Frisches Quellwasser ist etwas anderes

Mittwoch, den 03. November 2021 um 17:02 Uhr Gut zu wissen - Lebenselixier Wasser
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Moderner Wassersport: SUP geht auch ohne Kontakt mit dem nassen Element (c) HESSENMAGAZIN.de
Moderner Wassersport auf der Kinzig: SUP geht auch ohne Kontakt mit dem nassen, oft schmutzigen Element (c) HESSENMAGAZIN.de

[Umwelt] Sicher haben Sie sich bisher wenig Gedanken darüber gemacht, was mit dem verunreinigtem Wasser passiert, dass aus unseren Bädern, Toiletten, Küchenspülen und Waschmaschinen irgendwohin rinnt. Früher pflegte man man dieses "Abwasser", wenn es nicht in einer Klärgrube hinter dem Haus gesammelt wurde, einfach in den nächsten Fluss einzuleiten. In der Folge sank natürlich die Gewässerqualität, bis an manchen Stellen die Fische tot mit dem Bauch nach oben trieben.

Bis zum heutigen Tage haben sich unsere Oberflächengewässer zwar etwas erholt. Denn fast jedes Haus ist an ein öffentliches Kanal-Rohr-Netz angeschlossen, das unter der Straße entlangführt bis zur kommunalen Kläranlage. Aber leider kommt das Wasser am Ende von dort wieder zurück - zwar gereinigt, aber eben nicht komplett. U. a. sind darin mehr als 100.000 chemische, sogar giftige Substanzen enthalten. Mehr dazu beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ): HIER <-KLICK.

Wenn Sie erfahren möchten, wie man was in welchen und wievielen unterschiedlichen Stufen aus dem Abwasser herausfiltert, schauen Sie mal auf der Homepage dieses Abwasserverbands nach: www.awv.at/technik-uebersicht.html

Dort liest man unter anderem: Einiges, das in entsprechender Größe aus dem Abwasser herausgefischt werden kann, wird "entwässert" und später verbrannt - vom Tampon bis zur Ratte. Alles andere, das nicht ins Wasser gehört, wird im Zuge des "Schmutzfrachtmanagements" biologisch mithilfe tausender Mikroorganismen im Belebungsbecken z. T. gereinigt oder mechanisch ausgewaschen (Steine, Glas), ausgefiltert (organische Stoffe) oder abgepumpt bzw. im Klärbecken abgeschieden.

Der übriggebliebene Rest nennt sich Klärschlamm. Der wird getrocknet - und man glaubt es kaum: als granulierter Dünger wieder auf landwirtschaftlichen Feldern ausgebracht. Samt allem, was darin noch enthalten ist!

Am Ende staunt man darüber, dass bei diesen Prozessen sogar Strom erzeugt wird. Und zwar mit Faulgasen. Falls Sie wissen möchten, wie die riechen, schnuppern Sie mal beim Spazierengehen dort in der Nähe <-KLICK oder in Erlensee am Kreisel in Richtung Hanau... Vorbeifahren reicht bei entsprechendem Wind: Hinfinden <-KLICK.

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de


Für Nachrichten der Klasse I: Nicht von Interesse

Anhand folgender Pressemeldungen kann man nachempfinden, wie das ganze Thema fast schamhaft umschrieben und auch teilweise mit besonders ausgewählten Vokabeln beschönigt wird.

By the Way: Eine (schematische) Darstellung der Wächtersbacher Kläranlage (mit Ablauf in die Kinzig) finden Sie HIER: https://av-bracht.de/rundgang.


Vierte Reinigungsstufe der Kläranlage vom Abwasserverband geplant

Seerosen - Symbolbild für sauberes Wasser (c) HESSENMAGAZIN.de[Gelnhausen-Lieblos] Die Abwasserreinigung ist zu einer umfassenden, vielschichtigen und anspruchsvollen Umweltaufgabe geworden. Die technischen Anforderungen steigen kontinuierlich. Beträchtliche Investitionen fließen in die Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung der Kläranlagen. Einmal im Jahr lädt der Abwasserverband Gelnhausen die Vertreter der Verbandsversammlung und des Gewässerschutzes ein, auf dem Betriebsgelände der Gruppenkläranlage in Lieblos in Augenschein zu nehmen, in welchem Zustand sich die technischen Abwasserreinigungsanlagen des Verbands befinden, welche Maßnahmen umgesetzt wurden und welche Projekte in Zukunft geplant sind.

Die Führung übernahm Peter Fuchs, Geschäftsführer des Abwasserverbands Gelnhausen. Im Namen des Verbandsvorstandes und stellvertretend für Verbandsvorsteher Bürgermeister Daniel Chr. Glöckner (Gelnhausen) und Bürgermeister Albert Ungermann (Linsengericht) begrüßte Bürgermeister Gerald Helfrich die Schaubeauftragten und Vertreter der Verbandskommunen Gelnhausen, Linsengericht und Gründau auf der Anlage in Lieblos.

Bei der Verbandsschau werden Zusammenhänge sichtbar gemacht, und die Vertreter der Kommunen können vor Ort sehen, wohin die Investitionen fliessen. Helfrich sprach den „tüchtigen und motivierten Mitarbeitern“ auf der Abwasserreinigungsanlage und im Verband, allen voran dem Geschäftsführer Peter Fuchs und Abwassermeister Kai Geiger Dank und Anerkennung aus. „Die Abwasserreinigungsanlage ist ein Riesen-Apparat und alle Mitarbeiter tragen eine hohe Verantwortung“, hob er hervor.

Peter Fuchs blickte bei der Entwicklung der Abwasserreinigungsanlage „auf einen langen Weg, den wir gegangen sind“ zurück. Der Anschaffungswert der Gesamtanlagen des Abwasserverbands Gelnhausen liege zurzeit bei etwa 55 Millionen Euro. Die Baukosten seien nur bis zum Jahr 2012 von Bund und Land mit etwa 50 Prozent bezuschusst, der Rest aus Eigenmitteln oder Darlehen finanziert worden. Die Betriebs- und Geschäftsausgaben finanzieren die Mitgliedskommunen und die Bürger*innen über die Kanalbenutzungsgebühren.

„Bereits durchgeführte und noch anstehende Maßnahmen in der Abwasserreinigung dienen dem Gewässerschutz, um auch für die zukünftigen Generationen einen sauberen und gesunden Lebensraum zu erhalten“, sprach Fuchs die direkten Auswirkungen der Behandlung von Abwasser auf die Gesundheit der Bevölkerung und den Naturschutz an. In diesem Zusammenhang ging er auch kurz auf die vierte Reinigungsstufe ein.

Um auch Spurenstoffe wie Rückstände von Arzneimitteln, Biozide und Haushaltschemikalien aus dem Abwasser herausfiltern zu können, bedürfe es, so Fuchs, zukunftsweisender Technik. Der Abwasserverband Gelnhausen habe einen ersten Pilotversuch auf der Verbandskläranlage initiiert und gemeinsam mit der Firma Huber eine neue Aktivkohlestufe als vierte Reinigungsstufe getestet. „Wir haben keine Angst vor der vierten Reinigungsstufe, wir wissen, was zu tun ist“, sagte Fuchs. Mit den Planungen sei bereits begonnen worden.

Weiter erläuterte Fuchs, dass 2020 durch das bestehende Blockkraftheizwerk auf der Verbandsanlage 911.674 Kilowattstunden Strom erzeugt worden seien. „Somit wurde wieder einmal eine sehr gute Eigenstromerzeugung durch das Methangas vom Faulturm erreicht und bei einem üblichen Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde eine Summe von rund 182.335 Euro eingespart“, bilanzierte der Verbandsgeschäftsführer. Der Gewässerschutzbeauftragte Michael Ruess bescheinigte der Gruppenkläranlage in Lieblos und den dazugehörigen Regenentlastungsbauwerken zum wiederholten Male eine sehr gute Reinigungsleistung. Dies wurde auch im Jahresbericht 2020 festgehalten.

Bei der anschließenden Verbandsschau waren unter anderem der Einbau von neuen speicherprogrammierbaren Steuerungen für die gesamte Kläranlage und Umbauten im Klärwerk, die Optimierung der vorhandenen Leitstelle für die Überwachung der Kläranlage und Außenbauwerke, die Sanierung des Rechenhauses, die Grundsanierung der Schlammentwässerung 1, die Abdeckung der Räumerlauffläche des Nachklärbeckens 2 und der Sachstand der Klärgasverwertung und Stromerzeugung des Methangases Themen.

Im Zusammenhang mit der Klärgasverwertung wurde auch die Faulgasanlage begangen.

Im Rahmen der Verbandsschau stand zudem eine Baustellenbegehung des Pumpwerkes in Rothenbergen, das grundsaniert wird, an. Thema waren außerdem der aktuelle Bauzustand im Pumpwerks Haitz-Höchst, das ebenfalls grundsaniert wird, sowie der Druckentlastungsschacht am Sammler Rothenbergen-Lieblos.

Quelle Text: Stadt Gelnhausen


Verbandsschau des Abwasserverbandes Bracht

Besuch auf der Kläranlage (c) Wächtersbach
Besuch auf der Kläranlage (c) Wächtersbach

[Wächtersbach] Verbandsvorsteher Andreas Weiher hat die Aufsichtsgremien seiner Mitgliedsgemeinden Birstein, Brachttal und Wächtersbach am 21. Oktober 2021 auf die Kläranlage in Wächtersbach eingeladen. Geführt von Geschäftsführer Bernd Mai, konnte trotz des Wetters durchgeführt werden. Die Mitglieder des Vorstandes und der Versammlung konnten sich dabei ein Bild des aktuellen Verbandsgeschehens sowie über notwendige Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen machen.

Die Kläranlage Wächtersbach ist nach jetzigem Stand ca. 20 Jahre im Betrieb und dementsprechend gealtert. Zudem sind die technischen Anlagen nicht mehr zeitgemäß und arbeiten nach heutigen Gesichtspunkten ineffizient. In diesem Zusammenhang verwies der Geschäftsführer auch auf den außergewöhnlich starken Anstieg der Ver- und Entsorgungskosten. Um dem zu begegnen, wurde den Mitgliedern der Gremien eine Potentialstudie zu Erneuerung und zum zukunftsfähigen Betrieb der Kläranlage vorgestellt. Diese zeigt erhebliche Einsparpotentiale auf. Zudem werden längerfristig durch die Reduzierung des Strombedarfs und die Gewinnung von Eigenstrom auch Treibhausgasemissionen reduziert und damit nachhaltiger Umweltschutz betrieben.

Die Mitglieder der Aufsichtsgremien waren sich einig, dass die notwendigen Neuerungen in eine zukunftsfähige Verbandskläranlage schnellstmöglich umzusetzen sind. Die Aufgaben des Verbandes dienen dem Gewässer- und Umweltschutz und sichern damit nachhaltig die Grundlagen der Daseinsfürsorge. Bernd Mai lobte die Mitarbeiter des Verbandes, die dazu einen vorbildlichen Einsatz, insbesondere in Pandemie-Zeiten, geleistet haben.

Quelle: Wächtersbach, Abwasserverband Bracht

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