Corona: Hausarrest nachts für 2 Wochen = vorerst gecancelt (9.4.2021)

Samstag, den 03. April 2021 um 11:14 Uhr News Ticker - CORONA Infos
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Nächtliche Ausgangssperre: Zunahme nicht ermittelbarer Infektionen

[Hessen] Im Main-Kinzig-Kreis gilt ab Dienstagabend, den 6.4.2021 eine nächtliche Ausgangssperre. Damit reagiert der Main-Kinzig-Kreis auf die stetig steigenden Infektionszahlen, die sich auch durch die ansteckendere britische Virusvariante ergeben. Dies geht einher mit einem zunehmend diffusen Infektionsgeschehen vor allem bei den jüngeren Jahrgängen - Kindern und Jugendlichen. Zudem sind in wachsendem Maße die Infektionsorte gemeinsam mit den Infizierten nicht mehr ermittelbar.

Der Sieben-Tagesinzidenzwert für den Main-Kinzig-Kreis hat am Freitag (2. April 2021) einen Wert von 183 erreicht und liegt damit deutlich höher als der hessenweite Wert von 143.

Die Ausgangssperre, die ab dem 6. April von 21 bis 5 Uhr für zunächst zwei Wochen gelten soll, hat der Verwaltungsstab um Landrat Thorsten Stolz, Erster Kreisbeigeordneter Susanne Simmler und Kreisbeigeordnetem Winfried Ottmann in Abstimmung mit Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stefan Erb, Vorsitzender der Bürgermeisterkreisversammlung, am Karfreitag beschlossen. Mit allen Bürgermeistern der Region gab es noch am Nachmittag eine Abstimmung.

Jeder muss zwischen 21 und 5 Uhr in seiner eigenen Wohnung sein, falls keine dringenden Gründe vorliegen. Allerdings wird klargestellt, dass etwa die Arbeit, das notwendige Versorgen von Tieren oder auch Arztbesuche sowie zum Beispiel Impftermine, davon ausgenommen sind.

Auch alle 29 Kommunen im Main-Kinzig-Kreis sind aufgerufen, die Einhaltung der geltenden Corona-Beschränkungen stärker zu kontrollieren.

Der Grund: Den Verwaltungsstab haben insbesondere mit Beginn der wärmeren Temperaturen zahlreiche Hinweise erreicht, dass sich viel zu viele Menschen bei Aufenthalten im Freien nicht an die Abstands- und Kontaktbestimmungen halten.

Natürlich sind Kontakte zu anderen Menschen, die nicht dem eigenen Hausstand angehören, im Freien besser als in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen. Aber dennoch gilt auch im Freien: Abstand halten, Maske tragen, wo dies nicht möglich ist und generell überlegen, ob dieser Kontakt gerade notwendig ist.

Es geht weiterhin um die Reduzierung von Kontakten. Die nächtliche Ausgangssperre ist ein Baustein von vielen. Sie wird nichts bringen, wenn sich die Menschen nicht auch tagsüber an die aktuell geltenden Gebote und Beschränkungen halten.

Die britische Virusvariante ist deshalb so gefährlich, weil eine infizierte Person deutlich mehr Viruslast entwickeln kann, die dann sehr leicht an andere weitergegeben werden kann – auch im Freien, beim Sitzen auf der grünen Wiese und erst recht beim Trinken aus einer gemeinsamen Flasche.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hat mittlerweile seine Empfehlungen hinsichtlich der Kontaktpersonennachverfolgung angepasst und sogar verschärft – als Reaktion auf die ansteckenderen Virusvarianten.

Drei wesentliche Bereiche zur Pandemiebekämpfung: Vermeiden von Kontakten geht, Impfen und die Schnelltests.

Auch in den Schulen wird verstärkt getestet. Um geeignete Strukturen zu schaffen, hatte der Kreis zwei Pilot-Schulen ausgesucht – auch, um die Dunkelziffer bei unbemerkt verlaufenden Infektionen besser ausleuchten zu können.

Unternehmen sind dazu aufgerufen, ihre internen Arbeitsprozesse genau unter die Lupe zu nehmen, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht auf zu engem Raum arbeiten und möglichst auch ihre Tätigkeit zu Hause ausüben können.

Während die Virusverbreitung bei den älteren Menschen dank der guten Durchimpfung deutlich abgenommen hat, steigen die Neuinfektionen bei den jüngeren Menschen.

Quelle: MKK - auf das Wesentliche gekürzt von HESSENMAGAZIN.de


Anderen Landkreisen ergeht es nicht besser

Landkreis Hersfeld-Rotenburg begann als einer der ersten mit der nächtlichen Ausgangssperre. Der Gießener Landkreis hat ebenfalls über Ostern bereits am 2.4.2021 dicht gemacht. Und die Stadt Offenbach ist sogar schon länger dabei ab 31. März 2021.

Noch ein paar Fundstücke:

Kreis Groß-Gerau ab 1. April von 21 Uhr und 5 Uhr, wie auch der Lahn-Dill-Kreis und der Kreis Limburg-Weilburg. Als nächstes sind dann wohl der Landkreis Fulda wie auch der Vogelsbergkreis dran.

Selbst bei der Hessenschau online nachgucken: HIER <-KLICK.

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