Nicht schön, aber sehr nützlich im Garten

Donnerstag, den 27. September 2012 um 07:49 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Erdkröte im feuchten Betonbecken (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hessen - Europa] Was viele nicht wissen: Kröten sind Fleischfresser. Sie verzehren mit Vorliebe Schnecken, Würmer, Spinnen und kleine wirbellose Tiere, die im Garten als Schädlinge auftreten können. Ihr Nahrungsspektrum macht sie damit zu einem sehr effektiven Nützling. Die Erdkröte ist bei uns am häufigsten anzutreffen. Sie ist "Lurch des Jahres 2012" und darf als besonders geschützte Art nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

Erdkröten, wissenschaftlich Bufo bufo, werden bis zu 11 cm groß. sie sind meist bräunlich, grau oder gelblich gefärbt, haben einen relativ breiten Kopf und waagerechte Pupillen mit einer kupferfarbenen bis goldenen Iris.

Da sich die kleinen Zähne nicht zum Kauen, sondern nur zum Festhalten eignen, müssen sie ihre Beute als Ganzes verschlingen. Nur Beute, die sich bewegt, löst bei ihr einem Reiz zum Zuschnappen aus. Reglose Tiere werden nicht wahrgenommen.

Normalerweise bewegen sich Erdkröten auf allen Vieren schreitend vorwärts, sind sie unruhig, hüpfen sie auch. Die Tiere haben einen gedrungenen Körper. An der Hinterseite des Kopfes befinden sich Drüsen, die Hautgifte zur Abwehr von Fressfeinden enthalten. Ihr Sekret dient jedoch auch zum Schutz vor Infektionen. Für den Menschen ist das Berühren der einheimischen Lurche - zu der die Erdkröte zählt - nicht gefährlich. Man sollte sich nur nach der Berührung die Hände waschen.

Um sich vor Austrocknung zu schützen, halten sich Erdkröten gerne an feuchten Stellen auf und sind nur bei Regen oder nachts aktiv. Tagsüber ruhen die Tiere unter Steinen, Totholz, Laub, Gebüschen oder in selbst gegrabenen Erdlöchern.

Als wechselwarme Tiere überwintern sie in tieferen Bodenschichten. Sobald die Temperaturen ab etwa Mitte Februar ansteigen und es feucht genug ist, beginnen die Tiere bei Anbruch der Dämmerung ihre Laichgewässer aufzusuchen.

Jedes Weibchen legt rund 3.000 bis 8.000 Eier in 3 bis 5 Meter langen doppelten Laichschnüren an Wasserpflanzen oder Gegenständen ab. Die Entwicklung vom Ei zur Larve dauert etwa 2 bis 3 Wochen, die anschließende Entwicklung der Kaulquappen noch einmal circa 2,5 bis 3 Monate. Dann begeben sich die nun lungenatmenden, vierbeinigen Landtiere oft in großen Mengen gleichzeitig ans Ufer.

Wer die Amphibienart in seinem Garten ansiedeln möchte, sollte ihr einen naturnahen Gartenteich mit Pflanzenbewuchs sowie Stein- oder Totholzhaufen als Unterschlupf bieten. Da die Tiere sehr laichplatztreu sind, werden die Folgegenerationen mit großer Wahrscheinlichkeit wiederkommen.

Zu den Fressfeinden der Erdkröte gehören Beutegreifer wie Marder, Katzen, Waschbären, Marderhunde, Schlangen und einige Greifvögel, Krähen sowie Graureiher. Jungkröten werden ebenfalls von Singvögeln und großen Laufkäfern erbeutet. Den Kaulquappen stellen vor allem Raubfische wie Europäischer Hecht und Flussbarsch sowie Larven von Wasserinsekten, etwa des Gelbrandkäfers oder von Großlibellen, nach.

Quelle Texte: Heike Stommel, aid infodienst, Wikipedia, Foto: (bm) HESSENMAGAZIN.de