Unkenntnis oder Mobbing? Wenn gegen Tiere Stimmung gemacht wird

Sonntag, den 22. Juli 2012 um 08:21 Uhr Gut zu wissen - Dossier: Natur und Umwelt
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Der Biber ist schwer verärgert (c) Brigitta Möllermann / HESSENMAGAZIN.de[Hessen - Deutschland - Welt] Die Vereinten Nationen, das Umweltbundesamt und unsere Naturschützer bemühen sich darum, die Notwendigkeit der Rückkehr biologischer Vielfalt verstärkt der Öffentlichkeit nahe zu bringen. Doch genau das ignorierten einige Medien - die Frankfurter Neue Presse und die Frankfurter Allgemeine (FAZ) - gerade eben (im Juli 2012), als sie den Biber, ein Tier, das langsam wieder Einzug in Deutschland hält, Plagegeist nannten: "Der Biber ist in Hessen wieder auf dem Damm. Doch je weiter sich der Nager ausbreitet, desto näher rückt er auch den Menschen auf den Pelz. Wenn die emsigen Baumeister dann Gewässer überfluten oder Bäume fällen, kann es teuer werden." (Zitat aus FNP + FAZ)

Der NABU ist da völlig anderer Meinung. Beim Naturschutzbund weiß man, dass genau dieser Nager ein wertvoller und für uns kostenlos tätiger Baumeister sowie hochwichtiger Landschaftsgärtner ist: "In der Wetterau hat er die Flüsse zurückerobert, er steht stellvertretend für die Lebensgemeinschaft von Tieren und Pflanzen der Fließgewässer und Auen. Mit ihrem Erhalt ist die Notwendigkeit verbunden, mit der Ressource Wasser schonend umzugehen und kanalisierte Flüsse wieder naturnah umzugestalten." (Zitat: Umweltwerkstatt Wetterau)

Teuer wird es also eigentlich nur dann, wenn wir Menschen mühevoll das renaturieren müssen, was wir in unserem "Aufräumwahn" des letzten Jahrhunderts kanalisiert und meterhoch einbetoniert haben. Abgesehen davon, dass in solchen begradigten Flussläufen Hochwasser ungehindert "zu Tal schießen" und genau dadurch Schäden anrichten kann, existieren dort auch keine unterschiedlichen Wasserzonen mehr, in denen sich eine Vielfalt von Wasserlebewesen entwickeln könnte: Fische, Frösche, Schnecken, Muscheln... etc. Früher sollen nicht etwa nur Algen und Bakterien, sondern auch Krebse in unseren Flüssen gelebt haben, die sogar unsere Speisekarte in positiver und wohlschmeckender Weise zu bereichern pflegten.

Etwas hakelig drückt sich das Umweltbundesamt zum Thema Biodiversität aus. Unter der Überschrift: "Vielfalt ist Leben" lässt man verlauten: "Eine ausgewogene und funktionierende Umwelt gründet auf der Vielfalt der Ökosysteme, der genetischen Vielfalt und dem Reichtum an Arten bei Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen." (Zitat )

Damit ist gemeint: Wir müssen daran arbeiten, Wasser, Luft und unsere Erde wieder "naturrein" hinzukriegen :-)

Die Meckerer in den Redaktionen, die gewohnt sind, das Negative hochzupushen, damit die Auflagen ihrer Zeitungen steigen, sollten unbedingt umdenken lernen. Solche "froschverschlingenden" Störche, "staudämmenden" Biber und die uns "hasenwegschnappenden" Greifvögel waren ja fast ausgestorben, weil wir schon einmal nicht begreifen wollten, wie überlebenswichtig auch für uns Zweibeiner ein gut funktionierender "Naturkreislauf" ist!

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