Sommersmog OZON (O3) - Unsichtbares Gas in der Luft

Sonntag, den 08. Mai 2011 um 08:20 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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1989: Abgase verursachen Smog (c) Peter Zimmermann / WikiCommons Bundesarchiv

[Hessen] Als Sommersmog bezeichnet man die Belastung der bodennahen Luft durch hohe Ozonkonzentration. Er tritt besonders stark bei sonnigem Wetter auf und entsteht aus Stickstoffoxiden und Kohlenwasserstoffen in Verbindung mit der UV-Strahlung der Sonne. Das bodennahe Ozon greift Seh- und Atmungsorgane an und schädigt Pflanzen.

Bei strahlendem Sonnenschein Kopfschmerzen und ein Kratzen im Hals?

Hauptsächlich wird die Ozonbildung bei entsprechender Wetterlage durch den Verkehr, die Industrie, Feuerungsanlagen und Haushalte verursacht. So tragen z. B. die Abgase von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor mit ihren Bestandteilen zur Ozonbelastung bei. Als weitere Quellen sind sogar Laserdrucker, Photokopierer und Faxgeräte bekannt. Sie setzen Ozon durch Entladung frei, genau so wie Blitze.

Der gesetzlich zulässige 8-Stunden-Mittelwert eines Tages zum Schutz der menschlichen Gesundheit liegt seit dem Jahr 2010 bei 120 µg/m3. Dieser Wert sollte an höchstens 25 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden, gemittelt über drei Jahre. Langfristiges Ziel bis 2020 ist es, den zulässigen 8-Stunden-Mittelwert eines Tages 120 µg/m3 ganzjährig einzuhalten. Überschreitungen sollen dann nicht mehr auftreten.

Wir atmen Ozon mit der Luft ein

Ab einer Konzentration von 180 μg/m3 im Einstundenmittelwert informiert das Umweltbundesamt
"Für die Sommerzeit hoffen die meisten auf sonnige und heiße Tage, an denen man sich an der Luft erholen kann. Doch ist der Sommer da, wird in Rundfunk und Fernsehen immer wieder gewarnt: Ozon liegt in der Luft. Autofahrer werden gebeten, ihre Fahrten auf das Notwendigste zu reduzieren. Empfindliche Personen und Kinder sollten am Nachmittag starke körperliche Belastungen im Freien vermeiden."

Ozon dringt als Reizgas tief in die Lunge ein und kann Entzündungen hervorrufen. Je nach Dauer der Belastung und der Konzentration gibt es gesundheitliche Auswirkungen wie:

Die Ozonbelastung der Umwelt wird durch Luft-Messstationen ermittelt und regelmäßig in Belastungskarten dargestellt und veröffentlicht. Je nach Wetterlage kann es von April bis September zu erhöhten Werten kommen, die neben den Reizungen nicht unerhebliche Einschränkungen der Lungenfunktion und Beschwerden hervorrufen. Die Geruchsschwelle von Ozon liegt übrigens bei 40,2 µg/m³, allerdings gewöhnt man sich schnell an den Geruch und nimmt ihn dann nicht mehr wahr.

Die Informationsgrenze zur Unterrichtung der Bevölkerung liegt bei 180 μg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter − ein Mikrogramm ist ein millionstel Gramm; im Mittelwert über eine Stunde).

Die Alarmschwelle zum Schutz vor Gesundheitsgefahren liegt bei 240 μg/m3

Es ist ratsam, die aktuellen Meldungen zu erhöhten Ozonwerten aufmerksam zu verfolgen, um dann sein Verhalten anzupassen. Dies gilt vor allem für Aufenthalte im Freien.

Die aktuellen Ozonkonzentrationen von mehr als 300 Mess-Stationen veröffentlicht das Umweltbundesamt (UBA). Die Werte werden im Internet stündlich aktualisiert - Übersichtskarte aktuell: HIER <-KLICK

Sie können sich selbst über die OZON-Konzentrationen ab der Höhe von 150 μg/m3 informieren lassen: HIER <-KLICK
Newsletter: Gibt es anscheinend nicht mehr ... (Stand: Juni 2014)

Weitere, ausführliche Antworten auf häufig (oder sogar noch nie) gestellte Fragen zum Thema Ozon gibt das UBA auf seiner Internetseite: www.umweltbundesamt.de/luft/schadstoffe/ozon.htm

Quellen: Umweltbundesamt + Wikipedia

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