen über Land scheut der Biber nicht. Enlang der Kinzig gelangen immer wieder Biber aus dem Spessart bis nach Hanau und in die Nebenflüsse.

Im Main-Kinzig-Kreis wurden im Jahr 2010 insgesamt 42 besetzte Biber-Reviere mit insgesamt 140 Bibern gezählt. Seit Jahren ist ein Vorkommen bei Langenselbold bekannt. Stammt der Fang von dort, dann dürfte er über die Nolteseen, die Bahngleise und hier entlang der Schallschutzmauer bis Niederrodenbach gewandert sein. Am Bahnhof weist die Schallschutzmauer einen Durchlass für die Fahrgäste auf. Dort dürfte er den Weg in die Hainbornstraße und die Gärten gefunden haben. Ohne Hilfe wäre der Biber vermutlich ein Opfer des Straßenverkehrs geworden. Erfreulich sind daher das Engagement der Rodenbacher Bürger und der beherzte Zugriff durch den Forstfachmann Hunold.

Quelle Text: Forstamt Hanau-Wolfgang (Archiv: Mai 2011)


Letztendlich kein Opfer des Straßenverkehrs wurde der "freundliche" Biber, der 2009 in Canada an der Grenze zur USA auf der Autobahn hin und herlief. YouTube-User klaatu42 unterstellte ihm mit einem Augenzwinkern, dass dieser sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Autofahrer mit "Welcome to Canada" zu begrüßen :-)

"Your typical friendly Canadian. A beaver on the highway at the Canada US border, welcoming drivers to Canada. He got away fine (and he's not rabid!)."

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