GWP - Gemeinwohlprämie: Schon davon gehört?

Dienstag, den 29. Juni 2021 um 11:24 Uhr Kurz & Knapp - Kurznachrichten
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Neue Ideen und innovative Konzepte müssen verständlich kommuniziert werden

[Deutschland] Vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) wird die Gemeinwohlprämie als "zukunftsfähiges Konzept einer neuen Förderlogik der Landwirtschaft" erklärt. Dabei sollen Ökonomie und Ökologie zusammen eine Rolle spielen und die unternehmerische Entscheidungsfreiheit von Landwirtinnen und Landwirten von zentraler Bedeutung sein. Damit sind auch Veränderungen langjähriger Gewohnheiten der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) verbunden. Die Gemeinwohlprämie ist eine neuer Vorschlag zu der Art und Weise, wie die pauschalen Direktzahlungen im Landwirtschaftsbereich effizienter an ökologische Verbesserungen geknüpft werden.

Beratungs- und Informationsarbeit des DVL für mehr Gemeinwohlleistungen durch die Landwirtschaft

„Nur wenn wir etwas Neues und Gutes auch anschaulich erklären, können wir mit der gewünschten Aufmerksamkeit und Aufgeschlossenheit der Bäuerinnen und Bauern rechnen“, erläutert Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL. „Die Gemeinwohlprämie zeigt, dass zeitgemäße Agrarförderung auch transparent und einleuchtend dargestellt werden kann."

Moderne Agrar-Umweltpolitik muss nicht kompliziert sein

Mit der Veröffentlichung seines Films „Gemeinwohlprämie – kurz erklärt!“ zeigt der DVL, wie unkompliziert ökologische Verbesserungen in der Landschaft in die alltäglichen unternehmerischen Entscheidungen der Landwirtinnen und Landwirte einfließen können.

Die Gemeinwohlprämie ist ein neues Verfahrens- und Geschäftsmodell für die Landwirtschaft zur Erbringung von Ökosystemleistungen: Anhand eines Punktesystems werden Gemeinwohlleistungen der unterschiedlichen Landbewirtschaftungsformen bewertet und bezahlt. Verschiedene Maßnahmen können bundesweit von allen Betriebsleiterinnen und -leitern nach eigenem Ermessen umgesetzt werden.

Das Honorierungssystem für Leistungen der Landwirtschaft zum Schutz und zur Verbesserung der Biodiversität, des Klimas und des Wassers wurde vom DVL in Schleswig-Holstein aus der landwirtschaftlichen Praxis heraus entwickelt. Im folgenden dreijährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt des Bundesamtes für Naturschutz wurde die Übertragbarkeit dieses Ansatzes auf ganz Deutschland untersucht.

Dabei konnten Wege aufgezeigt werden, wie das Konzept in das Integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS) und in den GAP-Vorschlag der EU-Kommission integriert werden kann. Die AgrarministerInnen und SenatorInnen des Bundes und der Länder (AMK) haben dann Ende September 2020 beschlossen, die Gemeinwohlprämie als geeignete Variante der Öko-Regelungen in die nationale Ausgestaltung der GAP aufzunehmen. Die Umweltministerkonferenz und der Bundesrat haben gleichgelagerte Beschlüsse gefasst.

Die GWP soll als Regelansatz für das zukünftige Fördersystem in Deutschland bewertet werden

Die EU-Kommission hat in einer persönlichen Empfehlung die GEmeinwohlprämie als ausgereiften Ansatz bestätigt, um als Konzept für die Ausgestaltung von Öko-Regelungen Eingang in die neue grüne Architektur zu finden. Mehr Informationen sowie ein aktuelles Interview des Deutschlandfunks mit Dr. Jürgen Metzner stehen auf www.dvl.org zur Verfügung. Weitere Erläuterungen zur Gemeinwohlprämie gibt es auf Wikipedia.

Quelle Text und mehr: Der DVL ist der Dachverband der Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland. Seine erklärte Absicht ist die gleichberechtigte und freiwillige Zusammenarbeit zwischen Vertretern der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der Kommunen.