Reisebericht: Mehrtagesausflug nach Schotten im Vogelsberg

Samstag, den 14. Juli 2018 um 00:00 Uhr VB - Der Vogelsberg ist Kult
| Drucken |

Landlust - Natur und Fachwerkidylle

Sommerrodelbahn: Rasant abwärts auf dem Hoherodskopf (c) GTS

[Vogelsberg] Anfang der Sommerferien hatte sich mein Mann Jan drei Tage freigenommen zum Ausspannen. Die versprach er, mit mir und unseren beiden Kindern bei einer kleinen Landpartie zu verbringen. Von Mittwoch an wollten wir auf die Reise gehen und am Wochenende wieder zu Hause sein. Da wir gerne draußen in der freien Natur sind, fiel unsere Wahl auf das Mittelgebirge Vogelsberg, ein ehemaliges Vulkangebiet mitten in Hessen.

Als Ferienort suchten wir uns Schotten heraus. In der kleinen Fachwerkstadt „am grünen Vulkan“ gibt es Unterkünfte aller Art, vom Hotel über Landgasthäuser bis hin zu Privatzimmern. Unsere Wahl fiel eine Ferienwohnung mit Selbstversorgung. Die Option, abends essen zu gehen, blieb uns unbenommen, denn in der Stadt sind am Abend mehrere Restaurants geöffnet.

Bei der Reise-Planung ließen wir uns von der Schottener Tourist-Information unterstützen. Die Damen im Vulkaneum schnürten unserer Familie ein spezielles Ausflugspaket, für das keine Wünsche offen blieben. Von Action mit unserem kleinen sechsjährigen Henry und seiner „großen“ 10-jährigen Schwester Ida bis hin zu Besichtigungen und einem interessanten Indoorangebot war alles dabei.

Nach unserer Ankunft begannen unsere Kurzferien mit einem entspannten Bummel durch die Straßen der Altstadt. Anschließend begaben wir uns hinauf zur Warte, einem Ehrenmal mit Aussichtsplattform, um von oben auf die Stadt und über die Hügel zu schauen.

Am Donnerstagmorgen war die Luft herrlich frisch, so beschlossen wir, zuerst den Erlebnisberg „Hoherodskopf“ zu erkunden. Unser Auto ließen wir stehen und machten uns den Spaß, mit dem Freizeitbus „Vulkan-Express“ hinauf zu fahren. Unsere Kinder brannten darauf, am Hoherodskopf auf der Sommerrodelbahn den Berg hinunterzusausen. Und Jan freute sich auf das kleine Abenteuer, über eine Hängebrücke 15 Meter über dem Erdboden den Baumkronenpfad zu begehen.

Der Vormittag war schnell vergangen. Wir aßen eine Kleinigkeit und holten uns im Informationszentrum auf dem Berg noch ein paar Prospekte. Sogleich wurde entschieden: Den Kletterwald und die GPS-Tour oder das GeoCaching nehmen wir uns für das nächste Mal vor.

Bis zum Nachmittag war es warm geworden, so packten wir nach der Rückkehr in die Ferienwohnung unsere Badesachen ein und gingen für ein paar Stunden ins nahe gelegene Freischwimmbad.

Am Freitag wollten wir Natur pur erleben und verbanden das mit einem Besuch im Vogelpark Schotten. Der Tier- und Erlebnispark liegt im Tal der Nidda und bietet eine Menge Attraktionen. Das Plus dabei: Die Eintrittskarte beinhaltet als Kombiticket eine Ermäßigung für das Vulkaneum in Schotten.

Es wurde ein prächtiger Tag. Wir sahen nicht nur exotische Vögel aus aller Welt, sondern auch Affen, Erdmännchen, Reptilien plus Kängurus und Emus auf einer riesigen Wiese. Die Kinder wollten vom Streichelgehege gar nicht mehr weg, bis wir ihnen den Kinderspielplatz auf dem Gelände zeigten. So kamen wir Erwachsenen dazu, in Ruhe eine Tasse Kaffee auf der Terrasse des Vogelpark-Bistros zu genießen.

Am nächsten Tag war schon Samstag und der Himmel zeigte sich anfänglich bedeckt. Da es nach Regen aussah, gingen wir erst einmal in der Stadt einkaufen. Nach dem Mittagessen fuhren wir hinaus zum mystischen Alteburgskopf, der im Wald neben der Straße nach Gedern zu finden ist. Dort warteten faszinierend hohe Felshänge auf uns, kühl und nach Norden gerichtet. Auf einem Rundweg über das Plateau erkundeten wir das ganze Geotop, auf dem sich in der Keltenzeit die Menschen möglicherweise einst vor Feinden versteckt hatten.

Im Vulkaneum gibt es für Groß und Klein viel zu bestaunen (c) Stadt Schotten
Im Vulkaneum gibt es für Groß und Klein viel zu bestaunen (c) Stadt Schotten

Bevor wir uns schließlich am Sonntag auf die Heimreise begaben, wollten wir noch unbedingt das Vulkaneum aufsuchen, um an der offenen Führung teilzunehmen, die an jedem ersten Sonntag im Monat um 13:30 Uhr angeboten wird. Eine Stunde lang unternahmen wir eine tolle Reise durch die Erdgeschichte. Wir staunten über die Zeit vor Millionen von Jahren, als im Vogelsberg die Vulkane ausbrachen, lernten u. a. magnetischen Basalt kennen und konnten an einigen Stationen hochinteressante Experimente machen.

Als Fazit der Reise meinte mein Mann am Ende strahlend: „Tina, da fahren wir demnächst wieder hin und schauen uns die Mammutbäume, den Stausee und den Campingplatz an.“ Und dabei vergaß er doch glatt den Rundwanderweg H, das Hochmoor, die Forellenteiche und die Fertighäuser der Vögel auf dem Weg zum Bismarkturm zu erwähnen...

Weitere Informationen: www.tourist-schotten.de

132