Umweltqualität in Deutschland: Industriebetriebe unter die Lupe nehmen

Freitag, den 28. Dezember 2012 um 00:00 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Das Kraftwerk Staudinger bei Hanau leitet Kühlwasser in den Main (c) HESSENMAGAZIN.de
Das mit Kohle betriebene Dampfkraftwerk Staudinger bei Hanau leitet Kühlwasser in den Main - Foto: 2012 (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hessen - Deutschland] Wie viele Schadstoffe stößt der Industriebetrieb in meiner Nachbarschaft aus und welche Stoffe sind in Abwässern enthalten, die durch Kläranlagen entlassen werden? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt es auf einer Internetplattform des Umweltbundesamtes. Sie gibt Auskunft, wie viele Schadstoffe Industriebetriebe in die Umwelt entlassen und wie viele Abfälle sie außerhalb ihres Betriebes entsorgen.

Auf den Seiten von www.thru.de kann man sich über die Umweltqualität auch in nächster Umgebung informieren. So wird für mehr Transparenz gesorgt: Informationen zu Daten über die Freisetzung von Stoffen in die Umwelt und zu Abfallmengen stammen von knapp 5.000 Betrieben, die nach der Europäischen PRTR-Verordnung* ihre Emissionen offenlegen müssen. Berichtspflichtig sind beispielsweise Kraftwerke, Raffinerien, Chemiebetriebe oder die Lebensmittelindustrie, aber auch Deponien und Kläranlagen.

Diese Betriebe müssen aber nur dann über Freisetzungen berichten, wenn sie eine gewisse Größe überschreiten, wenn sie eine beträchtliche Menge eines Schadstoffs freisetzen oder sehr viel Abfall außerhalb ihres Betriebes entsorgen. Die PRTR-Verordnung legt dazu Emissionsschwellenwerte fest. Es gibt sowohl Schwellenwerte für Freisetzungen in die Luft, in das Wasser, in den Boden aber auch für den Abfluss von Abwasser in externe Kläranlagen. Berichten müssen Betriebe auch, wenn sie jährlich mindestens zwei Tonnen gefährliche Abfälle entsorgen – oder mehr als 2.000 Tonnen nicht gefährliche Abfälle.

Die Transparenz des PRTR unterstützt das Wissen über den Umweltschutz

Beispielsweise führte PRTR zu einer Verbesserung der Datenqualität durch das Schließen von Datenlücken – etwa wenn Bürgerinnen und Bürger anfragen, warum ein bestimmter Betrieb nicht aufgeführt ist. Viele Nutzer verwenden die Daten für eigene Forschungszusammenhänge oder verarbeiten sie in Berichten weiter. Weitere Informationen - etwa zu Emissionen aus dem Verkehrsbereich oder der Landwirtschaft werden bald folgen.

Thru.de bietet neben einem modernen Design eine optimierte Karte sowie Hintergrundinformationen. Das Design sowie die interaktive Karte wurden in einem Wettbewerb von Designstudentinnen und -studenten der Hochschule Anhalt entwickelt. Es vereint eine einfache, klare Navigation und Seitenstruktur mit ansprechenden, barrierefreien Farben und aussagekräftigen Bildern.

Die Karte zeigt je nach Zoomstufe zusammengefasste Informationen zu Anzahl und Branche der Betriebe auf Bundesland- oder Landkreisebene. Sie ermöglicht damit regionale Vergleiche. Eine Umgebungs- und Detailsuche sowie die Rubrik „Emissionen kompakt“, die einen schnellen Überblick über die Emissionen einzelner Industriebereiche ermöglicht, runden das Internetangebot ab.

Quelle Text: Umweltbundesamt - www.thru.de <-KLICK


Selbstdarstellung des E.ON Kraftwerks Staudinger: HIER <-KLICK

Information über den Schadstoffausstoß im Jahr 2013 auf tru.de: HIER <-KLICK


Gut zu wissen

* Das PRTR (Pollutant Release and Transfer Register) ist ein integriertes Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister, das die Öffentlichkeit sowohl über wesentliche Emissionen von Schadstoffen in Luft, Wasser und Boden als auch über das Verbringen von Abfällen informiert. Es unterstützt die Beteiligung der Öffentlichkeit bei umweltrelevanten Entscheidungen und leistet einen Beitrag zur Verringerung und Vermeidung der Umweltverschmutzung....

Quelle + mehr dazu: https://wiki.prtr.bund.de/wiki/Allgemeine_Fragen

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