Karuszel – Gebirgskulturen werden erwachsen

Dienstag, den 03. Juli 2018 um 10:34 Uhr VB - Der Vogelsberg ist Kult
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Treffen 2017 zu einer Veranstaltung im Rahmen des Mittelhessischen Kultursommers (c) Brigitta Möllermann [Mittelgbirge Vogelsberg] Die "Geburt" des Kulturvereins Karuszel-Gebirgskulturen fand am 19. März 2000 in der Reifekammer der ehemaligen Gebirgs-Molkerei Römer in Ulrichstein im Vogelsberg statt. Seitdem hat man sich mindestens 216 Mal zum Stammtisch auf Mitteleuropas größtem Vulkangebiet getroffen und dabei bestimmt ebenso viele große und kleine Kulturevents veranstaltet. In diesem Jahr darf‘s noch ein bisschen mehr sein: Insgesamt neun von insgesamt 80 Veranstaltungen bestreitet der Verein beim renommierten mittelhessischen Kultursommer.

Hinzu kommen 12 Treffen auf verschiedenen Plätzen im Vogelsberg mit kleinem vorgeschaltetem Kulturprogramm, zu denen auch Gäste immer herzlich willkommen sind. Dabei wird das Mittelgebirge in allen möglichen Ebenen erschlossen: in der Landschaft, in der Kultur, in der Architektur, in der Regionalgeschichte und nicht zuletzt in der Kulinarik. Seit Jahren wird zudem vieles vom Fotografen Bodo Runte aus Alsfeld gestaltet.

Möglich ist das große Spektrum vor allem mit dem äußerst rührigen Vorstand und durch die sehr unterschiedliche Herkunft der Mitglieder, die das spezielle Angebot von Veranstaltungen realisieren. 90 Prozent von ihnen sind übrigens "Zugereiste". Manche leben allerdings schon über 30 Jahre im Vogelsberg und fühlen sich im Wechselspiel von Natur und Kultur pudelwohl.

Zum jährlich stattfindenden Sommerfest wird man sich Mitte Juli 2018 wieder an einem besonderen Ort niederlassen, um spannende Kultur-Events zu diskutieren und neue Pläne zu schmieden: in der Vogelschmiede auf der Herchenhainer Höhe, von wo man einen außergewöhnlichen Weitblick u. a. bis nach Frankfurt genießt.

Karuszel Kulturveranstaltungen 2018

Kreative Vielfalt von Kultur und Schauplätzen

Das Bild des Ineinander-Übergehens von verschiedenen Sparten der Kunst und dem kulturellen Austausch unterschiedlicher KünstlerInnen zieht sich wie ein roter Faden durch das Wirken der Karuzsel-Gebirgskulturen.

Außerdem sind seit Beginn exklusive Plätze und Veranstaltungsorte immer von großer Bedeutung: Zum Beispiel der Gewölbekeller in Herbstein, die Kapelle auf dem Totenköppel, der Alte Pfarrhof in Holzburg wie auch die alten Schulen in Eichenrod, Meiches und Rainrod. Auch im Rohbau des Vulkaneums in Schotten wurden bereits Veranstaltungen abgehalten.

Hinzu kamen die Weidmühle in Eschenrod, der Galgen bei Hopfmannsfeld sowie die Synagoge in Kestrich und die Weidenkuppel „In Hawei“. Auch das Mausoleum Konradsruhe und das Rindenhäuschen im Schloßpark von Stockhausen standen bereits im Mittelpunkt von Events.

Auf der Homepage des Vereins (www.karuszel-gebirgskulturen.de) kann man nachlesen, wie das Karuszel zu seinem Namen kam - und wie man den Begriff Kultur interpretiert: Dem längst erloschenen und toten Vulkan soll Vitales und Dynamisches entgegengesetzt werden. Wie zum Beispiel in jedem Sommer beim kultigen Feldataler Mühlenfest, wenn die "Sperrmüllpiloten" alte Röhrenradios, Bügelbretter und manches andere aufbauen, um dem Publikum eine experimentell-chaotische Performance zu bieten.

Quelle Text: Karuszel Gebirgskulturen e. V., 1. Vorsitzender Josef Michael Ruhl

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