[Hessen und Drumherum] Der NABU Hessen betont angesichts der momentan anhaltenden Dürre die zentrale Rolle des Bibers für den natürlichen Wasserrückhalt. Angesichts der weiter anhaltenden Trocknheit, stetig neuer Rekorde des Niedrigwassers in Flüssen und versiegender Bäche in den Mittelgebirgen gewinnt der Biber als natürlicher Klimaschützer wieder mehr an Bedeutung. Der tierische Landschaftsgestalter schafft Feuchtgebiete, verbessert die Gewässerstruktur und erhöht die Versickerung, was in Hitzeperioden den Grundwasserhaushalt stabilisiert.
Der Biber gilt als Schlüsselart für den Wasserrückhalt: Seine Dämme im Fluss verlangsamen den Abfluss, schaffen natürliche Speicher und helfen, ausgetrocknete Böden wieder zu durchfeuchten. Bei lokalen Hitzegewittern fließt der Regen nämlich auf ausgetrockneten Böden schnell ab, ohne den Grundwasserspiegel zu füllen.
Da Biber jedoch bislang nur an rund zehn Prozent der hessischen Fließgewässer leben, fordert der NABU mehr Raum für Gewässer, breite Uferstreifen sowie die Anerkennung ihrer Ökosystemleistungen – etwa durch Ökopunkte in der Kompensationsverordnung und die Berücksichtigung von Biberrevieren in Maßnahmen der Wasserrahmenrichtlinie.
Eine Kostenanalyse zeigt zudem deutliche ökonomische Vorteile
Technische Renaturierungen kosten rund 100.000 €, während das Biber-Management mit etwa 3.700 € auskommt. Der NABU sieht darin eine effiziente, naturnahe und kostensparende Klimaanpassung.
Mehr zum Biber: https://hessen.nabu.de/tiereundpflanzen/sauegetiere/biber/18409.html
Quelle: NABU Hessen
Nachtrag von HESSENMAGAZIN.de
Der Biber ist in Hessen bislang nur an rund zehn Prozent der Fließgewässer vertreten, weil die Rahmenbedingungen lange ungünstig waren.
Jahrzehntelange Gewässerverbauung hat Bäche begradigt und eingetieft, wodurch natürliche Strukturen für Damm- und Burgenbau fehlten. Zudem mangelte es an breiten Uferstreifen, da Landwirtschaft häufig bis ans Gewässer reicht. Außerdem war der Biber nahezu ausgerottet, weshalb die Wiederbesiedlung nun erst langsam verläuft. Auch Konflikte mit der Landnutzung brems(t)en die Ausbreitung. Insgesamt fehlten über Jahrzehnte geeignete, naturnahe Gewässerabschnitte.
Laut Dürremonitor Deutschland (www.ufz.de) weist unser Land vielerorts eine moderate bis schwere Dürre auf.