Das eigene Kraftwerk im Keller: Dezentraler Energiespeicher

Dienstag, den 28. August 2012 um 00:56 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Technologie zum Speichern von elektrischer Energie

Vogelsberg: Solarfeld bei Ober-Moos (c) HESSENMAGAZIN.de
Vogelsberg: Solarfeld bei Ober-Moos (c) HESSENMAGAZIN.de

[Schotten / Vogelsberg] Weg von fossilen und atomaren Energieerzeugern - hin zu regenerativen Energien ist das Ziel der Deutschen. Ein Problem dabei ist die Speicherung des erzeugten Stroms. Auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) erläuterte Jens Gröschner das „Hauskraftwerk EnerStore“. Der Schaltschrank mit den Batterien eines 20 KW/h-Speichers passt in jeden Keller. Der Strom der eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach kann gespeichert und zeitversetzt bei fehlendem Sonnenschein wieder verbraucht werden. Mit einer PV-Anlage von 8 KWp kann ein Vierpersonenhaushalt damit über 70 Prozent seines Energie-Jahresverbrauchs selber erzeugen.

Ein wichtiges technisches Merkmal ist die 3-phasige Ausgangsspannung von 3x230 Volt Wechselstrom. „Damit kann jede Steckdose bedient werden“, so Gröschner. Es lassen sich Drehstrommotoren antreiben oder die Batterie des eigenen Elektroautos schneller aufladen.

Dachfläche in Richtung Sonne ausgerichtet: Solarnutzung in Herchenhain im Hohen Vogelsberg (c) HESSENMAGAZIN.de

Die Lithium-Eisenphosphat-Batterie in Modulbauweise ermöglicht bis zu 8000 Ladezyklen. Die Entladung beträgt 89 Prozent. Bei 300 Zyklen pro Jahr beträgt die Lebensdauer mehr als 20 Jahre. Da die Batterie physikalisch nicht brennen kann, benötigt der Anwender auch keine Brandschutzeinrichtungen. Jede Batteriezelle wird einzeln überwacht, was eine Überlastung einzelner Zellen ausschließt und ein sauberes Auf- und Entladen ermöglicht.

Ist die Batterie voll, wird der zusätzlich produzierte Strom in das Stromnetz eingespeist. Mögliche Energiequellen sind neben einer PV-Anlage, eine Kleinwind-Anlage oder ein Blockheizkraftwerk.

Noch sind solche Stromspeicher relativ teuer und nur für denjenigen wirtschaftlich zu betreiben, der seine PV-Anlage nach 2009 installiert hat. Mittelfristig muss man aber von weiter steigenden Strompreisen ausgehen, so Gröschner. Gleichzeitig würden die Preise für PV-Anlagen und die Einspeisevergütung weiter sinken. Dann würde der selbst erzeugte Strom billiger als der von einem Energieversorgungsunternehmen.

Für die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel liegt ein Schlüssel für die Energiewende in dezentralen Speichersystemen speziell auch für den eigenen Haushalt. So ist es am günstigsten, den Strom dort zu erzeugen, wo er verbraucht wird. Von den 4.500 Kilometern der geplanten Hochspannungstrassen würden dann nur wenige benötigt.

Quelle Text: EES, Foto: (bm) HESSENMAGAZIN.de


Crainfeld: Viele Hausbesitzer im Vogelsberg setzen auf Solarenergie (c) HESSENMAGAZIN.de
Crainfeld: Viele Hausbesitzer im Vogelsberg setzen auf Solarenergie (c) HESSENMAGAZIN.de

Auch HID EUROPE präsentiert Off-Grid Energiespeicherlösung

Das Krefelder Unternehmen HID EUROPE GmbH+Co. KG präsentierte im Rahmen des Kongresses „energy storage“ in Düsseldorf den Energiecontainer enerstore 7000S. Mehr dazu: HIER <-KLICK

Zur Speicherung werden AVRLA (Advanced Valve Regulated Lead Acid) Batterien des japanischen Hitachi Konzerns verwendet. Die Speicherkapazität beträgt mindestens 700 kWh bei einer maximalen Entladeleistung von 400 kW. Die Batterien sind für mehr als 4.500 Vollzyklen ausgelegt. Somit liefert das enerstore 7000S System mindestens 3.150.000 kWh an elektrischer Energie während einer Betriebsdauer von mehr als 20 Jahren (bei 200 Zyklen / Jahr). Die Batterien sind wartungsfrei, umweltfreundlich, gefahrlos und lassen sich komplett wiederverwerten.

Das enerstore 7000S System bietet die Möglichkeit eine Photovoltaik Anlage über intelligente Stringboxen direkt anzuschließen. Hierdurch erhält man eine ideale Stromversorgung für Regionen die über keine Netzanbindung verfügen. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung ist dieses System wirtschaftlicher als der Betrieb von Dieselgeneratoren. Darüber hinaus wird die Abgabe von CO2 vermieden.

Der enerstore 7000S verfügt über alle zum selbstständigen Betrieb notwendigen technischen Systeme wie Wechselrichter, Leistungsschalter, Mittelspannungstransformator, Lastmanagement und Kommunikation. Durch das flexible Konzept des enerstore 7000S Systems lassen sich auch individuelle Kundenwünsche realisieren. Aufgrund der hervorragenden Isolierung und der kombinierten Heizungs- / Kühlanlage ist der enerstore 7000S auch für den Einsatz unter klimatisch anspruchsvollen Bedingungen geeignet.

Quelle Text: HID-Europe GmbH+Co. KG, Fotos: (bm) HESSENMAGAZIN.de