Unterstützung für den Schwarzstorch: Zwei künstliche Nistplattformen

Mittwoch, den 06. Februar 2013 um 07:30 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Nistplattform für den Schwarzstorch (c) Forstamt Romrod[Romrod - Vogelsberg] Ende Januar 2013 wurden durch drei Kunsthorstbau-Spezialisten aus Niedersachsen im Revier Zell in der Nähe des Feldatals an zwei verschiedenen Standorten künstliche Horstplattformen in schwindelnder Höhe errichtet. Geplant und organisiert wurde das Vorhaben durch den 1. Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Kreisverband Vogelsberg, Hans-Jürgen Rupp, in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Revierleiter Hermann Wilhelm und der staatliche Vogelschutzwarte. Die Finanzierung war durch eine großzügige Spende der OVAG sichergestellt worden.

Diese Unterstützungsmaßnahme für den heimischen Schwarzstorch passt hervorragend in das Artenhilfskonzept von HESSEN-FORST und die Artenpatenschaft des Forstamtes für diesen scheuen und selten zu erblickenden Waldstorch. Seinen zentnerschweren Horst – im Laufe der Jahre kann ein Gewicht bis zu einer Tonne erreicht werden – baut der Schwarzstorch mit Vorliebe in Astgabeln am Kronenansatz großkroniger, alter Laubbäume in störungsarmen, strukturreichen Laubmischwäldern in der Nähe seiner Nahrungsquellen.

Künstliche Horstplattformen als Unterlage für ein aus grobem Reisig mit Moos ausgepolstertes Nest sind deshalb eine gute Unterstützungsmaßnahme für diese streng geschützte Vogelart, da Naturnester aufgrund ihres schweren Gewichtes häufiger abstürzen und dabei Gelege oder Jungvögel zu Schaden kommen.

Im 19. Jahrhundert noch gnadenlos als Fischräuber verfolgt und in Hessen in 1908 ausgerottet

Der Schwarzstorch kehrte Mitte der siebziger Jahre wieder in seine ehemaligen Lebensräume zurück und hat es in der Zwischenzeit auf einen Bestand von 80 Brutpaaren in Hessen gebracht, 10 % davon im Vogelsbergkreis. Hintergrund der erfolgreichen Wiederbesiedlung ehemaliger Brutgebiete sind umfangreiche Schutzmaßnahmen, verstärkte naturnahe Waldbewirtschaftung und nicht zuletzt gute Erfolge beim Gewässerschutz.

Die Nähe der beiden neuen Nistplattformen zum Naturschutz- und FFH-Gebiet „Feldatal“ mit strukturreichem Fließgewässer, vielen Waldwiesentälern und die Ausweisung alter, störungsfreier Buchenwälder um die Horststandorte – diese Wälder werden forstlich nicht mehr genutzt – stimmen alle Beteiligten hoffnungsfroh. So sollte einem erfolgreichen Bezug durch die im März / April aus dem Süden zurückkehrenden Schwarzstörche nichts mehr im Wege stehen.

Quelle: HESSEN-FORST, Forstamt Romrod

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